Lupus-Antikoagulanz

Was ist Lupus-Antikoagulanz?

Lupus-Antikoagulanz ist eine Gruppe von Antikörpern, die das Immunsystem gegen seine eigenen Phospholipide produziert und eine große Rolle bei der Thrombusbildung spielen. Diese Antikörper interagieren mit den Phospholipiden der Membranen der Blutzellen, des Nervensystems und der Blutgefäße und stören ihre Funktionen, was zur Entwicklung eines Anticardiolipin-Syndroms (Autoimmunerkrankung) führt.

Das Vorhandensein von Lupus-Antikoagulanzien im Blut des Patienten erhöht das Risiko von Blutgerinnseln in Arterien und Venen, die den Blutfluss in jedem Körperteil blockieren und zu Herzinfarkten, Lungenembolien (die Bildung eines Blutgerinnsels, das die Hauptarterie der Lunge blockiert) und Fehlgeburten führen können.

Was sind Phospholipide?

Phospholipide sind ein wichtiger Bestandteil der Thrombose. Diese Substanzen befinden sich auf der Oberfläche von Blutplättchen und lösen unter Verletzung der Integrität der Gefäßwand oder des Gewebes die Aktivierung von Gerinnungsfaktoren aus.

In welchen Fällen führt man eine Lupus-Antikoagulanz-Untersuchung durch?

Die Bestimmung der Lupus-Antikoagulanz ist der wichtigste Schritt bei der Diagnose des Antiphospholipid-Syndroms. Man verwendet sie für:

  • Ermittlung der Ursachen für Thrombosen;
  • Feststellung der Ursache von Schwangerschaftsproblemen, die zu ihrem Abbruch führen können;
  • Diagnose des Anticardiolipin-Syndroms.

Der Nachweis von Lupus-Antikoagulanz während der Schwangerschaft im Blut ist ein Zeichen für den pathologischen Verlauf der Schwangerschaft und das Risiko einer Fehlgeburt, insbesondere im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester. Lupus-Antikoagulanz während der Schwangerschaft führt zur Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien der Plazenta.

Wie erfolgt eine Lupus-Antikoagulanz-Untersuchung?

Vor der Untersuchung sollten Patienten auf alkoholische Getränke, Rauchen sowie andere gefährliche Substanzen und fettreiche Lebensmittel verzichten. Zudem ist der Einfluss von physischem und psycho-emotionalem Stress auszuschließen.

Die Blutentnahme erfolgt morgens auf nüchternen Magen (zwischen der letzten Mahlzeit und der Blutentnahme sollte mindestens acht Stunden vergehen). Am Vorabend der Untersuchung sollte man ein leichtes Abendessen mit wenig Fett zu sich nehmen.

Was bedeuten die Ergebnisse der Untersuchung?

Normalerweise kann die Menge an Lupus-Antikoagulanz von 0,8 bis 1,2 relativer Einheiten variieren. Die Gründe, warum ein Anstieg im Blut des Patienten auftritt, können Autoimmunerkrankungen, rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung), Colitis ulcerosa oder Neoplasie der malignen Ätiologie sein. Manchmal ist das Auftreten von Lupus-Antikoagulanz im Blut auf die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen.

Ein Anstieg des Lupus-Antikoagulanz im Blut kann ein Zeichen für folgende Krankheiten sein:

  • Autoimmunerkrankungen;
  • systemischer Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte);
  • Unfruchtbarkeit;
  • AIDS;
  • Thromboembolie;
  • ischämischer zerebrovaskulärer Unfall.

 

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