Frau sitzt am Wasser und meditiert

Lachen für mehr Lebensqualität: Frauenarzt engagiert sich für Brustkrebspatientinnen

„Lachanwendungen wie Lachyoga sind eine geeignete, wirksame komplementärmedizinische Maßnahme, die die Lebensqualität von Tumorpatientinnen nachweislich steigern“, sagt Rüdiger Lewin. Der Frauenarzt aus Düsseldorf hat eine Ausbildung zum Lachyoga-Lehrer gemacht und bietet regelmäßig Veranstaltungen dazu an. Außerdem engagiert er sich ehrenamtlich in der Forschung an der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf zum Thema „Lachen“. Für seinen Einsatz bekommt er unsere Auszeichnung Dr. Pro Bono.


Herr Lewin, in welcher Form setzen Sie sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl ein?

Ich beschäftige mich mit der Untersuchung von Lachen als mögliche komplementärmedizinische Maßnahme, insbesondere mit simuliertem Lachen wie Lachyoga. Ich befasse mich seit einigen Jahren mit diesem Thema und habe innerhalb dieser Beschäftigung eine Ausbildung zum Lachyoga-Lehrer absolviert. Da ich auch Frauenarzt bin und viele Brustkrebspatientinnen betreue, habe ich mir die Frage gestellt, ob eine strukturierte Lachanwendung auf diese Patientinnen lebensqualitätsverbessernd wirken kann. Herkömmliche Empfehlungen, wie etwa ein Sportangebot, greifen leider häufig nicht.

Warum engagieren Sie sich in dieser Form?

Portraitfoto
Rüdiger Lewin hat für sein Engagement unsere Auszeichnung Dr. Pro Bono erhalten.

Ich bin mit dieser Frage in der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf auf Interesse gestoßen. Dort wurde das Projekt in einer Pilotstudie „Lachen hilft!“ unterstützt und gefördert. Es sind in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 40 Patientinnen untersucht worden. Die Auswertung der Daten hat signifikante Verbesserungen für Lebensqualität, körperliches und funktionelles Wohlbefinden, Depressivität und Stress gezeigt. Die Daten sind bisher unveröffentlicht, sollen es aber in Kürze werden.

Die Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Studie habe ich ohne Profit und ehrenamtlich durchgeführt. Und: Die Lachanwendungen waren für die Patientinnen so überzeugend, dass der Wunsch zu weiteren Anwendungen entstand. Daher habe ich abseits der Studie einen „öffentlichen“, für jeden frei zugänglichen Raum geschaffen. In dem haben wir einmal in der Woche mit interessierten Personen und Gästen unter der Leitung meiner Frau und mir Lachveranstaltungen und Lachyoga durchgeführt. Da kein geschlossener Raum zur Verfügung stand, haben wir diese Veranstaltung „Lachen im Park“ genannt, damit ist der Südpark in der Nähe meiner Praxis gemeint. Die Veranstaltungen fanden Zuspruch und waren beliebt. Es war geplant, den Interessentenkreis zu erweitern, jedoch kam die Corona-Pandemie, die weitere Treffen erstmal unmöglich macht. Bis zur Besserung der pandemischen Situation müssen unsere Aktivitäten noch ruhen.

Planen Sie in Zukunft noch andere ehrenamtliche Projekte?

In der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf ist eine weitere Lachanwendungsstudie geplant, dieses Mal mit einer Kontrollgruppe an Patientinnen unter Chemotherapie. Diese Studie liegt auf Grund der Pandemie auf Eis. Auch diese Studie wollte ich ehrenamtlich begleiten und unterstützen.

Wo wäre aus Ihrer Sicht ehrenamtliche ärztliche Arbeit noch wichtig?

Ich finde Lachanwendungen wie Lachyoga eine geeignete, wirksame komplementärmedizinische Maßnahme, die für jeden verfügbar und erreichbar ist. Sie sollte weiter bekannt gemacht werden, und die Forschung in diesem Bereich sollte intensiviert werden. Dabei möchte ich helfen, denn gerade Tumorpatienten, wie die von mir untersuchten Brustkrebspatientinnen, leiden oftmals noch Jahre und Jahrzehnte nach der Diagnose und invasiver Therapie unter deren negative Folgen.