Hand, Spritze

Grippe: Schutzimpfung

Wann ist eine Schutzimpfung sinnvoll?

Im Gegensatz zur Erkältung gibt es bei der „echten“ Grippe (Influenza) die Möglichkeit, sich vorbeugend durch eine Schutzimpfung vor der Ansteckung zu schützen. Dabei gelangen abgeschwächte Grippeviren in den Körper, der daraufhin beginnt, spezielle Abwehrmaßnahmen zu entwickeln.

Da die Viren bereits abgeschwächt sind, hat der Körper in der Regel keine Schwierigkeiten, mit den kleinen Plagegeistern fertig zu werden. Greift nach der Schutzimpfung nun ein Grippevirus den Körper an, hat es schlechte Karten: Das Immunsystem ist auf seine Ankunft schon bestens vorbereitet und entledigt sich des ungebetenen Gastes, bevor es zur Infektion kommen kann.

Jedes Jahr neu Impfen lassen

Nun könnte man meinen, nach der Grippeimpfung sei die Infektionsgefahr für immer passé. Das stimmt leider nicht, denn es gibt nicht nur einen Grippevirus, sondern einige hundert verschiedene, die sich dazu noch von Jahr zu Jahr wandeln. Gegen die so „getarnten“ Viren ist der Körper wiederum machtlos, da er gegen die neuen Erreger noch keine Abwehrmaßnahmen entwickelt hat.

Genau aus diesem Grund wird jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt, sobald bekannt ist, wie sich die Viren in diesem Jahr getarnt haben. Um einen dauerhaften Schutz zu erhalten, muss man sich also jedes Jahr wieder neu impfen lassen. Der Impfschutz vom letzten Jahr besteht zwar noch, ist aber gegen die inzwischen veränderten Viren nutzlos.

Für wen ist eine Schutzimpfung gegen Grippe sinnvoll?

Notwendig ist eine Grippe-Schutzimpfung eigentlich nur bei besonders gefährdeten Personen, also bei Personen mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise bei alten oder kranken Menschen. Sinnvoll ist sie außerdem für Personen, die täglich mit einem großen Personenkreis in Berührung kommen, beispielsweise Pflegeberufler, Lehrer oder KindergärtnerInnen. Wer nicht unter die genannten Personenkreise fällt, braucht die Schutzimpfung in der Regel nicht.


Eine Grippe-Schutzimpfung schützt nicht vor Erkältungen, sondern nur vor der echten Grippe (Influenza).


Feinde des Immunsystems

Wer sein Immunsystem auf Vordermann bringen will, darf die Feinde der körpereigenen Abwehr nicht vergessen. Nicht nur Bakterien und Viren, sondern auch eine Reihe von anderen Faktoren können das Immunsystem schwächen und so den Aufwand zur Vorbeugung zunichte machen. Umso besser, dass sich fast alle dieser schädlichen Einflüsse mit einfachen Mitteln ausschalten oder wenigstens einschränken lassen.

Nikotin, Alkohol, Umweltgifte schaden der Abwehr

Nikotin, Abgase und andere Umweltgifte können das Immunsystem nachhaltig schwächen. Sie alle schädigen die Schleimhäute und erleichtern damit Viren und Bakterien das Spiel. Das beste Mittel dagegen ist, ihnen möglichst aus dem Weg zu gehen, indem man Gebiete mit hoher Belastung meidet. Also beispielsweise nicht an einer Hauptverkehrsstraße spaziert. Konsequent bedeutet das natürlich für Raucher: Schluss mit den Zigaretten – dem Immunsystem zuliebe!

Wenn Sie wirklich nicht auf die Glimmstängel verzichten können, sollten Sie zumindest dafür sorgen, dass Ihr Körper einen Ausgleich bekommt: Nehmen Sie Zigaretten und Aschenbecher mit auf den Balkon oder vor die Haustür, damit der Rauch die Zimmerluft nicht belastet. Lüften Sie regelmäßig und sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit. Außerdem sollten Sie viel an der frischen Luft spazieren gehen. Diese Maßnahmen können die schädlichen Auswirkungen des Rauchens zwar nicht aufheben, aber sie geben Ihrem Körper zumindest die Möglichkeit, sich von der Belastung ein wenig zu erholen.

Auch der übermäßige Genuss von Alkohol belastet den Organismus und führt dadurch zu einer Schwächung der Abwehrkräfte.

Der Konsum von Alkohol zum „Aufwärmen“ ist im Winter ohnehin nicht empfehlenswert. Es entsteht zwar durch die angeregte Durchblutung ein Wärmegefühl. Dieses Gefühl täuscht jedoch darüber hinweg, dass durch die erweiterten Äderchen mehr Wärme aus dem Körper entweicht, was leicht zur Unterkühlung oder gar zu Erfrierungen führen kann.

 

Autor
Dr. med. Ulrike Stebner

 

Bildnachweis: Gedesby1989 | pixabay

 

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