Neurodermitis: Hautveränderungen

Welche Hautveränderungen bei Neurodermitis gibt es?

Neben typischen Symptomen wie Ekzemen und Juckreiz gibt es noch ein Arsenal von Hautveränderungen, die auf die Neigung zur Neurodermitis hinweisen können. Zu den häufigsten Hautveränderungen bei Neurodermitis zählt die trockene Haut.

Nicht selten ist diese dann sogar so trocken, dass einzelne Stellen aufbrechen wie ein ausgetrocknetes Flussbett. Dann sieht die Haut schuppig aus, vielleicht sogar etwas schmutzig-bräunlich, was zu dem Begriff der Fischschuppenkrankheit (griechisch „Ichthyosis“) geführt hat.

Charakteristische Hautveränderungen bei Neurodermitis

Durch die Trockenheit der Haut bilden sich auch vermehrt Fältchen, die aber nichts mit dem Alter zu tun haben. An den Ohrläppchen entstehen unangenehme Einrisse, ebenso an der Unterlippe. Typisch ist hier ein senkrechter Riss in der Mitte der Unterlippe.

Ebenfalls charakteristisch sind kleine, sehr hartnäckige Einrisse in den Mundwinkeln („Faulecke“). Bisweilen sind die Lippen sogar ganz entzündet. Entzündungen entstehen auch an anderen sensiblen oder beanspruchten Stellen wie Brustwarzen, Fingerkuppen oder im Winter an den Füßen. Und: Ein Charakteristikum bei Neigung zur Neurodermitis sind die doppelten Unterlidfalten: Das Unterlid ist dabei von einer zusätzlichen parallelen Falte begrenzt.

Apropos Augen: Bei Neurodermitikern sind die dunklen Ringe nicht unbedingt Zeichen einer durchzechten Nacht; vielmehr verstärken sie sich mit dem augenblicklichen Zustand der Ekzembereitschaft. Zu den dunklen Ringen gesellt sich oft noch eine unnatürliche Blässe im Gesicht, vor allem um den Mund herum.

Begleiterscheinungen des Juckreizes

Die ungeliebte Begleitung der Neurodermitis, der Juckreiz, ist auch die Ursache für ausgedünnte oder fehlende äußere Augenbrauen: Durch unbewusstes Scheuern werden die feinen Haare abgerieben. Bei längerer Dauer leidet die Haarwurzel Schaden, sodass das Haar dort auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Es verändern sich auch die Fingernägel: Durch fortwährendes Scheuern werden die Nägel glatt und blank, die sogenannten Glanznägel entstehen.

An den Handflächen und Fingern bilden sich scheinbar ohne Anlass Bläschen, die stark jucken, schließlich aufplatzen und beim Abheilen eine etwa linsengroße, runde Schuppung (Schuppenkrause) hinterlassen. Schuppenkrausen sehen etwa aus wie die Halskrause eines mittelalterlichen Ratsherrn, nur viel kleiner. Manchmal bleiben die Bläschen so klein, dass man sie gar nicht bemerkt, sondern erst die Schuppenkrausen wahrnimmt.

Weitere Hautveränderungen bei Neurodermitis

Ein merkwürdigen Anzeichen der Neurodermitis ist die verkehrte Reaktion der Haut auf Reize: Normalerweise färbt sich die Haut rot, wenn man sich an einer Stelle kratzt. Nicht so bei vielen Neurodermitikern: hier wird die Haut in der Kratzspur weiß. „Weiße Hautschrift“ nennt man dieses Phänomen, das jedoch nicht bei allen auftritt, die an Neurodermitis leiden.

Insbesondere bei Neurodermitis tritt außerdem eine Allergie gegen Nickel auf, ein unedles Metall, das in vielen gebräuchlichen Metallgegenständen vorkommt. Ekzeme entstehen dann unter dem Verschluss der Armbanduhr, unter dem Fingerring, an den Ohrläppchen, wegen des Modeschmucks und nicht zuletzt unterhalb des Bauchnabels, wo der Jeansknopf mit der Haut in Kontakt kommt.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Dermatologie: Kosmetisch-ästhetische Dermatologie
Dermatologie: Operative Dermatologie
Haut
Hauterkrankungen
Krankheitssignale der Haut