Juckreiz bei Hauterkrankungen

Was tun bei Juckreiz?

Der Juckreiz plagt bei bestimmten Hauterkrankungen, insbesondere bei der Neurodermitis, oft weniger bei der Schuppenflechte (Psoriasis). Ein einfaches, aber wirkungsvolles Hausmittel sind feuchte Umschläge. Sie stillen Juckreiz und dämpfen Entzündungen. Allein die Kühlung durch die Verdunstung lindert schon. Ein- bis zweimal am Tag sollten sie angewandt werden für jeweils eine viertel bis eine ganze Stunde.

Die feuchten Umschläge wirken noch intensiver, wenn man dem Wasser Wirkstoffe gegen Juckreiz hinzufügt, wie sie auch in Salben und Cremes genutzt werden. Die wichtigsten Mittel gegen Juckreiz sind Gerbstoffe, Farbstoffe und örtliche Betäubungsmittel.

Gerbstoffe gegen juckende Hauterkrankungen

Sie gerben die oberste Eiweißschicht der Haut: dazu verändern und stabilisieren sie die Eiweißstruktur. Nach längerem Gebrauch bekommt man regelrecht ein dickeres Fell, denn die oberste Hautschicht, die Hornschicht, schilfert langsamer ab und wird dadurch dicker. So ist die Haut nicht nur unempfindlicher gegen Juck- und andere Reizungen, sondern wird auch besser gegen Austrocknung und Sonnenstrahlung geschützt und insgesamt robuster.

Früher hat man Gerbstoff aus Eichenrinde gewonnen. Allerdings färbt Eichenrindenextrakt die Haut bräunlich. Zwar werden weiterhin Eichenrindenbäder angeboten, doch mittlerweile gibt es neue Gerbstoffe ohne diese Nebenwirkung des Färbens. Am besten wirken Gerbstoffe in Form von feuchten Umschlägen. Sie können aber auch als Lotion oder als Creme auf die Haut aufgetragen werden. Gerbstoffe kann man problemlos regelmäßig nutzen.

Kühlende Mittel bei Hauterkrankungen

Menthol kühlt nicht nur, sondern lindert auch den Juckreiz. Es ist der Hauptbestandteil des Pfefferminzöls, bekannt durch Tee und Bonbons. Es reduziert die Sensibilität der Hautnerven und fördert ein wenig die Durchblutung. Zu konzentriert angewandt oder auf Wunden aufgetragen kann es allerdings die Haut reizen. Deshalb gehört Menthol nur auf weitgehend intakte Haut. Kampher, aus dem Kampherbaum gewonnen, wirkt ähnlich wie Menthol.

Örtlich betäubende Wirkstoffe gegen Juckreiz bei Hauterkrankungen

In schweren Fällen, wenn der Juckreiz unerträglich wird und ihm mit feuchten Umschlägen nicht mehr beizukommen ist, bieten sich örtlich wirkende Betäubungsmittel an: Sie wirken sofort und kräftig. Es eignet sich besonders auf empfindlicher, leicht durchlässiger Haut. Dort wirkt es ausgeprägt schmerzstillend. Und weil Juckreiz die Vorstufe zum Schmerz ist, auch juckreizstillend. Die Wirkung dauert rund vier Stunden an.

Medikamente für schwere Juckreizfälle

Juckreiz kann man auch von innen her angehen, doch diese schweren Geschütze bleiben allenfalls Notfällen vorbehalten: Sehr wirksam sind Antihistaminika, also Substanzen, die das körpereigene Entzündungshormon dämpfen. Anders als bei vielen Wirkstoffen, die auf die Haut aufgetragen werden, setzt die Wirkung von Antihistaminika nicht sofort ein. Es kann daher vorbeugend genommen werden, sobald erfahrungsgemäß eine massive Juckreizattacke bevorsteht.

Die schärfste Waffe gegen den Juckreiz ist das Kortison. Doch es ist zugleich eines der schwierigen Medikamente – wirksam aber mit vielen Risiken. Ohne ärztlichen Rat sollte es nicht eingesetzt werden.

 

Autor

Dr. med. Johannes Müller

 

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