Infektiologie

Was ist die Infektiologie?

Die Infektiologie (engl. infectiology) ist eine zusätzliche Weiterbildung für Ärzte und umfasst die Epidemiologie (Untersuchung der Häufigkeit, der Übertragungswege und der Risikofaktoren) von Infektionskrankheiten. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit der Untersuchung der Symptome und der Entwicklung von Infektionen, diagnostischen Methoden, Behandlungsmethoden (z. B. Antibiotika) und Prävention (z. B. Impfung) sowie Hygiene.

Ein Spezialist für Infektionskrankheiten befasst sich mit Patienten, die beispielsweise an Virus-, Bakterien- und Pilzinfektionen leiden. Er befasst sich auch mit Neuinfektionen bei Personen mit Immunschwäche (Organtransplantation, Krebspatienten) oder anderen vorhanden Infektionen, die durch multiresistente Bakterien, HIV oder kürzlich aufgetretene Grippeerkrankungen verursacht wurden.

Was sind Infektionskrankheiten?

Menschliche Infektionskrankheiten sind eine große Gruppe von Pathologien, die durch bestimmte Krankheitserreger verursacht werden. Merkmale von Infektionskrankheiten sind ihre Ansteckungsfähigkeit, die Fähigkeit, sich schnell zu verbreiten, was zu Epidemien und zyklischen Verläufen führt. Abhängig von der Erkrankung können diese Merkmale unterschiedliche Schweregrade aufweisen.

Welche Arten von Infektionskrankheiten untersucht die Infektiologie?

Die am weitesten verbreitete Klassifikation, nach der die Arten von Infektionen unterschieden werden, umfasst:

  • äußere Infektionskrankheiten,
  • Darminfektionskrankheiten,
  • Blutinfektionskrankheiten,
  • Atemwegeinfektionskrankheiten,
  • Infektionen mit verschiedenen Übertragungsmechanismen.

Je nach Erregertyp können Infektionskrankheiten auch in folgende Gruppen eingeteilt werden:

  • virale Infektionskrankheiten,
  • Pilzinfektionskrankheiten,
  • Bakterielle Infektionskrankheiten,
  • Prion (verursacht durch spezielle Proteine ​​- Prionen),
  • Protozoen (Toxoplasmose),
  • Quarantänekrankheiten: Krankheitsverlauf zeichnet sich durch eine kurze Inkubationszeit, schnelle Ausbreitung, schweren Verlauf und eine Vielzahl von Todesfällen aus. Zu diesen Krankheiten gehören Gelbfieber, bestimmte Arten von Grippe, Pocken, Pest, Ebola und Cholera.

Diagnostik in der Infektiologie

Die Diagnose basiert auf klinischen, instrumentellen und Laboranalysen. Zunächst führt der Arzt eine Befragung und Untersuchung des Patienten durch, um die für eine Infektionskrankheit charakteristischen Symptome zu identifizieren und eine vorläufige Diagnose zu stellen. Zur Bestätigung seines Verdachts kann der Spezialist folgende diagnostische Untersuchungen verordnen:

  • bakteriologische Untersuchungsmethoden,
  • parasitologische Untersuchungsmethoden,
  • virologische Untersuchungsmethoden,
  • Analyse der biologischen Flüssigkeiten: Blut, Urin, Auswurf und ähnliches.

Behandlung

Die Therapie von Infektionskrankheiten umfasst häufig die folgenden Gruppen von Arzneimitteln:

  • Antibiotika,
  • Immunglobuline, Gammaglobuline,
  • Bakteriophagen (Einsatz von Viren im Kampf gegen bakterielle Infektionskrankheiten),
  • Blutprodukte,
  • Impfstoffe,
  • Interferone (Einsatz von Eiweißen im Kampf gegen Virusinfektionen).

Prävention von Infektionskrankheiten

Um Infektionskrankheiten vorzubeugen, deren Ausbreitung einzuschränken und sie zu beseitigen, erfolgt die Immunisierung durch vorbeugende Impfungen. Diese Art der Prävention von Infektionskrankheiten steht in direktem Zusammenhang mit der Entstehung einer Immunität im menschlichen Körper gegen eine bestimmte Infektion durch Immunisierung und wird als spezifische Immunisierung von Infektionskrankheiten bezeichnet. Es gibt zwei Haupttypen:

  • Aktive Immunisierung: Nachdem der Impfstoff in den menschlichen Körper eingebracht wurde, werden spezifische Antikörper gebildet, die selbst während der Infektion die Entwicklung einer Infektionskrankheit verhindern. Derzeit wird eine aktive Immunisierung gegen folgende Infektionskrankheiten durchgeführt: Keuchhusten, Diphtherie, Virushepatitis B, Poliomyelitis, Masern, Röteln, Epidparotitis („Mumps“), Tuberkulose.
  • Passive Immunisierung: für eine bestimmte Infektion werden fertige Antikörper in den Körper eingebracht.

Alle vorbeugenden Maßnahmen zielen darauf ab, folgende Ziele zu erreichen:

  • die Zerstörung des Erregers;
  • die Ausbreitung von Infektionen verhindern;
  • Stärkung der Immunabwehr des Patienten.

 

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