Krebserkrankungen: Keimzelltumor

Was ist ein Keimzelltumor?

Keimzelltumoren entwickeln sich aus den Vorfahren von Keimzellen (embryonalen Körperzellen). Je nach Lokalisation gehören zu dieser Gruppe von Erkrankungen: keimbildende Gonadentumoren (Hoden und Eierstöcke) sowie extragranulare Lokalisationen (Kreuzbeinregion, vorderes Mediastinum, retroperitoneales Gewebe, Vagina, Niere). Sehr selten befindet sich ein Keimzelltumor im Magen oder Nacken.

Die Inzidenz dieser Tumoren weist zwei Spitzen auf: die erste – bis zu zwei Jahre – und die zweite – acht bis zwölf Jahre bei Mädchen und elf bis 14 Jahre bei Jungen mit Gonadenläsionen.

Der Keimzelltumor ist eine ziemlich seltene Erkrankung bei Kindern. Diese Tumorart diagnostiziert man am häufigsten bei Personen, die an verschiedenen genetischen Anomalien leiden.

Wie manifestiert sich diese Tumorart?

Die häufigsten Symptome der Krankheit sind eine Vergrößerung des betroffenen Organs und Schmerzen. Es kann zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Darmverschluss, Auftreten klinischer Anzeichen einer Kompression der Mediastinalorgane (zum Beispiel Herz, Teile der Luftröhre, Speiseröhre) oder einer Schädigung des Zentralnervensystems kommen.

Wie kann man Keimzelltumoren behandeln?

Abhängig vom Ort des Tumors kann der Patient eine rektale Untersuchung oder eine vaginale Untersuchung benötigen. Um eine Diagnose zu stellen, werden solchen Patienten eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomographie (CT) und eine Magnetresonanztomographie (MRT) des betroffenen Gebiets verschrieben.

Die Ansätze zur Behandlung dieser Krankheiten sind etwas anders: Bei Lokalisation in den Gonaden ist im ersten Stadium eine chirurgische Behandlung angezeigt. Bei Fremdlokalisation beginnt die Behandlung mit einer Chemotherapie.

Wenn ein gutartiger Tumor entdeckt wird, entfernt man ihn. Bei bösartigen Neubildungen wird eine Kombinationstherapie einschließlich chirurgischer Entfernung der Formation sowie Chemotherapie und Strahlentherapie verordnet. Bei einzelnen Metastasen in Lunge und Leber ist eine operative Entfernung möglich.

  • Behandlung von Keimzelltumoren im Hoden oder Eierstöcken: Der erste Schritt ist eine Operation. Dann wird abhängig von der histologischen Schlussfolgerung und der Menge der Tumormarker eine Risikogruppe bestimmt und eine Behandlung verschrieben.
  • Wenn der Keimzelltumor in der Sakrokokzygealregion lokalisiert ist: Die Behandlung beginnt mit einer Chemotherapie unter Kontrolle des Spiegels der Tumormarker. Erst nach Normalisierung des Tumormarker-Spiegels führt man eine Operation durch.
  • Wenn der Keimzelltumor in der Vagina lokalisiert ist: Die Chemotherapie wird entsprechend der Risikogruppe durchgeführt, am häufigsten in 98 Prozent der Fälle – eine chirurgische Behandlung ist nicht erforderlich.
  • Behandlung des Keimzelltumors im Mediastinum: Es erfolgt eine Chemotherapie. Nach der Normalisierung des Spiegels der Tumormarker wird die chirurgische Phase der Behandlung durchgeführt.

 

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