Kardiotokogramm (CTG)

Was ist das Kardiotokogramm?

Das Kardiotokogramm (CTG) ist eine moderne Technik zur Beurteilung des Zustands des Fötus anhand der Art seines Herzschlags. Das Kardiotokogramm ist erst im dritten Schwangerschaftsdrittel durchführbar. Genauer nach der 32. Schwangerschaftswoche, da erst nach dieser Zeitspanne ein Zusammenhang zwischen den Kontraktionen des fetalen Herzens und seinem Funktionszustand besteht.

Über zwei auf den Bauch der Mutter geklebte Elektroden wird der Herzton des Kindes aufgezeichnet und durch ein Mikrophon hörbar. Änderungen der Herzfrequenz des Fötus während der Untersuchung zeichnet man in Form eines Diagrammes auf. Das Kardiotokogramm während der Schwangerschaft hilft, den Zustand des Fötus zu beurteilen, die intrauterine Hypoxie (Sauerstoffmangel) des Fötus zu identifizieren, den Tonus (Spannung) des Uterus und das Vorhandensein seiner kontraktilen Aktivität (zum aktiven Zusammenziehen fähig) zu bestimmen.

Welche Indikationen gibt es für das CTG während der Schwangerschaft?

  • Müttererkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Blutarmut und andere)
  • Rhesus-Konflikt
  • verschobene Schwangerschaft
  • fetale Wachstumsverzögerung
  • niedriges oder hohes Wasser
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • belastete geburtshilfliche und gynäkologische Vorgeschichte (Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbrüche, Fehlgeburten, Frühgeburten)
  • Veränderung der Art der Bewegungen des Fötus (Abnahme oder Zunahme der Anzahl der Bewegungen des Fötus pro Tag)
  • Verletzung des Blutflusses (Die Blutflussdiagnose im Mutter-Plazenta-Fetus-System erfolgt mittels Doppler-Sonographie)

Wie wird das Kardiotokogramm durchgeführt?

Um eine Untersuchung der schwangeren Frau mithilfe eines speziellen Bandes durchzuführen, wird an der Stelle des besten Hörvermögens der fetalen Herzkontraktionen ein Ultraschallsensor angebracht – den Sensor befestigt man an verschiedenen Stellen an der vorderen Bauchdecke.

Die Ultraschallwellen, die der Sensor aussendet, sind für Mutter und Baby absolut sicher. Auf die Oberfläche des Sensors wird ein spezielles transparentes Gel aufgetragen, das den Kontakt zwischen dem Sensor und der Haut der vorderen Bauchdecke verbessert und Ultraschallwellen leitet. Das Kardiotokogramm ist in der seitlichen oder halb sitzenden Position durchzuführen, damit eine vergrößerte Gebärmutter die Vena cava inferior nicht zusammendrückt (ein großes Gefäß, das venöses Blut von der unteren Körperhälfte zum Herzen transportiert). Die Untersuchung erfolgt über einen längeren Zeitraum: von 40 Minuten bis 1,5 Stunden.

Wie wertet man das Kardiotokogramm aus?

Bei der Entschlüsselung des Kardiogramms sind verschiedene grundlegende Parameter zu berücksichtigen: der Grundrhythmus, die Amplitude sowie die Häufigkeit von Abweichungen und die Abnahme und die Zunahme der Herzfrequenz des Fötus. Jeder Parameter ergibt null bis zwei Punkte.

Durch die Summe der Punkte wird der Zustand des Fötus geschätzt:

  • acht bis zehn Punkte sind die Norm;
  • sechs bis sieben Punkte weisen auf mögliche Anzeichen einer fetalen Hypoxie hin. Der Arzt kann zusätzliche Studien verschreiben;
  • fünf oder weniger Punkte weisen auf Krankenhausaufenthalt und stationäre Behandlung hin.

 

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