Hypophyseninsuffizienz

Was bedeutet Hypophyseninsuffizienz?

Hypophyseninsuffizienz entspricht einem Defizit in der Produktion eines oder mehrerer Hormone, die die Hypophyse (vordere Hirnanhangsdrüse) ausschüttet. Wenn der vordere Teil der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenvorderteil) beispielsweise durch einen Tumor oder eine Nekrose (z.B. als Folge einer Neurochirurgie oder Strahlentherapie ) zerstört ist, ist die daraus resultierende hormonelle Insuffizienz massiv. Die Drüse kann kein Hypophysenvorderlappenhormon mehr produzieren. Die Behandlung von Erwachsenen muss über eine lebenslange äußere Zufuhr erfolgen.

Hypophyseninsuffizienz: Welche Hormone sind betroffen?

Die empfindlichsten Hormone sind, in absteigender Reihenfolge, die Gonadostimuline FSH-LH, ACTH, GH (Wachstumshormon) und TSH. Auch das Hormon Prolaktin produziert die vordere Hirnanhangsdrüse.

Die drei peripheren Drüsen, die normalerweise durch die vordere Hirnanhangsdrüse stimuliert werden, ruhen:

  • Schilddrüse: mit der Folge einer Schilddrüsenunterfunktion;
  • Nebennierenrinde: in der Folge Nebenniereninsuffizienz;
  • Die Keimdrüsen: Gonadeninsuffizienz (Amenorrhoe – also der Menstruationsverlust – bei Frauen, Impotenz bei Männern).

Bei einem Hypophysentumor kommt es zu einer Kompression des Sehnervenkopfes mit den Anzeichen Kopfschmerzen, erhöhter Hirndruck (intrakranielle Hypertonie), Sehstörungen. Ein Mangel an Wachstumshormonen verursacht Zwergwuchs bei Kindern.

Symptome der Hypophyseninsuffizienz

Anzeichen, die den Patienten zur Konsultation eines Facharztes (Endokrinologen) veranlassen, sind hauptsächlich:

  • Schwäche,
  • psychomotorische Entwicklungsstörungen,
  • sexuelle Störungen (Amenorrhoe, Impotenz).

Der Patient kann auch unter Beschwerden während der Anstrengung leiden. Diese Störungen spiegeln niedrigen Blutdruck und Hypoglykämie wider. Hypothermie (niedrige Rektaltemperatur) ist ebenso häufig wie Obstipation (Verstopfung).

Tumore der Hirnanhangsdrüse sind für die Zerstörung von endokrinem Gewebe und damit für die Hypophyseninsuffizienz verantwortlich. Sie ist in der Regel mit Anzeichen von Hirnkompression und visuellen Zeichen assoziiert. Bei Kindern gehören zu den Symptomen Kopfschmerzen, Wachstumsstörungen oder eine verminderte Sehschärfe.

Behandlung der Hypophyseninsuffizienz

Bei Kindern behandeln Endokrinologen mit synthetischem Wachstumshormon. Die Behandlung von Erwachsenen ist ein lebenslanger Ersatz. Der Patient muss die Hormone aufnehmen, die er nicht absondern kann, weil die Hypophyse nicht in der Lage ist, ihre Drüsen zu stimulieren:

Die Nebenniereninsuffizienz behandeln Mediziner mit Hydrocortison. Die Schilddrüseninsuffizienz sowie Gonadeninsuffizienz mit entsprechenden Hormonersatzpräparaten. Die chirurgische Behandlung oder Strahlentherapie ist manchmal komplementär.

 

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