Hämorrhagisches Fieber

Was ist hämorrhagisches Fieber?

Virales hämorrhagisches Fieber ist eine Krankheit, die bei jedem Menschen auftreten kann, unabhängig von Alter, Nationalität und Ort. Es handelt sich um eine Gruppe von Viruserkrankungen, die gemeinsame klinische Merkmale wie erhöhte Kapillarpermeabilität oder Leukopenie (Mangel an Leukozyten) aufweisen können.

Gründe für diese Viruserkrankung

Verschiedene Gruppen von Viren verursachen hämorrhagisches Fieber: Arenavirus, Filovirus, Bunyavirus, Togavirus und Flavivirus. Das Überleben oder nicht dieser Viren hängt von einem Tier und/oder Insekt ab, die als Wirt und Vektor fungieren und die ihr natürliches Reservoir bilden. Bei Menschen funktionieren sie nicht als solche, sondern werden durch Kontakt mit infizierten Wirten verbreitet.

Die Viren, die viele der hämorrhagischen Fieber auslösen, sind auf dem afrikanischen Kontinent sehr präsent.

Welche Symptome zeigen sich beim hämorrhagischen Fieber?

Obwohl die Symptome für jedes Virus spezifisch sind, sind die ersten Anzeichen Fieber, Hautausschlag, Körperschmerzen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Schwerkranke Patienten können Anzeichen von Schock, Blutungen und Blutgefäßanomalien in wichtigen Organen wie Leber, Lunge, Nervensystem und gelegentlich den Nieren zeigen.

Symptome treten in der Regel innerhalb von Tagen auf, können aber auch erst einige Wochen nach der Infektion auftreten.

Hämorrhagisches Fieber: Prävention

Unter den vorbeugenden Maßnahmen ist die wichtigste, keinen Kontakt mit Menschen zu halten, bei denen Ärzte die Krankheit diagnostiziert haben. Plant man in Gebiete zu reisen, in denen viele Fälle auftreten, sollte man notwendige Impfungen vor Reiseantritt erhalten.

Der einzige lizenzierte und zugelassene Impfstoff ist der gegen Gelbfieber. Er muss jedoch vor der Exposition gegenüber dem Virus eingenommen werden.

Arten von hämorrhagischem Fieber: Lassa-, Rift-Valley- und Krim-Kongo-Fieber

Bei der Unterscheidung zwischen den Viren, die hämorrhagisches Fieber verursachen (Arenavirus, Filovirus, Bunyavirus, Togavirus und Flavivirus), handelt es sich um einige der heute häufiger auftretenden Krankheiten.

Lassa-Fieber (Arenavirus): Verursacht durch ein Virus, das überall auf dem afrikanischen Kontinent vorkommen kann. Das größte Risiko besteht in der Trockenzeit. Es wird durch den Verzehr oder den Umgang mit infiziertem Nagetierfleisch verbreitet. Einmal infiziert, kann eine Person sie direkt auf andere übertragen. Die Symptome treten zwischen fünf und fünfzehn Tagen nach der Infektion auf und sind: Fieber, allgemeines Unwohlsein, Geschwüre im Mund, Hautveränderungen und Muskelschmerzen.

Rift-Valley-Fieber (Bunyavirus): Es kommt in vielen Gebieten Subsahara-Afrikas vor und befällt Rinder, Schafe, Ziegen und andere Haustiere. Menschen infizieren sich durch den Umgang mit dem Blut oder Gewebe infizierter Tiere oder durch den Stich einer infizierten Mücke. Symptome sind Fieber verbunden mit weit verbreiteten Muskel- und Gelenkschmerzen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeln nur 1 bis 2 Prozent der Erkrankten in der Folge ein Bild von hämorrhagischem Fieber oder Enzephalitis. Eine der wichtigsten Folgen der Erkrankung ist der dauerhafte Verlust eines Teils des Gesichtsfeldes durch die Läsion der Netzhaut.

Hämorrhagisches Krim-Kongo-Fieber (Bunyavirus): Das Virus, das diese Krankheit verursacht, ist überall auf der Welt zu finden, tritt aber in weiten Teilen Afrikas, des Nahen Ostens oder Chinas häufiger auf. Der Biss einer infizierten Zecke oder der Umgang mit Gewebe oder Blut eines infizierten Tieres (Rind, Schaf, Strauß etc.) überträgt das Virus. Die ersten Symptome treten zwischen drei und zwölf Tagen nach der Infektion auf. Sie beginnen schlagartig und bestehen aus Fieber, Muskelschmerzen, Schwindel, Gelenkschmerzen wie Knieschmerzen, Kopfschmerzen und intensiven Augenbeschwerden bei Licht. Es kann zu Blutungen, Bewusstseinsstörungen und kleinen roten Läsionen auf der Haut fortschreiten.

Weitere Arten: Dengue und Ebola

Dengue-Fieber (Flavivirus): Das hämorrhagische Dengue-Fieber tritt bei Kindern oder Erwachsenen auf, die die Krankheit zuvor leicht gehabt haben und sich erneut infizieren. Der Ausbruch ist mit Fieber, Husten, Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verbunden. Es kommt zu einer abrupten Verschlechterung mit Verdauungs- und Nasenbluten, Zahnfleischbluten, verminderter Bewusstseinslage bei Erregung und später Lethargie und roten Hautläsionen. Es kann zum Dengue-Schock-Syndrom fortschreiten, das von höchster Schwere ist.

Ebola (Philovirus): Ebola ist eine schwere Erkrankung, die mit oder ohne Blutungssymptomen ausbricht. Sie ist gekennzeichnet durch die Übertragung von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt mit kranken Menschen, Leichen oder infizierten Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut, Erbrochenem und möglicherweise Schweiß. Die Sterblichkeitsrate liegt bei über 50 Prozent. Klinische Symptome können je nach betroffenem Virussubtyp variieren. Sie beginnen mit dem abrupten Einsetzen von Fieber, meist begleitet von Myalgie (Muskelschmerzen) und Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Brustschmerzen, Husten und Rachenentzündung. Die Erkrankung des Zentralnervensystems äußert sich häufig durch Schläfrigkeit, Delirium und Koma. Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten Gewichtsverlust und Blutungsmanifestationen (z. B. Schleimhautblutungen) auf.

Diagnose der viralen Fiebererkrankungen

Für die Diagnose dieser Art von Krankheit führt der Facharzt eine eingehende Untersuchung durch, wenn der Patient in Risikogebiete gereist ist, in denen diese Viren aktiv sind. Dies macht er insbesondere dann, wenn die Person in den drei Wochen nach der Reise an Fieber gelitten hat. Die dem Patienten nahestehenden Personen werden ebenfalls untersucht, um festzustellen, ob sie an der Krankheit leiden oder infiziert sind.

Die Diagnose selbst wird durch den Nachweis des viralen Genoms mit verschiedenen Techniken wie der Viruskultur oder der Untersuchung der Antikörperrate im Körper gestellt. Um das Vorhandensein dieser Viren festzustellen, kommen Bluttests zum Einsatz. Jedoch können Mikrobiologen die Ergebnisse auch durch die Analyse von Urin oder Rachensekreten erzielen.

Lässt sich hämorrhagisches Fieber heilen?

Es ist keine Behandlung bekannt, die in der Lage ist, das hämorrhagische Fieber       vollständig auszurotten. Daher behandeln Spezialisten Patienten, die an diesen Krankheiten leiden, in der Regel nach den Symptomen. Sie zeigen sich und variieren mitunter erst im Verlauf der Krankheit.

 

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