Kortison

Was ist Kortison?

Grundsätzlich ist Kortison ein lebenswichtiges Hormon, ein sogenannter Botenstoff, den der Körper selbst produziert. Genau betrachtet gibt es nicht nur eine Form, sondern viele verschiedene, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und in der Wirkung etwas unterscheiden.

Ein paar Dinge gelten jedoch für alle Arten des Hormons gemeinsam. Es entsteht in der äußeren Nebennieren-Rinde, einer der wichtigen Hormondrüsen. Pro Tag produziert ein Mensch rund 25 bis 30 Milligramm Hydrocortison, das meiste davon in den frühen Morgenstunden.

Welche Aufgaben im Körper hat dieses Hormon?

Im Körper selbst dient das Hormon zur Steuerung des Immunsystems und des Kohlenhydrat-Stoffwechsels. Das körpereigene Kortison hemmt beispielsweise Entzündungsreaktionen auf verschiedene Weise. Die Wanderungs- und Fressfähigkeit der weißen Blutkörperchen wird vermindert, sowie deren Antikörperbildung. Kortison schützt vor zu starker Reaktion auf Hautreizungen und physikalische Einwirkungen (Hitze, Kälte, Kratzen, Prellen usw.).

Kortison als Medikament

Weil das Hormon noch in den sechziger Jahren sehr unreflektiert und leichtfertig angewendet wurde, wurden die Ärzte plötzlich mit immer mehr schädlichen Nebenwirkungen konfrontiert, was natürlich zu einem großen Misstrauen der Patienten gegenüber dem Medikament geführt hat. Eine durchaus berechtigte Skepsis, denn Kortison ist zwar ein durchaus hochwirksames Medikament, aber es kann auch, wenn falsch eingesetzt, sehr viel Schaden anrichten.

Bewusst und sinnvoll eingesetzt (oder auch darauf verzichtet), überwiegt der Nutzen sehr wohl den Schaden. Verwendet man den jeweils geeigneten Typ in einer geeigneten Zubereitung und setzt es im Rahmen eines sinnvollen Therapieplans ein, dann lassen sich Nebenwirkungen fast vollständig vermeiden.

 

Autor:

Dr. med. Johannes Müller

 

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