Enzephalopathie

Was ist eine Enzephalopathie?

Die Enzephalopathie ist eine nicht entzündliche, organische Veränderung des Gehirns. Hierbei erfolgt die Zerstörung von Nervenzellen infolge eines Sauerstoffmangels im Gehirn. Die Krankheit kann angeboren sein oder aufgrund von Infektionskrankheiten, Verletzungen, Stoffwechselstörungen usw. erworben werden.

Sie tritt bei Menschen jeden Alters auf (sogar Neugeborene!). Am häufigsten stellen jedoch Ärzte bei älteren Patienten diese Diagnose. Bei der Enzephalopathie kommt es zu einer Dystrophie (Mangelversorgung) des Gehirngewebes und damit zu einer Störung seiner Funktion.

Was sind Arten der erworbenen Enzephalopathie?

Je nach Krankheitsursache werden folgende Arten der erworbenen Enzephalopathie unterschieden:

  • Posttraumatische Form entwickelt sich aufgrund einer traumatischen Hirnverletzung. Sie wird häufig bei Sportlern festgestellt. Es kommt vor, dass die Anzeichen der Krankheit lange nach einer Kopfverletzung auftreten.
  • Toxische Form: verursacht durch Auswirkungen toxischer Substanzen, wie Alkohol, bestimmte Medikamente, Schwermetalle und Gifte auf das Gehirn.
  • Dyszirkulatorische Form tritt aufgrund einer unzureichenden Blutversorgung des Gehirns auf.
  • Hepatische und urämische Enzephalopathie: verursacht aufgrund schwerer Leber– und Nierenerkrankungen.
  • Pankreasenzephalopathie tritt bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Strahlenenzephalopathie tritt aufgrund von Strahlenschäden auf.
  • Gefäßenzephalopathien treten mit einer dauerhaften Störung der Blutversorgung des Gehirns auf.

Woran ist eine krankhafte Gehirnveränderung erkennbar?

Die Symptome der Krankheit können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, was die Krankheit verursacht hat. Zu den ersten Symptome einer Enzephalopathie zählen normalerweise:

  • verminderte intellektuelle Fähigkeiten, beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisstörung;
  • depressive Verstimmung (Depression), emotionale Enthemmung;
  • Gangverlangsamung, Schrittverkürzung, Haltungsinstabilität;
  • Sprachbehinderung;
  • Urinstörungen, Blutdruckschwankungen;
  • diffuse Kopfschmerzen;
  • schlechter Schlaf, Schwäche, Apathie, Müdigkeit.

Wie erfolgt die Behandlung einer Enzephalopathie?

Die Behandlung hat mehrere Ziele:

  • Verbesserung der Durchblutung des Gehirns;
  • Aktivierung der mentalen Aktivität;
  • der Kampf gegen Vergiftungen, falls vorhanden;
  • Normalisierung des Nervengewebestoffwechsels (Vitamintherapie);
  • Abnahme der Schwere des oxidativen Stresses (Antioxidantien werden verwendet).

Die Methoden zur Behandlung der Enzephalopathie hängen direkt von der Krankheit ab, die den Hirnschaden verursacht hat. Die häufigsten Behandlungsmaßnahmen sind:

  • Arzneimittelbehandlung: Ärzte setzen verschiedene Gruppen von Arzneimitteln ein, die sie je nach Krankheitsursache auswählen.
  • Physiotherapeutische Behandlung: Magnetfeldtherapie, elektromagnetische Stimulation, Akupunktur.
  • Chirurgische Behandlung: Meistens führen Chirurgen Operationen an den Gefäßen durch, die zur Normalisierung des Blutflusses im Gehirn erforderlich sind. Die chirurgische Behandlung setzten Mediziner bei Hirntumoren, traumatischen Hirnverletzungen und angeborenen Anomalien der Gehirngefäße ein.
  • Veränderungen ungünstiger Lebensgewohnheiten: Um die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern, wird empfohlen, Gewicht zu verlieren, gesättigte Fette (v. a. in tierischen Produkten), Salz und Alkohol von der Ernährung zu minimieren, sich mehr zu bewegen und mit dem Rauchen aufzuhören.

 

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