Manuelle Therapie

Was ist die manuelle Therapie?

Die manuelle Therapie (engl. manual therapy) umfasst die Behandlung von Patienten mit den Händen eines Arztes. Seitens des Verfahrens ähnelt es etwas der Massage, unterscheidet sich jedoch grundlegend von ihr: Bei einer Massage knetet ein Spezialist die Weichteile und stimuliert die Rezeptoren in der Haut. Die manuelle Therapie interessiert sich jedoch für tiefe Strukturen: Muskeln, Gelenke, Bänder, Knochen und innere Organe. Basis der Behandlung ist die anatomische Verbindung aller Körpersysteme mit der Wirbelsäule.

Techniken der manuellen Therapie

  • Entspannungstechnik kommt der üblichen Massage nahe. Der Körper des Patienten wird geknetet, um sich maximal zu entspannen und sich auf weitere intensivere Effekte vorzubereiten.
  • Mobilisierungstechnik zielt auf die Behandlung betroffener Gelenke und Muskeln ab. Der Spezialist führt eine Reihe von rhythmischen Bewegungen durch, die dabei helfen, Muskelkrämpfe zu beseitigen und die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern.
  • Manipulationstechnik beseitigt Funktionsblockaden, bei denen sich der Bewegungsspielraum in den Gelenken spürbar verringert. In der Tat sind solche Techniken eine Fortsetzung der Mobilisierung. Ist das betroffene Gelenk am Anschlag angelangt, versucht der Arzt es zu überwinden. In diesem Fall sind traumatische Techniken wie Schläge oder Stöße ausgeschlossen.

Welche Erkrankungen kann die manuelle Therapie behandeln?

Die manuelle Therapie kann auch Säuglingen und schwangeren Frauen verordnet werden.

Kontraindikationen:

Manuelle Techniken sollten nicht durchgeführt werden zur Behandlung von Osteoporose, bösartigen Tumoren und rheumatoiden Erkrankungen. Unmittelbar nach Verletzungen oder im akuten Krankheitsverlauf ist eine Behandlung ebenfalls nicht möglich – die betroffenen Strukturen erfordern Ruhe und eine entzündungshemmende Therapie.

Durchführung der Manualtherapie

Vor Beginn der Therapieeinheit bittet der Arzt den Patienten, sich einer diagnostischen Untersuchung zu unterziehen: allgemeine und biochemische Blutuntersuchungen, ggf. Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Untersuchungen der erkrankten Körperregionen. In schwierigen Fällen kann eine zusätzliche Begutachtung durch einen Neurochirurgen erforderlich sein. In der ersten Sitzung tastet der Arzt die Gelenke und die Wirbelsäule ab, deckt Schmerzpunkte auf und beurteilt die Spannung des Muskelgewebes. Aus den Ergebnissen der manuellen Diagnostik und der Untersuchungsdaten wird ein individuelles Therapieprogramm für den Patienten entwickelt.

Die Behandlung beginnt mit entspannenden Techniken. Der Patient liegt auf der Couch und der Arzt erwärmt seine Muskeln mit Streich- und Knetbewegungen. Das nächste Stadium ist die Manipulation, bei der alle Bewegungen in kranken Gelenken mit der maximal zulässigen Amplitude ausgeführt werden. Nach der ersten Sitzung kann sich der allgemeine Gesundheitszustand aufgrund der Einbeziehung von Schutzreaktionen des Körpers geringfügig verschlechtern. Nach drei bis vier Sitzungen sollte das Unbehagen jedoch vollständig verschwinden.

Nach der Behandlung der Wirbelsäule kann der Arzt das Tragen einer Bandage oder einer Nackenstütze für eine Weile empfehlen. Sie reduzieren die Belastung des betroffenen Bereichs und helfen dem Patienten darüber hinaus, die von ihm gedehnten und gestärkten Muskeln wiederzuverwenden.
 

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