Lähmung

Was ist eine Lähmung?

Unter einer Lähmung (Paralyse) versteht man den vollständigen Verlust der Kontraktion (Kontraktilität) eines oder mehrerer Muskeln aufgrund einer Verletzung der motorischen Nervenbahnen auf verschiedenen Ebenen. Von der Großhirnrinde bis zum peripheren motorischen Neuron, Myopathie oder Allgemeinerkrankungen (zum Beispiel Kaliummangel).

Merkmale einer Lähmung

Je nach Lokalisation der Nervenläsion lässt sich eine zentrale Paralyse aufgrund einer Enzephalie- oder Rückenmarkverletzung und eine periphere Paralyse aufgrund einer Verletzung des Rückenmarks und der peripheren Motoneuronen unterscheiden.

Aus symptomatologischer Sicht gibt es zwei Formen der Paralyse: eine spastische und eine schlaffe. Die spastische Form zeigt einen erhöhten Muskeltonus und Sehnenreflexe sowie das Auftreten pathologischer Reflexe wie das Babinski-Zeichen. Die schlaffe Form hingegen zeigt Symptome wie Verlust des Muskeltonus, Fehlen normaler tiefer Muskelreflexe und später Muskelschwund.

Welche klinischen Varianten von Lähmungen unterscheidet man?

Aus klinischer Sicht kann man viele Varianten unterscheiden: agitatorische Paralyse, aufsteigende Lähmung nach Landry, pseudobulbäre Paralyse, progressive bulbäre Lähmung, klinische Variante der Motoneuron-Erkrankung oder amyotrophe Lateralsklerose. Die fortschreitende bulbäre Paralyse, die durch Lähmung und Atrophie der Zunge, der unteren Gesichts-, Kau- und Rachenmuskulatur mit Dysarthrie und Schluckstörungen gekennzeichnet ist, ist auf eine Degeneration der motorischen Kerne der Hirnnerven, hauptsächlich des Spinalbulbus, zurückzuführen. Der Tod tritt innerhalb von zwei oder drei Jahren ein, häufig aufgrund von kardiorespiratorischen Komplikationen.

Weitere Lähmungsformen

Weitere Typen der Paralyse können sein: idiopathisch, allgemein fortschreitend, Kehlkopflähmung, kindliche Hirnlähmung, hysterische Lähmung – im Allgemeinen vollständig, mit erhaltenen Reflexen, verbunden mit einer Anästhesie für alle Formen der Sensibilität und gekennzeichnet durch die Gleichgültigkeit des Probanden gegenüber dem motorischen Defizit.

 

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