Filariosen

Was sind Filariosen?

Filariosen sind parasitäre Krankheiten, die in tropischen und subtropischen Regionen weit verbreitet sind. Sie werden von pathogenen (krank machenden) Würmern, den Filarien, verursacht. Der erwachsene Wurm ist 5 bis 7 cm lang und lebt etwa 15 Jahre lang in subkutanem Gewebe (unter der Haut).

Wie entstehen Filarien?

Eine Mücke oder Bremse überträgt die Larve auf den Menschen. Die sich dort entwickelnden Mikrofilarien zirkulieren im Blut. Die Kontamination erfolgt durch den schmerzhaften Stich dieser Pferdebremse. Das charakteristische Zeichen einer subkutanen Filariose ist das flüchtige (für einige Stunden), wandernde, harte, erythematöse und juckende Ödem, genannt „Calabar“. (Stadt von Nigeria). Diese Stelle befindet sich meist im Gesicht oder an den oberen Gliedmaßen. Man kann den Durchgang der erwachsenen Filarien unter der Bindehaut sehen, der Photophobie (Lichtempfindlichkeit) mit Tränen und Fremdkörpergefühl im Auge verursacht. Dann verlässt die Filarien das Auge und verschwindet. Diese Filariose kann zu wesentlichen Komplikationen führen: neurologische (Enzephalitis), kardiale und renale (die Niere betreffend). Die Diagnose ist biologisch, der Arzt verschreibt entsprechende Medikamente.

Lymphatische Filariosen

Die lymphatische Filariose ist eine schwere Parasitose. Sie ist in Südostasien weit verbreitet, von Indien bis Japan. In Afrika ist sie südlich der Sahara, in einem Teil Ägyptens und auf vielen Inseln (Madagaskar, Komoren, Seychellen, Réunion, Mauritius) zu sehen. In Amerika ist sie in den intertropischen Küstenebenen Mittel- und Südamerikas zu finden. Der erwachsene Wurm lebt insbesondere in den Lymphgefäßen. Die Kontamination erfolgt auch in diesem Fall durch Mückenstiche.

Das Lymphsystem ist von akuten und chronischen Manifestationen betroffen. Bei der Behandlung von frühen Läsionen setzen Ärzte Medikamente ein. Die Behandlung von Spätläsionen ist meist chirurgisch. Die Prävention basiert auf dem Schutz vor Mückenstichen.

Weitere Filariosen: Flussblindheit

Onchozerkose („Flussblindheit“) wird durch die Filaria Onchocerca volvulus verursacht, die in Afrika (Ghana, Elfenbeinküste, Burkina Faso…), Mittelamerika, Venezuela und Jemen lebt. Als zweit häufigste Erblindungsursache der Welt betrifft die Onchozerkose 18 Millionen Menschen in Afrika und Lateinamerika. Der Überträger des Parasiten ist eine Stechmücke, die in der Nähe von Flussgewässern lebt.

Sie nimmt bei einem Biss Mikrofilarien auf und trägt den Parasiten. Parasitäre Schäden äußern sich durch das Vorhandensein schmerzfreier subkutaner Knötchen, die über den Körper verstreut sind und kratzende Läsionen am Gesäß und an den unteren Gliedmaßen aufweisen. Die schwersten Störungen jedoch machen sich erst nach 10 bis 15 Jahren bemerkbar und betreffen die Augen. Sie führen zur Erblindung (Entzündung der Hornhaut, Retinitis).

 

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