Ernährung: Heilfasten

Heilfasten ist der Verzicht auf feste Nahrung über einen begrenzten Zeitraum mit dem Ziel, den Körper von Giften zu reinigen, den Fett- und Blutzuckerspiegel im Blut zu normalisieren  und eventuell nachfolgend eine komplette Ernährungsumstellung durchzuführen. Das Fasten kann aktiv sein, begleitet von körperlicher Aktivität oder in Ruhe durchgeführt werden.

Welche Auswirkungen hat Fasten auf den Körper?

Der durch das Fasten ausgelöste Stoffwechselprozess beginnt mit dem Verzicht auf Nahrungsaufnahme. Während des Fastens benötigt das Gehirn zwingend Glukose.  Hierfür werden die Fettreserven des Körpers mobilisiert, d. h. Triglyceride werden in Glycerin umgewandelt, welches wiederum zu Glukose umgebaut wird.  Dauert das Fasten länger, fängt der Körper an, Muskeln abzubauen, um Glukose zu produzieren.

Fasten und seine therapeutische Wirkung auf den menschlichen Körper:

  • Normalisiert die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin und Leptinhormonen; dies ist einer der Hauptmechanismen, die das therapeutische Fasten so gesund machen. Zucker ist eine Energiequelle für den Körper, trägt aber auch zur Insulinresistenz bei, wenn er in großen Mengen aufgenommen wird. Die Insulinresistenz wiederum ist ein wichtiger Faktor bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und anderen chronischen Krankheiten.
  • Regelmäßiges Fasten hilft dem Körper, Fett als Hauptbrennstoff zu verwenden; normalisiert den Spiegel von Grelin (das Hormon des Hungers).
  • Fördert die Produktion von menschlichen Wachstumshormonen. Dieses Hormon spielt eine wichtige Rolle für Gesundheit, Fitness und verlangsamt den Alterungsprozess. Das Wachstumshormon hilft auch bei der Fettverbrennung.

Wie geht richtiges Heilfasten?

Es ist ratsam, die einzelnen Lebensmittel  einige Tage vor dem eigentlichen Fasten schrittweise weg zu lassen. Zunächst werden auf Proteine (Eiweiße) – Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte –  sowie Tee, Kaffee und Alkohol verzichtet. Am nächsten Tag können Öle, Fette und Getreideprodukte eliminiert werden.  Am dritten Tag sollte auf Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst verzichtet werden.

Periodisches Fasten ist ein allgemeiner Begriff, der ein breites Spektrum von Fastenplänen abdeckt. Normalerweise beinhaltet es eine Reduzierung der Kalorienzufuhr entweder für ein paar Tage pro Woche oder regelmäßig alle zwei bis drei Tage. Beispiel: Beim „5:2-Prinzip“ isst eine Person fünf Tage pro Woche normal und die restlichen zwei Tage fastet sie. An den Fastentagen ist es notwendig, die Kalorienzufuhr auf 25 % zu reduzieren (ca. 600 kcal bei Männern und ca. 500 Frauen) und viel Wasser und Tee zu trinken.

Welche Risiken bestehen beim Fasten?

Ein Fasten von nur wenigen Tagen stellt keine große Gefahr dar, da es sich um einen normalen physiologischen Prozess handelt. Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden, sollten nicht ohne ärztliche Aufsicht fasten. Möglicherweise müssen die Behandlungen angepasst werden und der Hausarzt gibt eventuell spezielle Empfehlungen.

Längeres Fasten kann – ohne  den Verlust von Mineralstoffen auszugleichen – ernste Folgen haben, wie z. B. eine Hypotonie (zu niedriger Blutdruck), die zu Schwindelgefühl und Stürzen führen kann.  Die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder das Trinken von Gemüsebrühen können den Verlust ausgleichen.

Wer sollte nicht Fasten?

Fasten ist kontraindiziert für Menschen mit

  • Kachexie (starker Kräfteabbau infolge einer Krankheit),
  • Magersucht,
  • einem Body-Mass-Index unter 18 kg/m2,
  • schwangere und stillende Frauen,
  • Kinder,
  • Menschen mit Nierenversagen.

Eine sehr strenge medizinische Nachsorge wird in den folgenden Fällen empfohlen:  Patienten mit Magengeschwüren, Krebs oder Multipler Sklerose, Typ-1-Diabetiker.

 

Weiterlesen
Entgiftung / Entschlackung
Ernährung: Beratung
Ernährungsmedizin