Heizung

Erkältung vorbeugen: Luftfeuchtigkeit

Trockene Luft und Klimaanlagen reduzieren Luftfeuchtigkeit

Wenn die Heizung im Winter auf vollen Touren läuft, kann es schnell passieren, dass die Raumluft zu trocken wird. Denn mit jedem Grad zusätzlicher Wärme kann die Luft selbst mehr Wasser speichern, das dann nicht mehr als Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ist jedoch gerade für die Vorbeugung von Erkältungskrankheiten von großer Bedeutung.

Eine zu trockene Umgebungsluft reizt die Schleimhäute von Nase, Mund und Atemwegen so, dass sie nicht mehr einwandfrei arbeiten können. Zudem befinden sich bei trockener Luft mehr Staubpartikel in der Luft, die die Schleimhäute zusätzlich reizen. Und ist die natürliche Verteidigungsbarriere durch diese Faktoren erst einmal geschwächt, können Krankheitserreger nahezu ungehindert in den Körper eindringen.

Was ist die relative Luftfeuchtigkeit?

Der Wasseranteil in der Luft wird durch die sogenannte relative Luftfeuchtigkeit angegeben. Als ideal gelten Werte zwischen 45 und 65 Prozent. Ist die Luft zu trocken, werden die Schleimhäute gereizt. Mögliche Folgen sind eine höhere Erkältungsanfälligkeit, allergische Reaktionen oder sogar Asthmaanfälle. Doch auch eine zu feuchte Luft kann problematisch werden, da sich in einem solchen Klima gesundheitsschädliche Schimmelpilze besonders wohlfühlen. Sinnvoll ist daher die Anschaffung eines sogenannten Hygrometers, das die relative Luftfeuchtigkeit  anzeigt.

Ein Zuviel oder Zuwenig an Feuchtigkeit lässt sich schon mit relativ einfachen Mitteln wieder in den optimalen Bereich bringen.

Richtig Lüften

Die einfachste und gleichzeitig kostensparendste Methode, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist das richtige Lüften. Selbst wenn es draußen eisig kalt ist, muss die trockene Heizungsluft gegen frische, noch feuchte Luft von draußen ausgetauscht werden. Öffnen Sie deshalb insbesondere in den Schlafräumen die Fenster morgens und abends mindestens 30 Minuten lang – möglichst so, dass Durchzug entsteht. Sinnvoll ist es natürlich, die Heizung gleich von Anfang an ein paar Grad niedriger einzustellen und damit die Luft gar nicht erst zu sehr austrocknen zu lassen. In den Schlafräumen bleibt die Heizung am besten ausgeschaltet. Es ist sogar gesundheitsfördernd, bei offenem Fenster zu schlafen.

Grünpflanzen schaffen gesundes Raumklima

Zimmerpflanzen geben über ihre Blätter bis zu mehreren Litern Wasser an die Umgebungsluft ab und bringen so die Luftfeuchtigkeit im wahrsten Sinne des Wortes in den „grünen Bereich“. Besprüht man die Blätter mit Wasser, kann man diese Wirkung sogar noch steigern. Manche Arten können sogar bestimmte Schadstoffe wie Formaldehyd oder Benzol aus der Luft filtern und entlasten so die Schleimhäute zusätzlich. Besonders fleißige Feuchtigkeitsspender sind Areca- und Bergpalmen sowie Schwertfarne.

Wäsche trocknen

Die folgende Methode werden viele Vermieter wohl nicht gerade begrüßen, doch zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit ist sie bestens geeignet: Hängen sie Ihre Wäsche zum Trocknen in der Wohnung auf. Denn mit jedem Gramm Wasser, das aus der Wäsche verdunstet, steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum an. Und als angenehmer Nebeneffekt wird die Wäsche auch noch schnell trocken.

Luftbefeuchter erhöhen die Luftfeuchtigkeit

Auch Luftbefeuchter können die relative Luftfeuchtigkeit wieder in den optimalen Bereich bringen. Doch Vorsicht: Wasserbehälter, die lediglich an die Heizung gehängt werden, sind durch das warme, feuchte Klima ein idealer Nährboden für Pilze. Diese wiederum sind gar nicht gesund. Wenn Sie einen solchen Luftbefeuchter verwenden, sollten Sie das Wasser regelmäßig austauschen und den Behälter zwischendurch gut austrocknen lassen.

Elektrische Luftbefeuchter feuchten die Luft an und verteilen sie im Raum. Manche Modelle können zusätzlich auch Staub und allergieauslösende Partikel aus der Luft filtern. Doch auch bei diesen Geräten muss das Wasser regelmäßig gewechselt werden, damit sie sich nicht innerhalb kürzester Zeit zu einer Bakterienschleuder entwickeln. Achten Sie außerdem bei der Anschaffung auf einen niedrigen Stromverbrauch.

Zu guter Letzt: Das Trinken nicht vergessen

Vergessen Sie neben der Luftfeuchtigkeit die „innerliche Befeuchtung“ nicht. Trinken Sie viel, am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Ein gesunder Mensch sollte zwischen zwei und drei Litern Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen. Wenn dies aufgrund Ihres gesundheitlichen Zustands wie beispielsweise einer Herzkrankheit nicht möglich ist, lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

 

Autor
Dr. med. Ulrike Stebner

 

Bildnachweis: ri | pixabay

 

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