Hautpflege bei Schuppenflechte

Die Grundlagen

Ganz besondere Bedeutung für die Vorbeugung der Psoriasis (Schuppenflechte) hat, das liegt auf der Hand, der pflegliche Umgang mit der eigenen Haut. Es braucht nur ein wenig „gewusst wie“, um der kostbaren eigenen Haut Gutes zu tun. Für die Pflege bietet die Industrie ungezählte, verschiedene Produkte an. Jedoch basieren sie alle auf denselben Grundlagen. Das überrascht auch nicht, schließlich benötigt man für die passende Pflege gar nicht so viele unterschiedliche Töpfchen und Tiegelchen.

Hautpflege bei Schuppenflechte: Cremes

Cremes sind die wohl wichtigsten Bausteine einer Pflegekosmetik. Sie ist eine Öl-in-Wasser-Emulsion, also ultrafeine Fetttröpfchen in Wasser. Eine gute Pflegecreme enthält höchstens 30 bis 35 % Fett. Eine Creme wirkt durch den höheren Wassergehalt kühlend, glättend und mattierend auf die Haut. Sie dient häufig als Tagescreme oder Grundlage für das Make-up, weil sie keinen Fettglanz auf der Oberfläche erzeugt. Cremes eigenen sich besonders zur Pflege der normalen oder fetten Haut, da der hohe Wasseranteil einer Überfettung vorbeugt. Bei Psoriasisneigung ist solch eine Creme als Grundlage zum Anrühren mit den speziellen Wirkstoffen die erste Wahl, wenn die Haut nicht zu trocken ist.

Pflege bei Psoriasis: Lotionen

Lotionen sind, wie Cremes, Öl-in-Wasser-Emulsionen. Allerdings enthalten sie einen viel höheren Wasseranteil, nämlich bis zu 95 %. Zur Hautpflege eignen sich einfache Lotionen, insbesondere wenn man sich parallel zur Psoriasistendenz mit eher fettiger Haut plagt.

Hautpflege bei Schuppenflechte: Salbe

Chemisch gesehen ist Salbe eine Wasser-in-Öl-Emulsion, wobei der Wasseranteil stark variieren kann. Weil sie wesentlich fetthaltiger sind, taugen Salben vor allem zur Pflege trockener Haut. Fettsalben mit extrem hohem Fettgehalt eignen sich entsprechend zur Pflege der sehr trockenen Haut. All das, was im Gewand von Nachtcremes und Nährcremes daherkommt, ist bei Licht besehen eine Salbe.

Zusatz- und Wirkstoffe in Produkten zur Hautpflege bei Schuppenflechte

Diese Grundlagen allein, seien es Cremes, Lotionen und Salben, machen noch keine raffinierte Kosmetik. Sie wollen noch durch Zusatzstoffe verfeinert und angepasst sein. Doch auch die Zahl der Zusätze bleibt durchaus überschaubar.

Ätherische Öle

Die wohltuende Wirkung ätherischer Öle war schon im Altertum bekannt und geschätzt. In der Kosmetik werden sie nicht allein wegen des Wohlgeruchs eingesetzt, sondern auch wegen spezieller Wirkungen:

  • Menthol und Pfefferminze kühlen die Haut,
  • Kamille und Ringelblume wirken entzündungshemmend und heilungsfördernd. Allerdings nehmen offenbar allergische Reaktionen auf diese beiden Korbblütler zu, möglicherweise weil sie mittlerweile weitverbreitet und vielgenutzt sind.

Die Palette der Wirkstoffe in kosmetischen Produkten umfasst noch viele weitere Substanzen und Gemische. Viele nützen nicht erkennbar, bergen aber immer die Gefahr von Allergien.

Vitamine A und E

Rund 13 Vitamine kennt man heutzutage: Ein Vitamin ist, so die Definition, eine lebensnotwendige Substanz, die Stoffwechselprozesse in Gang hält. Einige dieser Vitamine werden in kosmetischen Produkten eingesetzt.

Vitamin A findet sich in seiner Vorform (Provitamin A oder auch Karotin) in Karotten, Tomaten, Salat und Spinat. Als fettlösliches Vitamin kann es die Haut in geringen Mengen aufnehmen.

Hefe, Getreidekeimlinge, Sojabohnen und Keimöle enthalten Vitamin E. Es verhindert oder verzögert nachweislich die Oxydation von Fetten. Das Vitamin übernimmt in Kosmetika also auch die Funktion eines Konservierungsmittels. Es absorbiert einige chemisch aggressive Substanzen, die sogenannten freien Radikale. Alles weitere sind Legenden. Es soll beispielsweise die Hautalterung verzögern. Zum gleichen Zweck soll Vitamin E außerdem die Zellneubildung anregen und die Durchblutung fördern, die Umwandlung von löslichem in festes Kollagen verhindern und noch mehr: Es soll tatsächlich Altersveränderungen der Haut rückgängig machen! Ob Sie Psoriatiker sind oder nicht: Vorsicht vor solchen Versprechen!

B-Vitamine

Zu den Vitaminen der Gruppe B gehört das D-Panthenol, ein wasserklarer, gallertartiger Stoff. Er findet sich in Weizenkeimlingen, Eiern, Gemüse und Hefe – und im menschlichen Körper in allen Zellen, die sich intensiv teilen. Dieses D-Panthenol wird zum Beispiel Medikamenten hinzugefügt, die die Wundheilung beschleunigen sollen.

In geringem Maße kann Panthenol in der Tat das Zellwachstum beschleunigen. Außerdem hilft es, Feuchtigkeit in der Haut zu halten, was all denen natürlich nützt, deren Haut zur Trockenheit neigt.

Eiweiße in Produkten zur Hautpflege bei Schuppenflechte

Kleopatra soll, so die Legende, in Eselsmilch gebadet haben. Die Idee, Eiweiße (Proteine) zur Hautpflege zu nutzen, ist also nicht neu. Eiweißbestandteile können durchaus die Haut für einige Stunden ein wenig glätten, indem sie deren Wasserfilm stabilisieren. Doch entgegen der Versprechen so mancher Reklame lässt sich die Haut leider nicht durch Eiweiße von außen regenerieren, denn die körperfremden Proteine dringen nicht in die Haut ein.

Kollagen

Das Bindegewebe in der Haut besteht aus dem Eiweiß „Kollagen“. Im Lauf der Jahre verliert es seine Spannkraft, es verhärtet sich allmählich, je weiter dieser Prozess voranschreitet, desto älter erscheint die Haut. Von außen lässt sich kein Kollagen wirksam zuführen, dafür gibt es keinen Mechanismus in der Haut. Das ist auch gut so, denn würde es in die Haut wirklich hineingelangen, dann schlüge das Immunsystem sofort in großem Stil Alarm: von außen zugeführtes Kollagen bleibt schließlich immer körperfremdes Eiweiß, und dagegen wehrt sich der eigene Körper pflichtgemäß. Und körperfremd ist es wahrlich: Das Kollagen in kosmetischen Produkten stammt aus Rinderhaut oder auch Rinderembryonen.

Elastin

Auch Elastin ist, wie etwa Kollagen, ein natürlicher Bestandteil der Haut, zuständig unter anderem für die Elastizität. Auch Elastin kann nicht von außen in die Haut eindringen und ist so als Bestandteil von Kosmetika bestenfalls wertlos.

 

Autor

Dr. med. Johannes Müller

 

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