116 117: Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist bundesweit gültig.

Krank und die Praxis hat zu – was tun?

Der Bauch kneift und die Stirn glüht. Ein Blick auf die Uhr verrät – es ist Samstag 21.53 Uhr, ein ungünstiger Zeitpunkt, um krank zu werden. Die Arztpraxen haben schon längst geschlossen, selbst wenn sie Abendsprechstunden am Wochenende anbieten würden. Aber dafür jetzt extra ins Krankenhaus fahren? Das macht man doch auch nicht. Es ist ja kein Notfall. Aber wer behandelt mich eigentlich zu diesen Zeiten, wenn ich nicht in die Notaufnahme fahren möchte?

Plakat mit der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116 117.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116 117 erreichbar.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst

Krankheiten oder Unwohlsein kennen keine Sprechzeiten. Magenverstimmungen, hohes Fieber oder starke Übelkeit können einen auch nachts oder am Wochenende überraschen. Für diese Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich aber trotzdem behandlungsbedürftig sind, gibt es in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 ist er für Kassen- und Privatpatienten gleichermaßen da.

Regionale Unterschiede

In vielen Bundesländern gibt es extra Bereitschaftsdienstpraxen, die im Bedarfsfall aufgesucht werden können. Ist dies nicht der Fall, findet die Behandlung in der Praxis des diensthabenden Arztes statt. In einigen Regionen wird zusätzlich auch ein fahrender ärztlicher Bereitschaftsdienst eingesetzt, der Hausbesuche abstattet. In manchen Gebieten wird außerdem auch ein fachärztlicher Dienst angeboten. Das sind beispielsweise Kinder- und Augenärzte. Alle Ärzte nehmen regelmäßig an Weiterbildungen teil, die sie für den ärztlichen Bereitschaftsdienst qualifizieren. Wie der ärztliche Bereitschaftsdienst in Ihrer Region aufgestellt ist, erfahren Sie hier.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?

Ja – Der Anruf der 116117 ist kostenfrei, genauso wie die Behandlung, wenn sie über die Gesundheitskarte oder einen vergleichbaren Versichertennachweis erfolgt. Die gesamte Organisation wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen der einzelnen Bundesländer übernommen und somit von den niedergelassenen Ärzten finanziert. Insgesamt gibt es 17 verschiedene Kassenärztliche Vereinigungen, die sich in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zusammengeschlossen haben.

Bei Notfällen gilt 112

Nach wie vor gilt bei Notfällen, wie tiefen Schnittwunden mit hohem Blutverlust oder bei Anzeichen eines Schlaganfalls: Sofort die 112 wählen! Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist nämlich nicht mit einem Rettungsdienst zu vergleichen.

Am Telefon: Schnelle Hilfe mit den passenden Infos

Ob Notruf oder Anruf beim ärztlichen Bereitschafdienst – am Telefon müssen folgende Informationen parat sein:

Eine Nummer für Europa


116 117 ist europaweit geblockt. Die Europäische Kommission in Brüssel hat sie für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert. Deutschland ist das erste Land, das die 116 117 eingeführt hat.

✓ Name und Vorname
✓ Ort, PLZ, Straße, Besonderheiten (Etage, Hinterhof)
✓ Telefonnummer
✓ Wer hat Beschwerden?
✓ Wie alt ist die Person?
✓ Was für Beschwerden liegen vor?

von Kerstin Wittemeier