Grüner Star: Kongenitales Glaukom

Kongenitales Glaukoms – Was ist das?

Kongenitales Glaukom (CG) ist eine Form des Grünen Star (Glaukom), das vermutlich durch die abnorme Entwicklung der Abflussstruktur des Kammerwassers verursacht ist. Die Erkrankung ist durch hohen Augeninnendruck, stark hervortretende Augen, Hornhautödem und krankhafte Ausbuchtung des Sehnervs gekennzeichnet. Äußere, charakteristische Kennzeichen sind das tränende Auge (Epiphora), Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und dem Lidkrampf (Blepharospasmus).

Beim kongenitalen Glaukom handelt es sich um die häufigste Form des frühkindlichen Glaukoms. Die geschätzte Prävalenz in Europa liegt bei 1:28.000 Lebendgeburten. Männer sind in der Regel häufiger betroffen als Frauen.

Wie erfolgt die Diagnose des CG?

In 80 % der Fälle erfolgt die Diagnosestellung bereits im ersten Lebensjahr. Der Altersbeginn kann bis zum Beginn der Erwachsenenperiode hinausgeschoben werden. Betroffene Kinder haben rote und tränende Augen, trübe Hornhäute und eine Augenvergrößerung aufgrund der Dehnung des unreifen Auges durch hohen Augeninnendruck. Kinder über drei Jahren entwickeln eine fortschreitende Kurzsichtigkeit (Myopie) und einen allmählichen Gesichtsfeldverlust. Unbehandelt führt die CG unweigerlich zur Erblindung.

Vor der finalen Diagnose „Kongenitales Glaukom“ muss der Augenarzt bei roten und tränenden Augen andere Krankheiten ausschließen, wie eine Verstopfung des Tränenwegs, Bindehautentzündung, Hornhautabschürfung und Uveitis (entzündete Augenhaut). Die Differentialdiagnose für trübe Hornhäute und Ödeme umfasst unter anderem den Ausschluss angeborener Hornhautdystrophien, Geburtstraumata, Hornhautentzündungen oder angeborene Augenanomalien.

Kongenitales Glaukom: Was macht der Arzt?

Spezialisten behandeln das seit der Geburt bestehende kongenitale Glaukom in erster Linie chirurgisch. Medikamente kommen nur nachgelagert zum Einsatz. Ein Eingriff zur Senkung des Augeninnndrucks empfehlen Experten in der Regel bei Kindern unter zwei Jahren, wenn die Hornhaut klar ist. Die chirurgische Behandlung des Glaukoms ist für Kinder eine Option, deren Winkel nicht ausreichend sichtbar ist, sowie für ältere Kinder.

Schwachsichtigkeit, Hornhautvernarbung und Grauer Star sind Spätkomplikationen. Eine frühe visuelle Rehabilitation ist wichtig, um diese möglichst zu verhindern. Patienten benötigen eine lebenslange Nachsorge zur Kontrolle.

Kongenitales Glaukom: Wie ist die Prognose?

Die Prognose hängt stark mit dem Zeitpunkt des Auftretens zusammen, da die Frühdiagnose und die chirurgische Behandlung einen sehr signifikanten Einfluss auf die Sehfähigkeit haben. Die meisten Patienten, die in der frühen Kindheit erfolgreich behandelt wurden, behalten im Erwachsenenalter eine gute Druckkontrolle, stabile Sehnerven und ein voll funktionsfähiges Gesichtsfeld.

 

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