Logopädie

Was ist Logopädie?

Logopädie – auch Stimmheilkunde – beschäftigt sich mit der Behandlung von Stimm-, Sprachstörungen, und Schluckstörungen. Sie ist die Wissenschaft von Sprachstörungen, von Methoden zu ihrer Vorbeugung, Erkennung und Beseitigung durch spezielle Schulung und Ausbildung. Logopädie ist eng mit der Psycholinguistik verwandt, da viele Störungen auf verschiedenen psychischen Problemen beruhen.

Bei welchen Symptomen ist der Besuch eines  Logopäden ratsam?

  • verzögerte Sprachentwicklung
  • falsche Aussprache einzelner Laute
  • Stottern
  • zu langsame oder zu schnelle Sprache (Sprachtempo)
  • Störungen im Sprachrhythmus
  • Verletzung der Aussprachemethode
  • Leseprobleme, Probleme beim Sprachhören (Sprachwahrnehmung)
  • Mängel bei der Beherrschung der Schreib- und Lesefähigkeiten

Stimm- und Sprachstörungen in der Logopädie

Zu den wichtigsten Erkrankungen zählen:

  • Dysphonie ist ein pathologischer Zustand, der durch eine qualitative Verletzung der Stimmfunktion gekennzeichnet ist: Änderung von Tonhöhe, Stärke, Klangfarbe und Dauer.
  • Aphonie ist ein vollständiger oder teilweiser Verlust der Klangqualität, aufgrund dessen eine Person nur im Flüsterton sprechen kann.
  • Bradylalie ist eine besonders langsame Sprache, die sich aufgrund von Schwierigkeiten bei der Artikulation verlangsamt.
  • Tachyllalie stellt im Gegensatz dazu eine beschleunigte Sprache dar.
  • Stottern äußert sich in Verstößen gegen die Glätte und den Rhythmus der Sprache, die als Folge von Muskelkrämpfen im Sprachapparat auftreten, begleitet von Atemversagen, Änderungen und der Schallstärke.
  • Dyslalie ist eine Sprachstörung, bei der es sich um die Aussprache eines Geräusches handelt.
  • Rhinolalie ist ein nasaler Ton der Stimme, der von einer beeinträchtigten Lautaussprache und von Fehlern in der Struktur und Funktion des Sprachapparats begleitet wird.
  • Aphasie ist eine systemische Störung verschiedener Arten von Sprachaktivität.

Woran erkennen Ärzte Sprach- und Stimmstörungen?

Während der Diagnose nutzen Experten die Differentialmethode: Es sollten Hörstörungen aufgrund von Sprachstörungen ausgeschlossen werden. Es erfolgt eine Beurteilung des Hörvermögens, der nonverbalen Fähigkeiten und des mentalen Zustands des Patienten. Spezielle Tests kommen auch für die Artikulation sowie für die Beurteilung der gesprochenen und rezeptiven Sprache zum Einsatz.

Behandlungsmethoden in der Logopädie

Bei der Korrektur von Stimm- und Sprachstörungen werden Übungen und Massagen/Gymnastik an den orofazialen Muskeln durchgeführt.

Zu den allgemeinen Massage- und Gymnastikübungen in der Logopädie zählen:

  • Streicheln und Aufwärmen der Stirn;
  • Aufwärmen der Nasenregion: Der Zeigefinger und der Daumen führen Vibrationen von den Flügeln der Nase zu ihrer Basis aus;
  • Aufwärmen der Wangenknochen: Mit gebeugtem Daumen und Zeigefinger wird das Gesicht vom Unterkiefer zum Ohr und von den Wangenknochen zum unteren Augenlid erwärmt;
  • Glättung der Stirnmuskulatur: Mit Zeige- und Mittelfinger von der Mitte bis zur Schläfe über die Stirn streichen;
  • Vibration: Die Finger werden zwischen die Wangenknochen und den Unterkiefer gelegt und machen danach Vibrationsbewegungen;
  • Streicheln der Muskeln zwischen Unterlippe und Kinn: Zwei Daumen bewegen sich von der Unterlippenbasis zum Unterkiefer.

In Einzelbehandlungen werden dann – wie z. B. bei Aphasie – Maßnahmen ergriffen, um die Sprache des Patienten zu aktivieren, die Sprachfähigkeiten zu erweitern, die Fähigkeit, die Sprache anderer zu hören, das Gesprächsverständnis und die Lese- und Schreibfähigkeit wiederherzustellen.

 

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