Mandelentzündung

Wie macht sich eine Mandelentzündung bemerkbar?

Eine Mandelentzündung äußert sich durch starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, hinzu kommen häufig Kopfschmerzen und Fieber. Die Mandeln sind gerötet und angeschwollen, manchmal auch mit gelben Eiterpünktchen übersät. Verursacht wird eine Mandelentzündung meist von einer bestimmten Bakterienart (Streptokokken). Kinder sind in der Regel häufiger betroffen als Erwachsene.

Im Rachen links und rechts neben dem Zungengrund liegen Lymphknoten. Nachprüfen, ob tatsächlich eine Mandelentzündung vorliegt, lässt sich sehr einfach.

So erkennt man eine Mandelentzündung

Mithilfe eines kleinen Spiegels und einem gut beleuchteten Ort (zum Beispiel vor dem Fenster) ist die Selbstdiagnose schnell gestellt. Hierfür öffnet man weit den Mund und streckt die Zunge heraus. Anschließend artikuliert man einen Vokal, am besten „A“. Konsonanten haben sich als weniger geeignet erwiesen. Rachen und Zungengrund geben den Blick auf die Mandeln frei. Sind die Mandeln auf beiden Seiten des Zungengrundes geschwollen, gerötet oder sogar eitrig, spricht alles für eine Mandelentzündung.

Welche Behandlung hilft bei entzündeten Mandeln?

Meist muss eine Mandelentzündung durch einen Arzt mit Antibiotika behandelt werden. Unterstützen kann man die Behandlung grundsätzlich mit Heilpflanzen-Tees, Gurgellösungen und Inhalationen. Am wichtigsten ist Ruhe, am besten sogar Bettruhe.

Für eine Gurgel-Lösung vermengt man zu gleichen Teilen Kamillenblüten, Fenchelfrüchte und getrocknete Heidelbeeren. Zwei Teelöffel dieser Mischung werden mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrüht. Nach zehn Minuten abseihen. Sobald die Temperatur auf ein angenehmes Maß gesunken ist, sollte man einmal in der Stunde mit dieser Lösung gurgeln.

Wann zum Arzt?

Lassen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagennicht nach, so ist ein Besuch beim Arzt angesagt. Er kann mit Hilfe eines Abstrichs bestimmen, welche Krankheitserreger für die Entzündung verantwortlich sind und entsprechende Medikamente verordnen.

Bei einer bakteriellen Infektion wie beispielsweise der Mandelentzündung sind Antibiotika das Mittel der Wahl. Diese Medikamente richten ihre Wirkung speziell gegen bestimmte Gruppen von Bakterien, indem sie deren Wachtum hemmen oder sie ganz abtöten. Gegen Viren sind sie dagegen machtlos. Daher macht es auch keinen Sinn, einen einfachen Schnupfen mit Antibiotika zu bekämpfen.


Für alle Antibiotika gilt: Nehmen Sie Antibiotika nie eigenmächtig ein, sondern nur nach Verschreibung, und halten Sie sich bei der Anwendung unbedingt an die Anweisungen Ihres Arztes. Das bedeutet: Nehmen Sie genau die vorgeschriebene Menge zur vorgeschriebenen Tageszeit für die vorgeschriebene Dauer der Behandlung. Oftmals tritt zwar schon nach ein bis zwei Tagen eine Besserung ein, doch um die Bakterien wirklich zuverlässig zu besiegen, muß das Antibiotikum noch einige Zeit darüber hinaus eingenommen werden. Geschieht dies nicht, so überleben einige Bakterien – und zwar die aggressivsten und stärksten, die robust genug waren, um die bisherige  Behandlung zu überleben. Diese Bakterien vermehren sich wiederum – die Infektion flammt wieder auf. Bei der erneuten Behandlung kann es dann passieren, dass das Antibiotikum gegen die robusten Bakterien kaum noch oder sogar überhaupt nicht mehr wirkt.

Nehmen Sie Antibiotika nie zusammen mit Milch oder Milchprodukten ein, da ihre Wirksamkeit dadurch gemindert oder ganz aufgehoben wird. Besser ist ein großes Glas Wasser.


Mandeln – entfernen oder nicht?

Die Mandeln spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres Immunsystems. Werden Sie schon im frühen Kindesalter entfernt, so haben die Betroffenen meist länger und häufiger mit Infektionen zu kämpfen. Daher sollte man die Mandeln nie „vorbeugend“ entfernen lassen, sondern nur dann, wenn ein triftiger Grund vorliegt. In der Regel ist dies jedoch nur dann der Fall, wenn die Mandelentzündung auch in ärztlicher Behandlung nicht ausheilt oder öfter als vier Mal im Jahr auftritt.

 

Bildnachweis: congerdesign | pixabay

 

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