Lymphadenopathie

Was ist eine Lymphadenopathie?

Eine Lymphadenopathie ist die Schwellung eines Lymphknotens aufgrund der Proliferation der ihn bildenden Zellen oder der Infiltration von Zellen, die normalerweise nicht vorhanden sind. Pathogenetische Mechanismen der Lymphknotenvergrößerung sind die Zunahme der Zahl der Lymphozyten oder Makrophagen in einer verstärkten Immunantwort.

Zusätzlich kann es zu Infiltration durch Entzündungszellen während infektiöser Prozesse, Infiltration durch metastatische Tumorzellen sowie Tumorproliferation von Lymphozyten kommen, die den Lymphknoten bilden (Lymphom).

Was bedeutet die Vergrößerung der Lymphknoten?

Eine Vergrößerung der Lymphknoten ist nicht immer als Zeichen einer Erkrankung zu verstehen. Bei Kindern gilt eine gewisse Vergrößerung der Lymphknoten als physiologisch. Bei Erwachsenen ist eine Zunahme der Größe der Leistenlymphknoten üblich und kein Grund zur Besorgnis. Darüber hinaus ist bei Arbeiterinnen und Arbeitern häufig eine Größenzunahme der Axillar- oder Ellenbogenlymphknoten zu beobachten.

Eine generalisierte Lymphadenopathie im gesamten Körper kann ein Anzeichen für einen allgemeinen infektiösen Prozess (Brucellose, Tuberkulose, Toxoplasmose, Mononukleose) oder ein fortgeschrittenes Lymphom sein.

Die lokalisierte Lymphadenopathie weist eher auf einen lokalisierten infektiösen Prozess oder in einigen Fällen auf den Ort eines Tumors, eines primitiven oder metastasierenden Prozesses hin.

Diagnose einer Lymphadenopathie

Wichtig für die Differentialdiagnose sind die Konsistenz der vergrößerten Lymphknoten und die Beziehungen zu den umgebenden Strukturen. Die Konsistenz kann harthaarig sein, mit Fixierung zum subkutanen Gewebe, oder elastisch, ohne Haftung zu den umgebenden Hautebenen. Bei infektiösen Prozessen haben die Lymphknoten eine verminderte Konsistenz und die darüber liegende Haut kann gerötet sein.

Darüber hinaus ist eine Lymphadenopathie aus infektiösen Ursachen meist schmerzhaft, während bei Lymphomen und Karzinommetastasen im Allgemeinen keine Schmerzen auftreten. Der Befund einer Lymphadenopathie, auch wenn er nur gelegentlich auftritt, ist sofort einem Arzt mitzuteilen. Obwohl die Lymphadenopathie in einem großen Prozentsatz der Fälle ein Zeichen für gutartige Prozesse ist, darf die Möglichkeit schwerwiegenderer Erkrankungen, die eine spezifische Therapie erfordern, nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

 

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