Lepra (Morbus Hansen)

Was ist Lepra?

Lepra (oder Morbus Hansen) ist eine chronische Infektionskrankheit, die durch Bakterien des Stamms Mycobacterium leprae oder dem Hansen-Bazillus verursacht ist.

Wo sind besonders viele Fälle von Lepra bekannt?

Die Krankheit ist in tropischen oder subtropischen Regionen verbreitet, vor allem in Asien (über zwei Millionen Fälle, davon die Hälfte in Indien). An zweiter Stelle kommt Afrika (insbesondere einigen Regionen Westafrikas), gefolgt von Südamerika und Ozeanien. In Europa, wo Lepra bis ins 16. Jahrhundert endemisch war, melden die Gesundheitsämter heute mehrere tausend Fälle. Einige Hundert gibt es auch in Italien, wo es kleine endemische Ausbrüche gibt (insbesondere in Sizilien und Sardinien).

Obwohl die Krankheit durch direkte Ansteckung übertragen wird, begrenzen Immunphänomene seine Verbreitung auch in den endemischen Gebieten und sogar unter den Mitbewohnern. Es ist jedoch obligatorisch, den Patienten zu melden und zu isolieren.

Wie verläuft Morbus Hansen?

Klinisch hat die Krankheit eine unbeabsichtigte Inkubationszeit, die auch sehr lang sein kann (von einigen Wochen bis zu 30 Jahren). Der Verlauf ist ebenfalls sehr lang und erreicht, wenn Lepra nicht rechtzeitig behandelt wird, in den meisten Fällen einen tödlichen Ausgang.

Was können Ärzte tun?

Heute umfasst die Therapie die Verabreichung von Medikamenten über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. In den schwersten Formen wird dieser Medikation noch eine weitere hinzugefügt. Diese kommt zum Einsatz über einen Zeitraum, der von zwei Jahren bis zum Lebensende variieren kann.

Welche Vorsorgemaßnahmen können mich schützen vor Morbus Hansen?

Für die Prophylaxe sind Schutzmaßnahmen sehr wichtig. Sie bestehen aus der Isolation des Patienten und einer chemotherapeutischen Behandlung. Die Maßnahmen sollten solange andauern bis der Betroffene nicht mehr Träger von Keimen ist. In Ländern, in denen die Krankheit endemisch ist, gibt es spezialisierte Kurorte. Diese heißen auch Leprosarien.

Die verschiedenen klinischen Formen von Lepra

Aus morphologischer Sicht kann sich Lepra nach einer mehr oder weniger langen Invasionsphase, die oft, aber nicht immer mit Allgemeinsymptomen einhergeht (unregelmäßiges Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel usw.), auf verschiedene Weise zeigen. Nun zeigen sich Symptome je nach Immunreaktion des Patienten. Sie lassen sich auf drei (nach anderen Autoren zwei) klinische Formen zurückführen:

  • Lepromatöse oder tuberöse oder knötchenförmige Lepra (ansteckendere Form, da eine schlechte Immunreaktion des Körpers vorherrscht) ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Flecken im Gesicht und den Gliedmaßen. Die sich zum Teil langsam in isolierte, dann manchmal zusammenfließende, oft auch die Schleimhäute betreffende Knötchen verwandeln. Dieses Vorgehen ist gefolgt von Geschwüren mit häufigen ausgedehnten Zerstörungen, Nekrosen (Absterben von Zellen/Geweben), Verstümmelungen, Haarausfall.
  • Bei der nervösen Lepra (mit hoher Immunreaktion, die die Ansteckungsfähigkeit reduziert) folgen auf die roten Flecken knötchenförmige Formationen, die vor allem entlang der Nervenstämme lokalisiert sind. Dies führt zu Sensibilitätsstörungen, zuerst thermisch, dann schmerzhaft und später taktil.
  • Die gemischte Lepra zeichnet sich durch gemeinsame Manifestationen der beiden genannten Formen aus. Manchmal ist sie in der Lunge mit Infiltrationen ähnlich den tuberkulösen oder im Darm lokalisiert. außerdem kann sie Leber, Milz und Hoden befallen.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um
Biochemie
Humangenetik
Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie