Legionellose

Was sind Legionellen?

Legionella oder Legionellose ist eine durch das Bakterium Legionella pneumophila verursachte Erkrankung, die grundsätzlich zwei völlig unterschiedliche klinische Formen aufweist: Zum einen die Lungeninfektion oder Legionärskrankheit, die durch eine Lungenentzündung mit hohem Fieber gekennzeichnet ist. Zum anderen die als Pontiac-Fieber bekannte Form, die sich als akutes Fiebersyndrom manifestiert.

Hinsichtlich des Schweregrades der Erkrankung kann sie daher von leichtem Husten bis hin zu einer schweren Lungenentzündung reichen, die durch fortschreitenden Luftmangel in den Lungen, Schock und multiorganische Insuffizienz zum Tode führt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist diese Krankheit in allen Teilen der Welt verbreitet.

Gründe für einen Legionellen-Ausbruch

Die Infektion mit Legionellen kann mit verschiedenen Arten von Einrichtungen und Gebäuden in Verbindung gebracht. Es sind gehäufte Ausbrüche/Fälle, zusammenhängende Fälle und vereinzelte oder sporadische Fälle zu beobachten.

Die Ausbreitung dieser Krankheit kann durch Kontakt mit Wasserdampf, der mit Bakterien oder Blumenerdegemischen verunreinigt ist, erfolgen. Dieser infizierte Dampf stammt in der Regel aus Whirlpools oder Duschen und Klimaanlagen in großen Gebäuden in der häuslichen Umgebung oder an Orten, die wir häufig besuchen. Man sollte aber immer bedenken, dass die Bakterien nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sind.

Die krankheitserregendste aller Bakterien, die diese Krankheit verursachen, ist die Spezies L. pneumophila, die im Süßwasser in natürlichen Gewässern auf der ganzen Welt zu finden ist. Ein weitaus größeres Risiko stellen jedoch künstliche Wassersysteme dar, die eine Umgebung bieten, die dem Wachstum und der Ausbreitung der Bakterien förderlich ist.

Typische Kennzeichen einer Legionellose

Legionellose ist ein Oberbegriff, der sowohl pneumonische als auch nicht-pneumonische Formen der Legionelleninfektion umfasst.

Die nicht-pneumonische Form, das Pontiac-Fieber, ist eine Krankheit, die sich mit grippeähnlichen Symptomen manifestiert und in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Tagen abklingt. Die Inkubationszeit reicht von wenigen Stunden bis maximal 48 Stunden. Die Hauptsymptome sind Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein und Muskelschmerzen (Myalgie). Es sind keine Todesfälle im Zusammenhang mit dieser Art von Infektion bekannt.

Die Legionärskrankheit – also die pneumonische Form – hat eine Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen (obwohl bei einigen kürzlich dokumentierten Ausbrüchen Zeiträume von bis zu 16 Tagen verzeichnet wurden). Erste Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Lethargie. Einige Patienten berichten auch über Muskelschmerzen, Durchfall und Verwirrung. Darüber hinaus wird in den ersten Tagen ein leichter Husten beobachtet. Bis zu 50 Prozent der Patienten können Schleim haben. Bei einem Drittel dieser Patienten können dies blutübertragene Schleimlöser sein.

Wie kann ich mich vor einer Legionellen-Infektion schützen?

Manchmal begünstigen schlecht konzipierte, nicht oder unzureichend gewartete Anlagen die Stagnation des Wassers und so die Anhäufung von Nährstoffen durch die Bakterien (Schlamm, organisches Material, Korrosionsmaterial und Amöben). Diese bilden eine Bioschicht, die zusammen mit einer günstigen Temperatur und dem Fehlen von Desinfektionsmitteln die Vermehrung der Bakterien begünstigt.

Das Ziel ist es daher, die Vermehrung von Legionellen in den Anlagen zu verhindern, indem das Wasser unter gesunden Bedingungen gehalten und ständig kontrolliert wird.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Legionellen-Infektion?

Bei der Legionärskrankheit wird die Diagnose auf der Grundlage der Symptome, die der Patient bei einer ersten Untersuchung zeigt, und eventueller zusätzlicher Informationen gestellt. Der Verdacht entsteht vor allem bei einer Lungenentzündung nach einer Reise mit Hotelaufenthalt. Aber wir können nicht sicher sein, solange wir keinen direkten Beweis für den Erreger haben. Zu diesem Zweck wird im Urintest nach bestimmten Proteinen gesucht, die nur bei einer Legionellen-Infektion auftreten. Der Arzt kann auch eine Probe aus dem Rachenraum und der Lunge entnehmen. Der genaue Keimtyp lässt sich nach einer Kultur mikroskopisch bestimmen.

Neben dieser Diagnose gibt es noch weitere Möglichkeiten:

  • Arterielle Blutgase: Entnahme von Blut aus einer Arterie zur Bestimmung der Sauerstoffkonzentration.
  • Bronchoskopie: Beobachtung des Inneren der Lunge und der Atemwege.
  • Brust-Röntgenaufnahme.
  • Zählung der weißen Blutkörperchen: Weiße Blutkörperchen oder Leukozyten helfen bei der Bekämpfung von Infektionen.
  • Leberfunktionstest: zur Beurteilung der Funktion der Leber.
  • Sputumtests und Kulturen zur Identifizierung von Legionellenbakterien.

Behandlung einer Legionellose

Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser. Als erstes verabreicht der Arzt Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen, bei Patienten mit geringer Abwehrkraft bis zu drei Wochen. Penicillin ist gegen den Keim der Legionärskrankheit (Legionella pneumophila) unwirksam.

Neben der Bekämpfung des Keims, d. h. der Behandlung der Ursache, kann auch die Behandlung der Symptome hilfreich sein. Bei Pontiac-Fieber ist eine Behandlung mit Antibiotika aufgrund des milden Verlaufs nicht notwendig. Daher wird in der Regel nur eine Behandlung durchgeführt, um die Beschwerden zu lindern.

 

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