Plakat mit Informationen zum Innovators Summit Digital Health 2017

Innovators Summit Digital Health 2017

Der „Innovators Summit – Digital Health“ geht 2017 in die zweite Runde. Themen sind unter anderem künstliche Intelligenz und das Verknüpfen von Daten aus allen Bereichen des Gesundheitswesens, um neue Möglichkeiten für Forschung, Diagnose, Prävention und Therapie zu schaffen. Der Kongress wird am 22. November 2017 von der Technology Review (Verlag Heinz Heise) im Quadriga Forum in Berlin veranstaltet. Es kommen Vertreter aus der Gesundheitsbranche, Wirtschaft, Forschung, IT und Politik zusammen.

Das erwartet Sie:

  • Moderation durch die komplette Veranstaltung
  • Referenten aus der Gesundheitsbranche
  • Workshops, in denen gemeinsam nachgedacht und intensiv miteinander gearbeitet wird
  • Dokumentation aller Ergebnisse
  • intensiver Gedankenaustausch
  • Networking
Einer der Referenten vor Ort ist Prof. Dr. Jochen A. Werner. Er ist Ärztlicher Direktor und Vorstandvorsitzender des Universitätsklinikums Essen und wird über „Smart Hospital: Der Weg von der Vision zur Wirklichkeit“ sprechen.
Das Klinikum in Essen ist ein Vorreiter in der Digitalisierung und der Umbau zum Smart Hospital ist in vollem Gange. Im Interview mit der Stiftung Gesundheit erklärt Prof. Dr. Jochen A. Werner, was das bedeutet:

Im Gespräch mit Prof. Dr. Jochen Werner


Treffen Sie Prof. Dr. Jochen Werner auf dem „Innnovators Summit Digital Health“ am Mittwoch, 22. November in Berlin.

Zum vollständigen Programm und zur Anmeldung auf heise-events.de.

Der Begriff „smart“ wird derzeit ja etwas überstrapaziert. Was bedeutet er bei Ihnen?

Mit Smart Hospital meine ich das vernetzte, digital gelenkte, „intelligente“ Krankenhaus, in dem die Handlungen, Befunde und Maßnahmen des medizinischen Personals ebenso in eine elektronische Krankenakte einfließen, wie die über medizinische Geräte generierten Daten. Hinzu kommen ein digital unterstütztes Call Center und die Anbindung eines sektorenübergreifenden Telemedizinnetzes. Das Smart Hospital Essen wird zudem einen App Store, ein Robot-Center, eine Abteilung für 3-D-Druck und ein Data Warehouse umfassen. Eine ganz besondere Rolle wird kognitiven Computersystemen zukommen, mit verbreiteter Anwendung von Künstlicher Intelligenz zunächst zur Erleichterung von sich wiederholenden Vorgängen und ebenso im Kontext von Musteranalysen diagnostischer Fächer.

Porträtforo von Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandvorsitzender des Universitätsklinikums Essen.  (Foto: www.andrezelck.com)
Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandvorsitzender des Universitätsklinikums Essen. (Foto: www.andrezelck.com)

Können Sie konkreter werden?

Ein hervorragendes Beispiel ist die radiologische Diagnostik. Künstliche Intelligenz und erfahrene Radiologen bieten im Zusammenwirken die aktuell höchste diagnostische Qualität. Es zeichnet sich ab, dass zuerst ein Computer die radiologischen Aufnahmen beurteilt und erst dann ein Radiologe zur endgültigen Befunderstellung darauf schaut. In fünf, spätestens zehn Jahren wird es soweit sein. Michael Forsting, Direktor unserer Radiologischen Universitätsklinik, treibt das gerade mit seinem Team maßgeblich voran.

Und die Patienten sollen sich darüber freuen?

Wir haben heute schon erste Beispiele dafür, die zeigen, dass die neuen Technologien nicht zwangsläufig dem Patienten das Gefühl geben, von Robotern abgefertigt zu werden. In der Chirurgie sind bereits Roboterassistenzsysteme im Einsatz, insbesondere bei der Behandlung des Prostatakarzinoms. In Deutschland wurde im Jahr 2015 jeder zweite Patient, dem krebsbedingt die Prostata entfernt wurde, mit dem da Vinci Robotik-System operiert. In den USA liegt die Quote seit 2014 bei über 90 Prozent. Schritt für Schritt dürften die Anwendungsgebiete in der roboterassistierten Chirurgie ausgeweitet werden. Bald wird es intelligente Robotersysteme geben, die bestimmte Operationsschritte eigenständig vollziehen können.
Wir gehen davon aus, dass die neuen Technologien das medizinische Personal bestmöglich von administrativen Tätigkeiten befreien und es endlich wieder mehr Zeit hat, sich den Patienten zuzuwenden. Hinzu kommen wesentlich bessere Prozessabläufe, die dem Patienten Erleichterungen bringen, etwa durch kürzere Wartezeiten oder verbesserte Planbarkeit. Zudem wird der Einsatz der Künstlichen Intelligenz in all den mustererkennenden Fächern die Diagnostik optimieren und beschleunigen. Die Patienten können rascher der passenden Therapie zugeführt werden, die dann wiederum von einer intensivierten Zuwendung des medizinischen Personals begleitet wird.

von Kerstin Wittemeier

Rückblick und Eindrücke vom Summit 2016:

Hier findet der „Innovators Summit – Digital Health“ statt: