Kollagenosen

Was sind Kollagenosen?

Kollagenosen sind eine Gruppe von Erkrankungen (z. B. Sklerodermie, Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte), bei der es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems kommt. Der Körper erkennt körpereigenes als körperfremdes Material (vorwiegend Bindegewebe).

Kollagen ist ein wichtiges Protein, das die Stärke und Elastizität des Bindegewebes des Körpers bereitstellt, das aus Haut, Sehnen, Knorpel und Knochen besteht. Bei Kollagenosen ändert Kollagen seine Zusammensetzung und verliert seine Eigenschaften.

Verlauf von Kollagenosen

Eine charakteristische Manifestation der Kollagenose ist ein progressiver Verlauf. Sie ist am pathologischen Prozess verschiedener innerer Organe, Blutgefäße, der Haut und des Bewegungsapparates beteiligt. Die Krankheit ist durch einen langen, wellenartigen Verlauf gekennzeichnet: Perioden der Exazerbation (Verschlechterung einer Krankheit) und Remission (vorübergehendes Ausbleiben von Krankheitssymptomen) sowie einer Zunahme pathologischer Veränderungen wechseln sich ab.

Beispiel: Sklerodermie

Diese Kollagenose ist gekennzeichnet durch Schädigungen der Haut, der Blutgefäße, des Bewegungsapparates und der inneren Organe. Die wahren Ursachen der Krankheit sind nicht bekannt. Eine Schlüsselrolle spielen die genetische Veranlagung des Individuums sowie der Einfluss von Umweltfaktoren.

Symptome: starke Schwäche, Müdigkeit, Gewichtsverlust, leichtes Fieber, Schilddrüsenschädigung, Entwicklung von Nierenversagen, entzündliche Herzschäden, Sensibilitätsstörungen der Gliedmaßen. Während der Behandlung wird eine entzündungshemmende Therapie durchgeführt, wobei nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente verwendet werden.

Beispiel: Schmetterlingsflechte

Lupus erythematosus ist eine systemische Erkrankung. Sie ist durch einen schweren Verlauf gekennzeichnet, bei dem das menschliche Immunsystem seine eigenen Zellen als fremd wahrnimmt und beginnt, sie zu bekämpfen. Gleichzeitig produziert der Körper Substanzen, die viele Organe und Gewebe schädigen: Blutgefäße, Haut, Gelenke, innere Organe. Am häufigsten diagnostizieren Ärzte bei Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren die Krankheit. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, steigt, wenn Verwandte in der Familie an Lupus erythematosus leiden. Die Ursachen sind eine Kombination mehrerer Faktoren: hormonelle Schwankungen, Umwelteinflüsse, starker Stress, Sonneneinstrahlung, bestimmte Medikamente, Infektionen, Viren, ein geschwächtes Immunsystem, Depressionen.

Die Krankheit beginnt allmählich. Die Patienten klagen über Schwäche, Gewichtsverlust, Fieber ohne ersichtlichen Grund, Gelenkschmerzen. Seltener ist der Ausbruch der Krankheit (hohes Fieber, akute Entzündung der Haut, Gelenke). Die Behandlung von Lupus erythematosus beginnt mit hormonellen Antiphlogistika. Eine hochdosierte immunsuppressive Therapie mit Stammzelltransplantation wird ebenfalls angewendet.

 

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