Gallengangskrebs

Was ist Gallengangskrebs?

Gallengangskrebs (auch: Krebs der Gallenwege oder Cholangiokarzinom) entsteht, wenn bösartige Tumorzellen   wachsen und in gesundes Gewebe eindringen. Sie haben sich in den Gängen, die die Galle von der Leber zum Dünndarm und Zwölffingerdarm transportieren, eingenistet.

Diese Tumore sind sehr selten. Ebenso ist diese Krebsart bei Frauen seltener als bei Männern und tritt in der Regel ab dem Alter von 60 Jahren auf.

Wie kommt es zu einem Tumor in den Gallenwegen?

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung sind die genauen Ursachen dieser Krebsart unbekannt. Ihre Vielfalt macht es auch schwierig, die Ursachen zu kennen, da diese Tumore überall entlang der Gallenwege auftreten können. Dennoch haben Menschen, die an folgenden Problemen leiden, eine höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit:

  • Gallengangszysten,
  • chronische Leber- und Gallenentzündung,
  • Infektion mit Leberparasiten (Trematoden),
  • primär sklerosierende Cholangitis (Entzündung der Gallengänge),
  • Gallenpolypen,
  • (große) Steine in der Gallenblase.

Einige Studien empfehlen die Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung) wegen des Risikos einer Bösartigkeit- jedoch muss hier der Nutzen abgewogen werden (siehe unten „Präventive Maßnahmen“).

Was sind Kennzeichen eines Gallengangskrebs‘?

Die häufigsten Symptome des Gallengangskarzinoms sind:

  • gelbliche Färbung der Haut, die durch den Kollaps des Gallengangs der Leber entsteht, seltener bei einem Gallenblasentumor;
  • Fieber und Schüttelfrost;
  • lehmfarbener Stuhl und dunkler Urin;
  • Juckreiz (generalisierter Juckreiz am ganzen Körper);
  • Bauchschmerzen;
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Präventive Maßnahmen bei einem Tumor der Gallgengänge

Für die meisten Gallenblasenkarzinome ist derzeit keine wirksame Methode zur Vorsorge bekannt. Viele der Risikofaktoren (Geschlecht, Alter, ethnische Gruppe, Anomalien der Gallenwege) sind nicht beeinflussbar. Nichtsdestotrotz empfiehlt die American Cancer Society sowohl für diese als auch für andere Krebsarten die Beibehaltung einer gesunden Ernährung und eines gesunden Gewichts, mit besonderem Schwerpunkt auf pflanzlichen Lebensmitteln.

Da Gallensteine andererseits ein Risikofaktor sein können, wäre die Entfernung der Gallenblase eine vorbeugende Maßnahme gegen diese Krebsart. Die meisten Ärzte empfehlen es jedoch nicht, es sei denn, Gallensteine verursachen Symptome oder andere Probleme. Die wahrscheinlichen Komplikationen und Risiken überwiegen nicht die möglichen Vorteile. Zudem: Gallensteine sind ziemlich häufig, Gallenblasenkrebs nicht.

Diagnose des Gallengangskrebs

Eine allgemeine Analyse reicht aus, um festzustellen, ob es irgendeine Art von Problem bei der Sekretion von Bilirubin sowie andere Veränderungen der Leberfunktion gibt. Eine Zunahme der Transaminasen würde auch eine größere Schädigung des Lebergewebes durch die Gallenwegsobstruktion zeigen.

Weitere Tests, die durchgeführt werden können, sind Folgende.

Eine abdominale CT-Untersuchung oder ein abdomineller Ultraschall, werden verwendet, um das Vorhandensein eines Tumors im Gallengang festzustellen. Hiermit lässt sich das Bild des Tumors, seine Lage, die Möglichkeit oder nicht, operiert zu werden, und das Vorhandensein oder nicht von Fernmetastasen bestätigen.

Die Magnetresonanz wird auch zur Unterstützung der Diagnose in diesem Bereich eingesetzt. Hiermit bestimmt man die lokale Ausdehnung des Tumors. Sie dient auch der Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Operation.

Die Biopsie bei dieser Art von Tumoren ist etwas, das von der Lage des Tumors abhängt. Hiermit können Mediziner feststellen, ob es möglich ist, sie durchzuführen oder nicht. Im Falle, dass Patienten mit einer Eintrittsoperation behandelt werden können, ist diese Biopsie nicht notwendig.

Endoskopie kann notwendig sein, um Zugang zu einer Gewebeprobe zu erhalten, um die definitive Diagnose zu stellen.

Wie behandeln Ärzte ein Karzinom am Gallengang?

Die kurative Behandlung dieser Krebsart ist chirurgisch. Leider sind zwischen 50-90 Prozent der Tumore dieser Art inoperabel (nicht entfernbar), weil entweder die Ausdehnung in Strukturen in diesem Gebiet eingedrungen ist oder weil bereits Metastasen vorhanden sind.

Nach einer radikalen Operation einer Gallengangsneubildung können bei der chirurgischen Behandlung nach bestimmte Komplikationen auftreten:

  • Mildes oder mäßiges Leberversagen bei Patienten, bei denen die Leber zur Entfernung des Tumors entfernt wurde.
  • Intra-abdomineller Abszess bei einer infektiösen Komplikation nach der Operation (Gallenfistel).

Die Möglichkeit, dass nach der Entfernung des Tumors ein Rezidiv (Rückfall) auftreten kann, liegt zwischen 20-40 Prozent.

Obwohl es keine kontrollierten Studien gibt, die die Erfolgsaussichten einer postoperativen Behandlung unterstützen, kann, eine Chemotherapie oder Chemotherapie und Strahlentherapie zusammen für die gleiche Zeitdauer verabreicht werden.

Wenn der Tumor inoperabel ist oder der Patient nach vorheriger Operation einen lokalen Rückfall erleidet, wird die Behandlung palliativmedizinisch sein und versuchen, die durch die Gallengangsobstruktion und die Verschlechterung der Leberfunktionen hervorgerufenen Symptome abzuschwächen.

Prognose bei Gallengangskrebs

Obwohl es sich bei dieser Krebsart um eine langsam wachsende Krebsart handelt, ist die Prognose kurzfristig in der Regel schlecht. Dafür gibt es zwei Hauptgründen. Zum einen, weil die Diagnose aufgrund des klinisch stummen Charakters   dieser Krebsart in Phasen verläuft, die sich bereits entwickelt haben. Zum anderen, weil es schwierig ist, auf dem ausgedehnten Gebiet zu operieren.

Für eine günstige Prognose müssen zwei Kriterien erfüllt sein. Zum einen, dass die Resektion des Tumors vollständig und mit Resektionsrändern ohne mikroskopische Tumorinfiltration erfolgt ist. Zum anderen, dass keine regionalen Lymphknoten befallen sind. Wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, kann die Überlebensrate nach 5 Jahren bis zu 50 % betragen.

 

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