Gallenwegserkrankungen

Was sind Gallenwegserkrankungen?

Gallenwegserkrankungen umfassen verschiedene entzündliche oder infektiöse Erkrankungen der Gallenwege. Die Gallenwege bilden ein Kanalsystem, das die Galle von der Leber und der Gallenblase zum Zwölffingerdarm leitet. Die häufigsten Gallenwegserkrankungen sind: Gallenwegsteine, Gallenwegsdyskinesie (Motalitätsstörung), Cholangitis (entzündete Gallenwege) sowie Gallenwegstumoren (Erklärungen zu diesen Erkrankungen folgen weiter unten).

Häufige Gallenwegserkrankungen: Gallensteine

In einem frühen Stadium sind Gallenwegssteine oft asymptomatisch. Schmerzen treten normalerweise nach dem Essen auf und können von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein. Die Gallensteinerkrankung geht häufig mit einer Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) und einer Verletzung des Gallenflusses in den Verdauungstrakt (Gallenwegsdyskinesie) einher.

Eine konservative Therapie bei Gallensteinerkrankungen ist in den meisten Fällen nicht sehr effektiv. Ärzte empfehlen daher eine Operation zur Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie). Derzeit werden zur chirurgischen Behandlung von Gallensteinerkrankungen zwei Methoden zur Entfernung der Gallenblase verwendet: offene Cholezystektomie und laparoskopische Cholezystektomie (durch kleine Einschnitte an der vorderen Bauchdecke).

Was ist Gallenwegsdyskinesie?

Die Gallendyskinesie ist eine Krankheit, bei der aufgrund einer Störung der Kontraktionen der Gallenwege Probleme bei der Beseitigung der Galle auftreten. Eine notwendige Voraussetzung für die Behandlung von Gallenwegsdyskinesie ist eine Diät:

  • häufige kleine Mahlzeiten (4-5 mal täglich),
  • Einschränkung von Produkten, die eine Blasenkontraktionen verursachen (Fett, Fleischprodukte, Pflanzenöl, Kuchen und andere Produkte aus fettigem Teig, Bier, kohlensäurehaltigen Getränken).

Auf medikamentöser Seiten setzen Ärzte hauptsächlich krampflösende Mittel ein.

Was ist Cholangitis?

Cholangitis ist eine pathologische Erkrankung, die sich in einer in den Gallenwegen lokalisierten Entzündung äußert. Oft kann sich der Entzündungsprozess jedoch auf benachbarte Organe (Leber, Gallenblase) ausbreiten. Die Krankheit kann in akuter oder chronischer Form auftreten.

Der Durchgang der Gallenwege kann aufgrund der Bildung von Steinen, Narbenbildung, Zysten, verschiedener Parasiten usw. schwierig sein. Symptome einer akuten Cholangitis sind:

  • Fieber;
  • vermehrtes Schwitzen;
  • starke Schmerzen im rechten Bauchraum;
  • Übelkeit, Erbrechen;
  • Veränderung der Hautfarbe und der Augenproteine (erhalten einen gelben Farbton);
  • juckende Haut.

Die Behandlung von Cholangitis ist sowohl mit Hilfe von Medikamenten als auch mit Hilfe von Operationen möglich. Bei konservativer Behandlung verschreiben Ärzte:

  • antibakterielle Medikamente;
  • Mittel zur Bekämpfung von Vergiftungen;
  • Medikamente gegen den Abfluss von Galle.

Wenn die medikamentöse Therapie nicht hilft, ist ein chirurgischer Eingriff angezeigt. In den meisten Fällen setzen Chirurgen eine endoskopische Technik ein (Operation durch kleine Einschnitte). Während der Operation kann der Chirurg die Kanäle leeren, Steine entfernen und die Verengung beseitigen.

Was sind Tumore der Gallenwege?

Tumore der Gallenwege können gutartig (Fibrom, Neurofibrom usw.) und bösartig (Krebs) sein. Sie treten selten auf. Gutartige Tumoren beeinträchtigen den Gallenabfluss. Dies geht einher mit Schmerzen im rechten Hypochondrium (Bauchbereich). Das klinische Bild ähnelt einer Gallensteinerkrankung. Gutartige Tumoren müssen wegen der Möglichkeit einer Malignität entfernt werden. Zu diesem Zweck wird eine Resektion (Entfernung) des betroffenen Kanalsegments zusammen mit dem Tumor durchgeführt.

 

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