Hämolytische Anämie

Was ist eine hämolytische Anämie?

Die hämolytische Anämie ist eine Form der Blutarmut (Anämie). Sie ist durch das Vorhandensein von Autoantikörpern gekennzeichnet, die bei Temperaturen zwischen 37 und 40°C aktiviert werden (heiße Autoantikörper) und die roten Blutkörperchen angreifen.

Häufigkeit und Kennzeichen der hämolytischen Blutarmut

Warme Autoantikörper sind für 60-70 % der hämolytischen Anämie verantwortlich, mit einer geschätzten jährlichen Inzidenz von 1:35.000-1:80.000 in Nordamerika und Westeuropa.

Die Krankheit kommt häufiger bei Frauen vor (mit einem Verhältnis von etwa 2:1 bei Erwachsenen). Sie ist durch eine Reihe von Symptomen gekennzeichnet, die auf die Anämie zurückzuführen sind:

  • Müdigkeit,
  • Dyspnoe (Kurzatmigkeit) bei Anstrengung,
  • seltener: Gelbsucht und dunkler Urin bei schwerer Hämolyse.

Bei schwerer Erkrankung können auch Fieber, Brustschmerzen oder Herzinsuffizienz auftreten. Die Hämolyse findet primär in der Milz statt, so dass eine milde Milzvergrößerung relativ häufig vorkommt.

Wie kommt es zur hämolytischen Anämie?

Ungefähr die Hälfte der Fälle von hämolytischer Anämie mit heißen Antikörpern sind primär (idiopathisch), während die andere Hälfte sekundär auf eine Grunderkrankung zurückzuführen ist. Dies ist häufig eine chronische Leukämie oder eine systemische Autoimmunerkrankung wie systemischen Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte).

Welche Methoden kommen in Diagnostik und Therapie zum Einsatz?

Die Diagnose beruht auf dem klinischen und analytischen Nachweis einer hämolytischen Anämie und dem Nachweis von Autoantikörpern durch den direkten Antiglobulintest.

Die häufigste Therapie und der Eckpfeiler der Behandlung sind Kortikosteroide. Wenn diese nicht wirksam sind, kann eine operative Entfernung der Milz in Betracht gezogen werden.

Diese Krankheit ist schwerwiegend, führt aber normalerweise nicht zum Tod. Ausgenommen sind ältere Patienten, die aufgrund der Behandlung ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Manifestationen (bei schwerer Anämie) und schwere Infektionen haben. Die Prognose hängt von der Grunderkrankung ab.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Biochemie
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
Neurologie
Pathologie