Morbus Addison

Was ist Morbus Addison?

Morbus Addison ist durch eine beeinträchtigte Nebennierenfunktion verursacht, die zu einem Mangel an Hormonen wie Cortisol und Aldosteron führt. Die Nebennieren gehören zu dem endokrinen System und befinden sich an den oberen Polen beider Nieren.

Welche Hormone bilden sich in der Nebennierenrinde?

Steroidhormone, Glukokortikoide, Mineralokortikoide und Androgene (männliche Sexualhormone) werden in der Nebennierenrinde synthetisiert:

  • Glukokortikoide wirken entzündungshemmend;
  • Mineralokorticoide, zu denen Aldosteron gehört, halten das Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium aufrecht und tragen dazu bei, den Blutdruck auf einem normalen Niveau zu halten;
  • Androgene in geringen Mengen (bei Männern und bei Frauen) bestimmen in beiden Fällen Muskelmasse, Libido und Wohlbefinden.

Was sind die Merkmale der Entwicklung von Morbus Addison?

Morbus Addison kann primär oder sekundär sein. Die Ursache für die primäre Nebenniereninsuffizienz ist meist eine Autoimmunerkrankung, wenn das Immunsystem aus unbekannten Gründen die Nebennierenrinde angreift. Andere Ursachen für Nebennierenschäden sind:

  • Tuberkulose, Nebenniereninfektionen;
  • onkologische Erkrankungen und Nebennierenmetastasen (Nebennierenrindenkrebs);
  • Nebennierenblutungen, die bei akuter Nebenniereninsuffizienz ohne vorherige Symptome auftreten können.

Eine sekundäre Insuffizienz der Nebennierenrinde ist bei Erkrankungen der Hypophyse zu beobachten. Eine häufigere Ursache dieser Krankheit ist das spontane Absetzen von Kortikosteroiden, die zur Behandlung chronischer Krankheiten wie Asthma oder Arthritis (Gelenkentzündung) verschrieben werden.

Mit welchen Symptomen geht Morbus Addison einher?

Die Symptome von Morbus Addison entwickeln sich normalerweise langsam, oft über mehrere Monate. Dazu gehören:

  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit;
  • Verdunkelung der Haut (Hyperpigmentierung);
  • Schwindel, Ohnmacht;
  • erhöhtes Verlangen nach Salz und salzigen Lebensmitteln;
  • niedriger Blutzucker (Hypoglykämie);
  • Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen;
  • Magenschmerzen;
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen;
  • Reizbarkeit;
  • Depression;
  • Haarausfall oder sexuelle Dysfunktion bei Frauen.

Manchmal entwickeln sich die Symptome der Krankheit plötzlich. Dieser Zustand wird als Addison-Krise bezeichnet und ist durch die folgenden Symptome gekennzeichnet:

  • Schmerzen im unteren Rücken, Bauch oder in den Beinen;
  • unkontrollierbares Erbrechen und Durchfall;
  • niedriger Blutdruck;
  • Bewusstlosigkeit;
  • erhöhte Kaliumspiegel (Hyperkaliämie).

Wie therapiert man Morbus Addison?

Zur Behandlung von Morbus Addison verschreibt man eine Hormonersatztherapie, deren Zweck darin besteht, Hormone von außen zu erhalten, die der Körper nicht selbst produzieren kann:

  • Cortisol wird durch Corticosteroide, Aldosteron durch Mineralokorticoide ersetzt;
  • Patienten mit sekundärer Nebenniereninsuffizienz bekommen normalerweise keine synthetischen Aldosteronersatzstoffe verschrieben, da ihre Nebennieren Aldosteron produzieren;
  • während der Addison-Krise werden Steroide und physiologische Zuckerlösung intravenös verabreicht, um den Blutdruck, den Natrium- und Glukosespiegel im Blut zu erhöhen und auch den Kaliumspiegel zu senken.

 

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