Hanf: Krebs- und Aidstherapie

Wie kann Hanf in der Krebs- und Aidstherapie helfen?

Der Einsatz von Hanf in der Krebs- und Aidstherapie kann begleitend durchaus sinnvoll sein. Auch Cannabisdrogen (ähnliche Begriffe: Marihuana, Hanf, Cannabis, Haschisch) können Aids und Krebs nicht heilen. Wohl aber vermögen sie, zum Beispiel, die überaus belastenden Nebenwirkungen der Chemotherapie zu lindern.

Bei dieser Behandlungsform leiden viele Patienten unter Übelkeit und Erbrechen. Die marktüblichen Antibrechmittel sprechen bei vielen Patienten nicht an. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass eine eigentlich erfolgversprechende Therapie abgebrochen werden muss.

Haschisch und Marihuana als Antibrechmittel in der Therapie von Krebs

Inzwischen konnte nachgewiesen werden, dass drei Viertel aller Patienten, denen mit konventionellen Medikamenten nicht geholfen werden konnte, durch das Rauchen von Marihuana-Zigaretten von Nebenwirkungen der Chemotherapie verschont blieben.

Bezeichnend für den Stand der Forschung auf diesem Gebiet ist die Art, wie man zu den Erkenntnissen gelangte: Es waren weder Industrie-Labore noch große Kliniken, die die positive Wirkung des Hanfkrauts erkannten, sondern die Patienten selbst: In den siebziger Jahren stellten junge Krebspatienten fest, dass bei der Chemotherapie Übelkeit und Brechreiz nicht auftraten, wenn sie Marihuana rauchten.

THC – der Drogenstoff in Hanf

Die zahlreichste Gruppe der Inhaltsstoffe bilden die Cannabinoide, von denen mehr als 60 unterschiedliche Arten im Hanf vorkommen. Die meisten davon haben keine bzw. nur eine sehr geringe berauschende Wirkung.

Der eigentliche „Highmacher“ im Haschisch und Marihuana ist das Tetrahydrocannabinol (THC) – ein Stoff, der in der Natur ausschließlich in der Hanfpflanze vorkommt. Die THC-Menge variiert je nach Sorte: Faserhanf enthält so wenig, dass das Rauchen von „Faserhanf-Joints“ keinen Rausch verursachen kann.

Diskussion um THC-haltige Medikamente im Kampf gegen Krebs

In Deutschland debattiert man gegenwärtig, ob THC-haltige Medikamente in der Krebstherapie zugelassen werden sollen.

In Tablettenform jedoch würde der Wirkstoff THC vielen Patienten nicht helfen. Der Vorteil von Marihuana, im Vergleich zu Präparaten in Tablettenform, liegt gerade darin, dass es geraucht werden kann. Viele Patienten, die an Brechreiz leiden, sind nämlich nicht mehr in der Lage, eine Tablette im Körper zu halten. Bei der Aufnahme über die Lunge kann sich die Wirkung aber auch dann entfalten, wenn der Patient zunächst weiter erbrechen muss.

Rauchen für den Appetit

Als erwünschten Nebeneffekt steigert der Marihuanakonsum zudem den Appetit. Patienten, die an einer schweren Krebs- oder Aidserkrankung leiden, magern in der Regel stark ab. Guter Appetit steigert da die körperliche Widerstandskraft.

 

Autoren
Rasso Knoller und Dr. med. Bernd Mai

 

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