Knochenmarkaplasie

Was ist Knochenmarkaplasie?

Die Knochenmarkaplasie (auch: Knochenmarkschwund, Knochenmarkinsuffizienz) ist eine seltene Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der das Knochenmark seine Fähigkeit verliert, Blutzellen in der richtigen Menge zu produzieren. Die Krankheit tritt auf, wenn das körpereigene Immunsystem aus irgendeinem Grund beginnt, gegen seine eigenen Knochenmarkszellen zu kämpfen.

Was sind Ursachen für die Entwicklung eines Knochenmarkschwunds?

Knochenmarkschwund kann angeboren und erworben sein. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs teilen Mediziner zwei Arten ein: schwere und leichte Knochenmarkaplasie.

In den allermeisten Fällen ist die Ursache der Krankheit unbekannt. Manchmal ist die Entwicklung der Krankheit mit einigen angeborenen Anomalien oder externen Faktoren verbunden: dem Gebrauch bestimmter Medikamente, der Arbeit mit toxischen Substanzen, Strahlung oder Infektionen (Epstein-Barr-Virus, HIV).

Wie manifestiert sich eine Knochenmarkaplasie?

Symptome einer Knochenmarkinsuffizienz sind mit einem Mangel an allen Arten von Blutzellen verbunden:

  • Erythrozytenmangel – Blässe, Schwäche, Atemnot, Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerzen;
  • Thrombozytenmangel – Blutungen, auch aus Nase und Zahnfleisch;
  • Leukozytenmangel – Ein Mangel an weißen Blutkörperchen ist mit einer schlechten Infektionsresistenz verbunden. Infektionskrankheiten, die schlecht auf eine Therapie ansprechen oder häufig wiederkehren, können auftreten.

Die Hauptdiagnosemethode ist eine Blutuntersuchung: Ein allgemeiner Bluttest, anhand dessen Ärzte den Hämoglobinspiegel feststellen. Andere klinische und Laborstudien kommen ebenfalls zum Einsatz. Jedoch ist eine endgültige Diagnose nur durch Analyse einer Knochenmarkprobe möglich, die durch Punktion erhalten wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Knochenmarkschwund?

Wenn die Entwicklung von Knochenmarkaplasie durch eine bestimmte äußere Ursache (Medikamente, Bestrahlung) ausgelöst worden ist, gilt es, zunächst diese Ursache zu beseitigen. Da Knochenmarkaplasie vermutlich autoimmun ist, setzen Ärzte häufig eine immunsuppressive Therapie ein – also eine Therapie, die darauf abzielt, das Immunsystem zu unterdrücken, das Knochenmarkszellen „angreift“. Die Hauptkomplikationen während der immunsuppressiven Therapie sind Infektionen und Blutungen.

Eine Knochenmarktransplantation führt bei Erfolg zu einer vollständigen Heilung. Eine Transplantation wird besonders bevorzugt, wenn der Patient jung ist und einen voll kompatiblen Verwandtschaftsspender (Bruder oder Schwester) hat. Eine allogene Transplantation ist mit schwerwiegenden Risiken verbunden, einschließlich einer möglichen Transplantatabstoßung.

Während der Behandlung von Knochenmarkaplasie ist eine intensive Ersatztherapie mit Blutbestandteilen (Transfusion von Spenderplättchen, roten Blutkörperchen) erforderlich.

Die Vorbeugung und Behandlung von bakteriellen, viralen und pilzlichen Infektionen, die für Knochenmarkaplasie-Patienten eine große Gefahr darstellen, ist sehr wichtig. Zur Behandlung werden Kombinationen von wirksamen Antibiotika und Antimykotika verwendet, manchmal für eine lange Zeit.

 

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