Leishmaniose

Was ist Leishmaniose?

Leishmaniase oder Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Protozoen-Parasiten der Gattung Leishmania verursacht und durch den Biss einer infizierten Stechmücke übertragen wird. Diese Stechmücke kann sowohl für Menschen als auch für Tiere schädlich sein und kommt in ländlichen Gebieten mit mediterranem, subtropischem und tropischem Klima vor.

Leishmaniase – eine meldepflichtige Erkrankung?

Fälle dieser Krankheit sind aus allen Kontinenten außer Australien bekannt. In südamerikanischen Ländern, wie Mexiko, ist sie in der Regel häufiger anzutreffen. Der größte Ausbruch von Leishmaniose beim Menschen in Europa ereignete sich 2009 in Madrid. Dieser Ausbruch ist weiterhin Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung. Konkret hat ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universidad Complutense de Madrid einen weiteren Schritt unternommen, um zu klären, warum sie auch Personen mit einem ausgeglichenen Immunsystem (mit guter Immunkompetenz) betrifft und nicht nur geschwächte Personen.

In unserem Land ist die Leishmaniose keine meldepflichtige Zoonose. Sie ist bei Hunden endemisch, was eine ständige epidemiologische Überwachung erfordert.

Was sind Ursachen für einen Leishmaniose-Ausbruch?

Die Krankheit betrifft oft die ärmsten Regionen des Planeten und wird mit Unterernährung, Vertreibung der Bevölkerung, schlechten Wohnverhältnissen, einem schwachen Immunsystem oder fehlenden Ressourcen in Verbindung gebracht.

Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge treten jedes Jahr schätzungsweise 1,3 Millionen neue Fälle auf, von denen zwischen 20.000 und 30.000 tödlich enden.

Eine weitere Infektionsquelle sind Tiere: Nagetiere, Hunde und verschiedene Säugetiere. In vielen Regionen des afrikanischen Kontinents ist die Krankheit bei Hunden und wilden Fleischfressern endemisch.

In diesen Fällen können sich Menschen mit der Krankheit anstecken, wenn sie von einem Phlebotom (übertragendes Insekt) gebissen werden, das zuvor ein infiziertes Säugetier gebissen hat.

Die Krankheit kann auch von der Mutter auf das Kind und durch infizierte Bluttransfusionen oder Nadeln übertragen werden.

Was sind typische Anzeichen einer Leishmaniose?

Die Manifestationen der Leishmaniose beim Menschen reichen von Hautläsionen bis hin zu schwerwiegenderen Organbeschwerden (viszerale Form), begleitet von Fieberspitzen und Schwäche, die unbehandelt zum Tode führen können:

  • Atmungs- und Schluckbeschwerden,
  • Geschwüre und Läsionen im Mund, Zunge, Zahnfleisch, Lippen, Nase und Nasenscheidewand,
  • verstopfte Nase, laufende Nase und Nasenbluten.

Bei der viszeralen Leishmaniose beginnt die Infektion bei Kindern mit Husten, Durchfall, Fieber und Erbrechen. Erwachsene haben in der Regel ein Fieber, das zwischen zwei Wochen und zwei Monaten anhält, begleitet von Müdigkeit, Schwäche, die mit Fortschreiten der Krankheit zunimmt, und Appetitlosigkeit. Andere Symptome dieser Art von Leishmaniose sind: Bauchbeschwerden und Gewichtsverlust, kalter Schweiß, Haarausfall, schuppige Haut.

Einteilung der Leishmaniose

Es gibt drei Arten der Krankheit: Kutane Leishmaniose. Dieser Typ betrifft die Haut und die Schleimhäute. Die Wunden, die auf der Haut auftreten können, beginnen gewöhnlich in der Region, in der der Insektenbiss stattgefunden hat.

Systemische oder viszerale Form. Sie betrifft den gesamten Körper und entwickelt sich in der Regel zwei bis acht Monate nach dem Biss. Häufig hat der Patient das Vorhandensein von Hautwunden nicht bemerkt. Dennoch können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, weil der Parasit das Immunsystem schädigt und die Anzahl der Zellen, die die Krankheit bekämpfen, reduziert.

Mukokutane Leishmaniose. Sie führt zur vollständigen oder teilweisen Zerstörung der Schleimhäute von Nase, Mund und Rachen.

Wie diagnostiziert und behandelt der Arzt diese Infektionskrankheit?

Für die Diagnose der Infektion kombiniert der Spezialist eine klinische Untersuchung mit parasitologischen oder serologischen Tests. Letztere sind bei kutaner und mukokutaner Leishmaniose von begrenztem Wert.

Weitere Tests, die Spezialisten durchführen können, sind:

  • Knochenmark-, Leber- oder Lymphknotenbiopsie.
  • Komplette Kulturen und Bluttests sowie andere Tests zur Überprüfung immunfluoreszierender Antikörper.

Die Behandlung dieser Krankheit muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Plastische Chirurgie kann erforderlich sein, um mögliche Entstellungen der Haut, die durch Wunden bei kutaner Leishmaniose verursacht wurden, zu korrigieren.

Laut WHO ist die Leishmaniose eine behandelbare und heilbare Krankheit, die jedoch ein kompetentes Immunsystem voraussetzt, da Medikamente allein nicht in der Lage sind, den Parasiten aus dem Körper zu entfernen. Daher gibt es das Risiko eines Rezidivs (Rückfalls) im Falle einer Immunsuppression.

 

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