Masern

Was sind Masern?

Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die durch Infektion mit dem Masernvirus (aus der Familie der Paramyxoviridae der Gattung Morbillivirus) verursacht wird und bei fehlender Impfung vor allem Kinder befällt. Aber auch Menschen jeden Alters, die nicht geimpft sind, können sich infizieren.

Wenn eine Person diese Infektion hat, ist sie lebenslang geimpft. Die Immunisierung ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da sie schwerwiegende Beeinträchtigungen und Folgeerscheinungen haben kann. Masern gehören zu den klassischen exanthemischen Krankheiten (die Exantheme, d. h. Hautausschläge, verursachen) der Kindheit, zu denen auch Röteln und Windpocken gehören.

Was sind die Ursachen von Masern?

Masern ziehen sich in der Regel Kinder zwischen 12 Monaten und vier Jahren zu. Sie werden durch eine Infektion mit dem Masernvirus verursacht. Es handelt sich um eine hoch ansteckende Krankheit, die durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person oder über die Luft mit Flügge-Tröpfchen (winzige Sekrete, die beim Sprechen, Niesen oder Husten ausgestoßen werden und die die Fähigkeit haben, bestimmte Infektionen zu übertragen) übertragen wird.

Welche Symptome treten auf?

Die Hauptsymptome der Masern sind hohes Fieber und Ausschlag, der aus weiß gepunkteten Ausschlägen besteht, die von einem roten Entzündungshalo umgeben sind. Andere mögliche Symptome sind Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und Halsschmerzen.

Drei aufeinanderfolgende Phasen kann man unterscheiden:

Infektion und Inkubation: Die Inkubationszeit des Masernvirus beträgt zehn bis 14 Tage nach der Infektion. Während dieser Zeit gibt es keine Anzeichen oder Symptome.

Unspezifische Anzeichen und Symptome: Masern beginnen in der Regel mit leichtem bis mittlerem Fieber, oft begleitet von ständigem Husten, Erkältungssymptomen, Bindehautentzündung und Halsschmerzen. Diese relativ milden Symptome können zwei oder drei Tage andauern.

Akute Erkrankung und Ausschlag: Der Ausschlag zeigt sich als kleine rote Flecken, von denen einige leicht erhaben sind. Bei Erwachsenen kann er von einer Gastroenteritis und einer Beteiligung der Leber begleitet sein und kann auch zu erheblichen neurologischen Komplikationen führen.

Der Zeitraum, in dem eine Person die Krankheit auf andere übertragen kann, beginnt etwa vier Tage vor dem Auftreten des Ausschlags und endet vier Tage nach diesem Zeitpunkt. Daher dauert die ansteckende Periode etwa acht Tage.

Wie lässt sich die Ansteckung mit Masern verhindern?

Der Masernimpfstoff ist die einzige Maßnahme, die das Auftreten der Krankheit verhindern kann. Er wird im dreifachen Virusimpfstoff zusammen mit dem Röteln- und dem Mumpsvirus verabreicht. Masern haben nur einen Serotyp und befallen nur den Menschen, sodass sie mit einem wirksamen Impfstoff eine Krankheit ist, deren Ausrottung möglich wäre.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose Masern erfolgt in erster Linie durch die Klinik, d. h. durch die Beurteilung der Symptome des Patienten. Die Beobachtung kleiner weißlicher Flecken, die im Frühstadium        dieser Erkrankung an der Innenseite der Wangen auftreten, kann für Ärzte ein guter Anhaltspunkt sein.

Manchmal, wenn die Diagnose nicht ganz eindeutig ist, lässt sich ein Bluttest zum Nachweis von Masern-Antikörpern durchführen. Bei Ausbrüchen an bestimmten Orten kann es angebracht sein, dass der Arzt einen Rachenabstrich zur molekularen Analyse des Virus (entweder direkt oder nach Viruskultur) durchführt, was aus epidemiologischer Sicht von großem Wert ist, da so der Ursprung der Ausbrüche besser bekannt ist und die Übertragungsketten leichter verfolgt werden können.

Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung für Masernviren. Falls die Infektion auftritt, basiert die Behandlung auf der Verabreichung von Antipyretika gegen Fieber und Antitussiva gegen Husten. Während der Dauer der Infektion sollte sich der Patient ausruhen und eine gute Hydratation aufrechterhalten. Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur dann erforderlich, wenn bakterielle Komplikationen auftreten.

Mögliche Komplikationen in Verbindung mit Masern

Die häufigsten Komplikationen der Masern sind bakterielle Infektionen, wie Otitis media oder Lungenentzündung, letztere vor allem bei Säuglingen. Enzephalitis oder Hirnentzündung ist eine weitere mögliche Komplikation der Masern, die neurologische Ausfälle hervorrufen kann. Diese Art von Krankheit tritt jedoch in der Regel nicht bei gut ernährten Kindern auf, und ihre Inzidenz ist sehr gering.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Kinderheilkunde / Kinder- und Jugendmedizin
Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie