Erkältung

Wie kommt es zu einer Erkältung?

Eine Erkältung wird eigentlich nicht unbedingt durch Kälte ausgelöst. Verursacht wird sie in erster Linie durch eine bestimmte Art von Viren, häufig durch Rhinoviren. Gerade im Winter befinden sich ganze Heerscharen dieser kleinen Krankheitserreger in der Luft, insbesondere dort, wo sich viele Menschen aufhalten. Mit jedem Atemzug werden unzählige von ihnen zur Nasenschleimhaut transportiert, und sie alle haben nur ein Ziel: in den Körper einzudringen und sich dort einzunisten.

Normalerweise wehrt das Immunsystem diese Attacken mühelos ab. Doch ist das körpereigene Abwehrsystem geschwächt, beispielsweise durch Kälte oder zu große Scharen von Krankheitserregern, so haben die Viren meist leichtes Spiel. Und gelingt es ihnen tatsächlich, die Barriere der Schleimhaut zu überwinden, dann geht die Invasion erst richtig los – und zwar von innen heraus. Denn die Eindringlinge benutzen ein raffiniertes Manöver für den Angriff: Sie dringen in die Zellen der Schleimhaut ein und manipulieren sie derart, daß gleich an Ort und Stelle neue Viren produziert werden. So mobilisieren die Erkältungsviren erstens neue Legionen, und zweitens verschanzen sie sich gleichzeitig, damit der Körper sie nicht so einfach wieder loswird.

Was sind die Auswirkungen einer Erkältung?

Eine Erkältung dauert zehn bis vierzehn Tage. Solange braucht der Körper, um alle krankheitserregenden Bakterien aus dem Organismus zu entfernen. Sie kann sich aber nahezu unbegrenzt in die Länge ziehen, wenn sie nicht ernstgenommen, oder aber die entsprechenden Maßnahmen nicht ergriffen werden, um den Körper bei seiner Arbeit zu unterstützen. Auch schwerwiegendere oder chronische Erkrankungen können die Folge sein.

Erkältung und Fieber

Eine Erkältung ist oft von Fieber begleitet. Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion des Körpers. Feindliche Bakterien haben bei 40 Grad Körpertemperatur kaum noch eine Überlebenschance. Durch den Prozess der Schweißabsonderung entfernt der Organismus abgetötete Bakterien. Für den Körper ist dieser Vorgang keine leichte Arbeit ist.

Deshalb fühlt man sich bei Fieber abgeschlagen und möchte möglichst jede Anstrengung vermeiden. Ruhe ist daher auch die beste Medizin. Darüber hinaus sind heiße Tees besonders gut, weil sie einerseits den Wärmehaushalt des Körpers unterstützen, andererseits dem Körper Flüssigkeit zuführen, die er beim Schwitzen verliert. Vitaminreiche Tees sind natürlich noch besser. Gezuckerte Getränke und Alkohol sollten allerdings vermieden werden.

Appetitlosigkeit bei Erkältungskrankheiten

Bei Krankheiten ist man oft appetitlos. Das ist auch richtig so, denn der Organismus benötigt all seine Kräfte zur Verteidigung und Heilung des Körpers. Wenn er den Magen auch noch mitversorgen muss, ist ihm das gar nicht recht. Wenig zu essen ist deshalb nicht schlimm. Natürlich sollte man nicht gänzlich auf Nahrung verzichten.

Tipps bei Erkältungen

Ein wohliges Bad in der Wanne kann sehr entspannend sein. Ein spezielles Erkältungsbad ist sogar noch besser. Als fertige Konzentrate sind sie in Apotheken erhältlich. Sie lassen sich jedoch auch problemlos selbst herstellen. Die Zusammensetzung kann nach Belieben verändert werden. Der Kern eines Erkältungs-Badeöls sind die ätherischen Öle. Pfefferminzöl, Eukalyptusöl und Rosmarinöl können dafür verwendet und individuell vermischt werden. Da sich Öl in Wasser nicht gut auflöst, benötigt man noch einen Emulgator, zum Beispiel Lecithin.

An eine ruhige Nacht ist bei Erkältungen oft nicht zu denken. Denn oft schlägt die Erkältung gerade dann erst richtig zu. Hat man den Tag noch einigermaßen überstanden, entwickelt sich die Nacht oft zum Albtraum. Bei Erkältungsbeschwerden gibt es ein paar einfache Tricks, um in der Nacht doch noch zu etwas Schlaf zu kommen.

Der Handtuch-Trick: Eine schon verstopfte Nase verträgt trockene Heizungsluft überhaupt nicht. Ein nasses Handtuch, das mit ein paar Tropfen eines ätherischen Öls beträufelt ist, wirkt Wunder. Dafür hängt man das Handtuch einfach über einen Stuhl, der mitten im Raum steht. Dadurch wird die Luftfeuchtigkeit erhöht und das Öl (zum Beispiel Minzöl) sorgt für eine freie Nase.

Wadenwickel: Bei erhöhter Temperatur können Wadenwickel in der Nacht Linderung verschaffen. Dazu verwendet man zwei Leinen- oder Baumwolltücher (ein Stück Betttuch, ein Handtuch o. ä.) und zwei Wolltücher (zum Beispiel Schals). Die Leinen- oder Baumwolltücher werden in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und um die Unterschenkel gelegt. Darüber windet man die trockenen Wolltücher. Die Wirkung lässt sich noch steigern, wenn man die Wickel mit Essig (ein bis zwei Esslöffel pro Wickel), Alkohol (ein Teil auf drei Teile Wasser), Arnika-Essenz (ein Teelöffel pro Wickel) oder ein bis zwei Tropfen Minzöl anreichert. Etwa alle fünfzehn Minuten sollte man die Wickel wechseln.

Die richtige Vorbeugung

Ohne Frage: Das beste Mittel gegen Erkältungen ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Der sicherste Weg dazu ist, sich in einen Schutzbunker zurückzuziehen, statt sich einer feindlich gesinnten Umwelt auszusetzen, in der ganze Erregerstämme mit Maßanzügen und Aktentasche durch die Straßen laufen. Für alle, die keine Lust haben, derart drastische Maßnahmen zu ergreifen, gibt es aber noch andere wirksame Methoden, um zumindest das Risiko einer Infektion erheblich zu senken.

Aufbautraining für das Immunsystem

Das beste Mittel gegen Erkältungen tragen wir bereits in uns – unser Immunsystem. Dieses ausgeklügelte System verschiedener Abwehrmechanismen ist ununterbrochen Tag und Nacht damit beschäftigt, „seinen“ Organismus vor schädlichen Einflüssen zu schützen – beisielsweise vor den unzähligen winzigen Viren und Bakterien, denen wir jeden Tag ausgesetzt sind.

Vor der Arbeit, die unser Immunsystem tagtäglich leistet, bekommen wir im Normalfall nichts mit. Erst wenn es bereits zu spät ist und die kleinen Plagegeister bereits auf dem Vormarsch sind, meldet sich unser Körper mit Warnsignalen wie beispielsweise Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen. Umso wichtiger ist es, sein Immunsystem aktiv zu unterstützen, denn es ist ein einzigartiger Schutz gegen Erkältungskrankheiten, den kein Medikament und keine andere Therapie je ersetzen könnten. In anderen Worten: Aufbautraining  für das Immunsystem ist angesagt.

Warmhalten statt Erkälten

Kälte macht noch lange keine Erkältung. Im Gegenteil: Frische Luft tut dem Körper sogar ausgesprochen gut, auch wenn es draußen kalt ist – es sei denn, Sie spazieren gerade an einer Hauptverkehrsstraße entlang. Trotzdem ist es wichtig, sich warm anzuziehen, denn eine unnötige Unterkühlung kann den Körper schwächen und somit den Erkältungsviren zumindest den Weg ebnen. Dies gilt auch für die Übergangszeiten im Herbst und im Frühling.  Also rein in den dicken Winterpulli und die festen Schuhe, und dann hinaus in die frische Winterluft! Wenn Sie sich dann noch mit einer Mütze oder einem Hut gegen den hohen Wärmeverlust am Kopf schützen, können Sie das herrliche Winterwetter unbeschwert genießen.

Abhärtung ist angesagt!

Schon Pfarrer Kneipp wusste, dass Temperaturwechsel zwischen Kalt und Warm das Immunsystem fordern und stärken. In der Zeit von Zentralheizungen, Heizdecken, warmem Leitungswasser und beheizten Autos werden wir solchen Temperaturschwankungen allerdings nur noch selten ausgesetzt. Damit die Abwehrmechanismen des Körpers nicht auf Dauer darunter leiden, ist Abhärtung angesagt, um Erkältungen vorzubeugen.

Natürlich muss niemand bei Minusgraden ein Loch in den zugefrorenen See hacken und ins Eiswasser springen. Die Wirksamkeit einer solchen Radikalkur ist ohnehin sehr zweifelhaft: Zu groß ist die Gefahr, sich zu unterkühlen. Viel bequemer und angenehmer geht’s daheim und auf die sanftere Tour.


Für alle Wasseranwendungen gilt:

  • Sie müssen regelmäßig angewandt werden, um wirksam zu sein.
  • Kalte Körperteile dürfen nie mit kaltem Wasser behandelt werden, sondern müssen erst aufgewärmt werden, beispielsweise durch ein ansteigendes Bad.
  • Alle Kaltwasseranwendungen müssen sofort abgebrochen werden, sobald Sie anfangen zu frösteln oder zu frieren. Ist Ihnen schon vor der Anwendung kalt, so sollten Sie zu diesem Zeitpunkt ganz darauf verzichten.

Gegen die Erkältung: Wechselduschen

Wechselduschen wirken belebend, erfrischen den Körper und regen den Kreislauf an. Nach der warmen Dusche fährt man mit dem kühlen Wasserstrahl von der rechten Außenseite des Beines herab zum Knöchel und an der Innenseite wieder hinauf. Dieselbe Prozedur folgt dann nacheinander am linken Bein, aber am rechten und linken Arm umgekehrt: außen von der Schulter zum Handrücken und innen wieder zur Achsel hinauf. Auf diese Weise werden die Akupunkturmeridiane aktiviert. Anschließend werden Bauch, Brust, Gesicht , Rücken und die Fußsohlen mit kreisenden Bewegungen abgeduscht. Wer mag, kann das Spiel drei- bis viermal wiederholen. Das Abtrocknen erfolgt dann in derselben Reihenfolge wie das kalte Abduschen – möglichst am offenen Fenster.

Waschen mit kaltem Wasser: Schnupfen vorbeugen

Für alle, denen die Wechseldusche zu sehr nach Roßkur klingt oder die den Temperaturwechsel vom Kreislauf her nicht vertragen, gibt es eine angenehmere Alternative: Waschen Sie sich mit einem Waschlappen, und zwar erst die Arme, dann die Oberschenkel und zum Schluß Brust und Bauch. Wiederholen Sie diese Waschungen mehrere Male und verringern Sie dabei die Wassertemperatur langsam. Danach sollten Sie Ihren Körper ordentlich trockenrubbeln, vieleicht sogar noch eine Bürstenmassage durchführen. Das hilft mit, die Haut zu durchbluten.

Wassertreten und Fußbad

Das Wassertreten ist wohl die bekannteste Anwendung aus dem Fundus von Pfarrer Kneipp.  Füllen Sie die Badewanne bis eine Handbreit unter dem Knie mit kaltem Wasser (höchstens 18 Grad), steigen Sie hinein und heben Sie die Beine abwechselnd hoch. Nach 30 bis 60 Sekunden können Sie sich wieder aufs Trockene begeben.

Fußbad: Füllen Sie Wasser mit einer Temperatur von 35 Grad Celsius in eine Fußbadewanne oder in die Badewanne, so daß die Knöchel bedeckt sind. Stellen Sie beide Beine gleichzeitig in die Wanne und gießen Sie langsam heißes Wasser nach. Innerhalb von zwanzig Minuten sollte die Wassertemperatur auf 40 bis 43 Grad erhöht werden. Danach abtrocknen, schön warm einpacken und für mindestens 30 Minuten zum Ausruhen ins Bett.

Sauna

Die Sauna ist eine ideale Methode, um sich abzuhärten. Das Schwitzen bei hohen Temperaturen und die darauffolgende Abkühlung entschlacken und härten den Körper ab. Allerdings vertragen nicht alle Menschen die trockene Saunahitze. Weniger belastend für den Kreislauf ist ein Dampfbad, bei dem heißer Wasserdampf den Körper einhüllt.

Achtung: Sowohl Sauna als auch Dampfbad sind tabu, wenn Sie Fieber haben oder Ihre Erkältungbeschwerden über Husten und Schnupfen hinausgehen. Fragen Sie im Zweifelsfall sicherheitshalber vorher Ihren Arzt um Rat.

 

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