Kältetherapie / Cryotherapie

Was ist die Cryotherapie?

Cryotherapie ist die Wirkung auf das Körpergewebe bei niedrigen (weniger als + 5° C) und extrem niedrigen (bis zu -160° C) Temperaturen, wodurch die Haut schnell auf +1° C abgekühlt wird. Diese Kältetherapie ist eine Methode zur Behandlung verschiedener Krankheiten, die auf lokaler oder allgemeiner Anwendung niedriger Temperaturen beruht. Die Cryotherapie beschreibt den gezielten Einsatz von Kälte zur Behandlung von Schmerzen. Sie wird oft bei rheumatischen Schmerzen eingesetzt. Die Kälte wird entweder von außen auf den Körper als Kühlmittel angewendet, direkt in den Körper gespritzt oder der Patient hält sich eine bestimmte Zeit in der Kältekammer auf.

Welche Indikationen gibt es für die Cryotherapie?

  • Rheumatologie, Traumatologie: rheumatoide Arthritis, Osteoarthrose (Gelenkerkrankung), Verletzungen und Frakturen, Verbrennungen, Geschwüre, Wunden
  • Neurologie: posttraumatische Störungen der Motorik, Schmerzen bei Osteochondrose (Veränderung von Knochen und Knorpeln) der Wirbelsäule, Phantomschmerzen
  • Dermatologie: Warzen, Narben, Akne, Haarausfall, Cellulite, Fettleibigkeit, trophische Geschwüre (Defekt in der Haut oder Schleimhaut)
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Krampfadern, chronische Veneninsuffizienz (gestörte Funktion der Venen, die meist durch einen behinderten Blutabfluss entsteht), Hypertonie
  • Gynäkologie: Unfruchtbarkeit, Menopause, verminderte Libido
  • Urologie: männliche Unfruchtbarkeit, verminderte Libido
  • Prävention von Krankheiten
  • Psychologie: Depressionen, Stresszustände, chronisches Müdigkeitssyndrom, depressive Zustände

Wie wird die Kältetherapie durchgeführt?

Die Dauer der Cryotherapie beträgt maximal drei bis fünf Minuten. Für diese Zeit befindet sich der Patient in der Kältekammer. Hände, Füße und Augen sind dabei vor der Kälte geschützt, der Rest des Körpers bleibt jedoch ungeschützt.

In der Kältekammer soll der Patient nur natürliche Unterwäsche tragen. Der erste Aufenthalt dauert nur ca. 30 Sekunden, um zu sehen, ob diese Art der Behandlung für eine bestimmte Person geeignet ist. Während mehrerer aufeinanderfolgender Sitzungen wird die Dauer auf drei Minuten erhöht. Der Patient wird trockener, extrem kalter Luft ausgesetzt, jedoch ist das Gefühl der Kälte erträglich. Die Kälteeinwirkung führt zur Freisetzung von Endorphinen in das Blut, was die Schwere der Entzündung verringert. Das wiederum führt zur schmerzlindernden Wirkung der Cryotherapie.

Was führt zu der Schmerzlinderung bei der Cryotherapie?

Einige Mechanismen, die bei der Cryotherapie zu der Schmerzlinderung führen:

  • verminderte Nervenübertragung in den Schmerzfasern;
  • Kälte reduziert die Aktivität von Nervenenden;
  • Die Schmerzgrenze wird durch Kälte erhöht;
  • Kälte bewirkt die Freisetzung von Endorphinen;
  • das Kältegefühl überwiegt den Schmerz.

Welche Gegenanzeigen gibt es für die Kältetherapie?

  • Erkrankungen peripherer Gefäße und Blut
  • individuelle Unverträglichkeit des Verfahrens
  • akute Zustände, Verschlimmerung chronischer Krankheiten
  • Kinder unter fünf Jahren
  • Geisteskrankheit
  • gesteigerte Hautempfindlichkeit

 

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