Fünfte Re-Zertifizierung seiner Website vorbeuge-medizin.com.

Fünfte Re-Zertifizierung für vorbeuge-medizin.com

Schon seit Jahren setzt das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Stuttgart auf das Gütesiegel „geprüfte Homepage“. Prof. Dr. Rainer Wiedemann, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am MVZ spricht im Interview mit der Stiftung Gesundheit über die Vorteile der Web-Zertifizierung.

Die Stiftung Gesundheit zertifiziert seit 2008 gesundheitsbezogene und medizinische Websites. Sie vergibt das Gütesiegel „geprüfte Homepage“ nur dann, wenn die Informationen auf der Site für die Zielgruppe verständlich, transparent und alltagstauglich sind. Die unabhängigen Gutachter der Stiftung prüfen außerdem, ob die Texte fachlich qualifiziert und wissenschaftlich aktuell sind. Gleichzeitig kontrollieren sie, ob auch die Grenzen der vorgestellten Therapieformen und deren Risiken beleuchtet werden. Dabei dürfen einzelne Methoden oder Behandlungen nicht einseitig oder unkritisch hervorgehoben werden. Darüber hinaus untersuchen die Gutachter, ob die Website alle rechtlichen Vorgaben einhält. Daher bedarf es auch einer jährlichen Re-Zertifizierung des Internetauftritts, um neue Inhalte und aktuelle juristische Änderungen in das Gutachten mit einzubeziehen. Bereits zum fünften Mal ist dies kürzlich bei der Website www.vorbeuge-medizin.com des Medizinischen Versorgungszentrums in Stuttgart erfolgt. Warum Prof. Dr. Wiedemann seinen Internetauftritt zertifizieren lässt, erklärt er im Interview.

Herr Prof. Dr. Wiedemann, die erste Zertifizierung Ihrer Website fand bereits im Sommer 2011 statt. Warum haben Sie sich damals dafür entschieden?

Das waren zum Teil wissenschaftliche und gleichzeitig auch politische Überlegungen. In meiner Funktion als stellvertretender Sprecher für niedergelassene Ärzte im deutschen Netzwerk für evidenzbasierte Medizin im Bereich Klinik und Praxis ist mir beweisgestützte Medizin besonders wichtig. Es geht um Transparenz, eben auch bei der Gestaltung einer Website. Die Zertifizierung der Stiftung schafft hier die Verbindung. Neben HON und afgis gibt es eigentlich nur das Siegel der Stiftung Gesundheit, um dem Leser zu zeigen, dass eine medizinische Website neutral ist und gesicherte wissenschaftliche Information zum Kernprodukt erhoben hat.

Was ist Ihnen bei der Web-Zertifizierung besonders wichtig?

Patienten sollen auf Anhieb sehen können, was Qualität und was Werbung ist. Mittlerweile wird auch in der Medizin und auf Gesundheitswebsites so viel Reklame betrieben, dass es als Nutzer schwierig wird, zu erkennen, wer hinter den Inhalten steckt. Häufig werden Online-Ratgeber von Herstellern genutzt, um versteckte Produktwerbung zu platzieren. Die Werbefreiheit, für die das Prüfsiegel der Stiftung Gesundheit steht, ist für mich der entscheidende Punkt. Dadurch wird deutlich, dass keine Märkte oder Firmen hinter den Texten unserer Website stehen. Die Qualität der Information ist damit für jeden Patienten ganz klar erkennbar.

Würden Sie die Web-Zertifizierung der Stiftung Gesundheit weiterempfehlen?

Absolut! Die Eingangskriterien sind hart, und das ist auch gut so. Meiner Meinung nach könnte man darüber hinaus noch stärker auf die ausgehenden Links der Website achten, damit einer ungefilterten Weiterverbreitung von nicht belegten Gesundheitsinformationen Einhalt geboten wird. Auch mit Hilfe externer Links betreiben Hersteller Produktmarketing.

Wird das Prüfsiegel von Patienten und Kollegen wahrgenommen?

Das ist allerdings der Fall. Nicht nur Patienten, sondern auch Kollegen sprechen mich darauf an. Ich arbeite auch als Ausbilder bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg, und sogar meinem Vorgesetzten dort ist aufgefallen, dass meine Website von der Stiftung Gesundheit zertifiziert ist. Positives Feedback gibt es also sowohl von den Patienten als auch von der Standesorganisation.

von Nele Schümann