Hippotherapie (Therapeutisches Reiten)

Was ist Hippotherapie?

Hippotherapie ist eine Tiertherapie, bei der der Unterricht von einem Therapeuten oder einem speziell ausgebildeten therapeutischen Reitlehrer durchgeführt wird. Hippotherapie umfassen Reitstunden zur unterstützenden Behandlung bei psychischen Erkrankungen oder körperlichen Behinderungen.

Diese Form der Therapie zielt auf die physische Rehabilitation ab, bei der speziell ausgewählte Übungen bestimmte Muskeln trainieren, und zugleich auf die psychologische Rehabilitation, wodurch die psycho-emotionale Verfassung gestärkt wird.

Welche Arten der Hippotherapie gibt es?

Folgende Varianten dieser Methode sind anwendbar:

  • Behandlung durch Pferdebewegung: Der Patient sitzt auf einem Pferd, dann beginnt das Pferd damit, langsam zu gehen.
  • Therapeutisches Reiten (ohne Sattel): Durchführen von körperlichen Bewegungen, während der Patient auf dem Rücken eines Tieres sitzen. In diesem Fall kann das Pferd an Ort und Stelle bleiben und sich bewegen.
  • Durchführen von Übungen auf einem Pferd zur Entwicklung der motorischen Fähigkeiten.
  • Psycho- und therapeutisch-pädagogische Kommunikation wird bei Verhaltensstörungen von Kindern und für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten bei ihnen verwendet.

In welchen Fällen wird therapeutisches Reiten eingesetzt?

Die Hippotherapie wird bei folgenden Krankheiten und gesundheitsschädlichen Erscheinungsformen empfohlen:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates infolge von Störungen des Zentralnervensystems (hauptsächlich Zerebralparese), Polio (Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem betrifft) infolge von Verletzungen, Haltungsstörungen (Skoliose);
  • verschiedene Formen der geistigen Behinderung infolge organischer und genetischer Krankheiten;
  • Störungen der psycho-emotionalen Verfassung (Autismus, Neurose, Schizophrenie);
  • Kopfverletzungen;
  • postoperative Rehabilitation;
  • Rehabilitation nach Herzinfarkt;
  • in der Arbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen: erhöhte Aggressivität, anhaltende Depression.

Welche Effekte lassen sich bei dieser Form der Tiertherapie beobachten?

Während der Behandlung sollte der Patient auch auf das Tier aufpassen. Die Kommunikation mit Tieren hilft Menschen, Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln, was zur einfacheren Integration in die Gesellschaft beiträgt. Erfolg beim Reiten stärkt die Persönlichkeit: Sensibilität für Pferdebewegungen schult die Reaktion. Die Fähigkeit, ein Pferd zu kontrollieren, gibt die Fähigkeit, die Situation und die Auswirkungen darauf zu beurteilen. Vertrauen in ein Pferd erstreckt sich auf das Vertrauen in Menschen, mit denen eine kranke Person interagiert.

Bei Patienten mit psychischen Störungen oder geistigen Entwicklungsstörungen entwickelt sich eine Kommunikationsfähigkeit, das Angstgefühl nimmt ab, der Patient lernt Selbständigkeit, beginnt an sich zu glauben.

Bei Autismus helfen Pferde dabei, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Pferdepflege vermittelt Verantwortungsbewusstsein und entwickelt Unabhängigkeit. Über das Pferd kann ein Kontakt zum Patienten erfolgen – ein positiver weitere Effekt.

Wann muss auf die Hippotherapie verzichtet werden?

Es gibt jedoch Fälle, in denen Hippotherapie nicht empfohlen wird:

 

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