Morbus Perthes

Was ist Morbus Perthes?

Morbus Perthes ist eine Erkrankung des Femurs (Oberschenkelknochen) und des Hüftgelenks. Hierbei ist die Blutversorgung des Femurkopfes gestörten, woraufhin es zu einer Unterernährung des Gelenkknorpels mit anschließender Nekrose (Absterben von Gewebe) kommt. Morbus Perthes kann nicht nur Gelenke, sondern auch Knochengewebe, Nerven und Blutgefäße betreffen. Die Krankheit entwickelt sich in der Kindheit oder Jugend und kann zu einer frühen Behinderung führen. Morbus Perthes tritt bei Jungen häufiger auf, bei Mädchen nimmt sie jedoch oftmals einen schwereren Verlauf.

Was sind Ursachen für die Entwicklung einer Hüftkopfnekrose?

Vermutlich können folgende Faktoren Morbus Perthes – auch Hüftkopfnekrose genannt – auslösen:

  • Rachitis (Knochenbildungsstörung) und Unterernährung;
  • kleine mechanische Verletzungen (Blutergüsse, unangenehme Bewegungen usw.);
  • Entzündung des Hüftgelenks aufgrund von Infektionen (Mandelentzündung, Grippe usw.);
  • Stoffwechselstörungen, die an der Bildung von Knochen beteiligt sind (Phosphor, Kalzium, Vitamin D und andere Mikronährstoffe).

Wie manifestiert sich Morbus Perthes klinisch?

Die Symptome dieser Krankheit treten bei Kindern nicht sofort auf. Die ersten klinischen Anzeichen sind Schmerzen im Hüftgelenk, in der Leiste, im Oberschenkel- oder Kniegelenk, Müdigkeit bei körperlicher Anstrengung und Lähmung. Schmerzen können auftreten, wenn sich das Kind bewegt, in Ruhe können Schmerzen nicht auftreten.

Der Gang des Kindes kann sich ändern. Mit Fortschritt der Erkrankung verstärkt sich der Schmerz, die Belastung der betroffenen Extremität geht immer mit Schmerzen einher, Muskelatrophie (Muskelschwund) und sichtbare Deformitäten der Extremitäten können auftreten.

Um die Diagnose im Anfangsstadium zu bestätigen, verordnen Ärzte eine Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenks oder eine Computertomographie (CT) des Knochen- und Gelenkabschnitts. Die wichtigste Untersuchung ist eine Röntgenaufnahme des Hüftgelenks.

Wie wird die Hüftkopfnekrose behandelt?

Die Behandlungsart hängt vom Alter des Kindes zum Zeitpunkt der Erkennung der Krankheit ab. Die konservative Therapie dauert lange – mindestens ein Jahr. Sie umfasst Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung des betroffenen Gelenks, zur vollständigen Entlastung der betroffenen Extremität, zur Aufrechterhaltung des ordnungsgemäßen Funktionszustands der Muskeln und zur Aufrechterhaltung der Gelenkfunktion.

Dies umfasst Anwendungen zur Streckung des Hüftgelenks, die Aufrechterhaltung des Muskeltonus und die Verordnung lokaler Medikamente, die die Durchblutung verbessern. Ein wichtiger Faktor bei der Behandlung der Krankheit ist therapeutische Gymnastik, Massagen und physiotherapeutische Verfahren.

Die chirurgische Behandlung wird selten angewendet, normalerweise in den späten Stadien von Morbus Perthes. Sie besteht in der Korrektur von Gelenkfunktionsstörungen.

 

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