Enzephalitis

Was ist Enzephalitis?

Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, deren häufigste Ursache eine Virusinfektion ist. Die Infektion betrifft in der Regel das Gehirn und hirnnahe Strukturen wie die Hirnhäute oder das Rückenmark.

Sie ist eine Krankheit, die von selbst geheilt werden kann oder in den schwersten Fällen erhebliche Folgen wie Gedächtnisverlust, geistige Veränderungen, motorische Defizite oder Verhaltensänderungen hinterlassen kann.

Wie kommt es zu einer Entzündung des Gehirns?

Viele Arten von Viren können Enzephalitis verursachen. Sie übertragen sich über den fäkal-oralen Weg, über die Atemwege oder durch sexuellen Kontakt. Die wichtigsten Viren, die Enzephalitis verursachen können, sind unter anderem:

  • Herpesvirus (Herpes simplex Typ 1 und Typ 2, die Wunden oder Blasen an den Lippen oder Genitalien verursachen);
  • Zytomegalievirus (CMV), das durch Urin, Sexualkontakt, Speichel, Organtransplantationen und Atemtröpfchen verbreitet wird;
  • Varizella-Zoster-Virus (Windpocken) und seltener auch andere wie Epstein-Barr-Virus,
  • Arboviren: Viren, die durch Stechmücken übertragen werden, wie das West-Nil-Virus oder die Japanische Enzephalitis.
  • Coxsackie-Virus, das im Verdauungstrakt des Menschen lebt
  • Masern-, Mumps-Viren. Impfstoffe gegen diese Krankheiten haben zu einem Rückgang der Fälle geführt.

Symptome einer Enzephalitis

Die häufigsten Anzeichen für diese Pathologie sind:

  • Fieber (bei 75 Prozent der Betroffenen),
  • gefolgt von Krampfanfällen (bei nur zwei Dritteln der Patienten mit bestätigter Enzephalitis),
  • Kopfschmerzen,
  • Apathie (Gleichgültigkeit),
  • weitere: Verwirrung, Schläfrigkeit, Erbrechen, Nacken- und Rückensteifheit, Lichtsensibilität, unkoordinierte Bewegungen.

In den schwersten Fällen können Patienten Probleme mit dem Sprechen und Hören, Halluzinationen, Muskelschwäche, Gedächtnisverlust, Bewusstseinsverlust und eine teilweise Lähmung der Arme und Beine haben.

Die Anzeichen bei einem Säugling sind:

  • Erbrechen,
  • Körpersteifigkeit,
  • häufigeres Schreien, das sich verschlimmern kann, wenn das Baby gehalten wird.

Kann ich mich vor der Krankheit schützen?

Zur Vorbeugung empfehlen Ärzte: Hygiene. Richtiges Händewaschen, Körperhygiene, Niesen in die Ellenbeuge und die Verwendung von Kondomen helfen, Infektionen zu verhindern. Erwachsene und Kinder sollten gegen die Viren geimpft werden, die diese Krankheit verursachen können. Darüber hinaus hilft die Impfung von Tieren, die durch das Tollwutvirus verursachte Enzephalitis zu verhindern.

Die mitteleuropäische Enzephalitis betrifft das zentrale Nervensystem. Die Symptome ähneln denen der Grippe, sie kann sich zu einer Lähmung entwickeln, dauerhafte Folgeerscheinungen hinterlassen oder sogar zum Tod führen. Mit dem Biss einer infizierten Zecke überträgt sich das Virus. Sie kann auch durch unhygienisch infizierte Rohmilch übertragen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält sie für die wichtigste Krankheit in Europa. Sie kommt in ländlichen und bewaldeten Gebieten vor, vor allem in den Sommermonaten. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen.

Reisende, die in diesen Gebieten unterwegs sind oder dort campen, sollten sich impfen lassen. Die Impfung muss zwei Monate vor der Reise erfolgen. Drei Dosen sind intramuskulär notwendig, wobei die ersten beiden Dosen im Abstand von 4 – 12 Wochen und die dritte im Abstand von 9 – 12 Monaten verabreicht. Unerwünschte Reaktionen können sein: Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Infektionsstelle. Weniger häufig sind: Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Muskel- oder Gelenkschmerzen.

Japanische Enzephalitis

Mückenstiche verbreiten diese Art der Enzephalitis, die zur gleichen Gattung wie Dengue-, Gelbfieber- und West-Nil-Viren gehören. Sie breitet sich nicht von Mensch zu Mensch aus. Das Risiko ist sehr hoch für Menschen, die hauptsächlich in ländlichen Gebieten Asiens leben, oder für Menschen, die für lange Zeit in diese Gebiete reisen.

Eine Person mit dieser Krankheit kann Symptome wie Fieber, Nackensteifheit, Koma, Desorientierung oder Lähmung haben. Nach Angaben der WHO haben zwischen 20 und 30 Prozent der Überlebenden eine bleibende Behinderung.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Impfung gegen diese Krankheit in allen Bereichen, in denen die Krankheit ein Problem der öffentlichen Gesundheit darstellt. Auch hier können leichte Reaktionen wie Rötung, Schwellung, Fieber, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein auftreten.

Wie stellen Ärzte die Diagnose „Gehirnentzündung“?

Bei jedem Kind, das Symptome wie Fieber, Nahrungsverweigerung, Reizbarkeit, Krämpfe, Lethargie oder Sepsis aufweist, sollte nach einer vorliegenden Enzephalitis untersucht werden. Zusätzlich sollten Mediziner die mütterliche Vorgeschichte auswerten.

Tests, die Ärzte zur Diagnose einer Enzephalitis einsetzen, sind:

  • Lumbalpunktion: Man entnimmt eine kleine Probe des Liquors zur Analyse. Diese Flüssigkeit ist farblos und dient als Schutz für das Gehirn und das Rückenmark und liefert auch Nährstoffe.
  • Elektroenzephalogramm (EEG): Ein Test, der die elektrische Aktivität des Gehirns misst.
  • Magnetresonanztomographie (MRT), bei der Bilder des zu untersuchenden Bereichs aufgenommen werden.
  • Computertomographie (CT)-das Abbilden des Kopfes mit Röntgenstrahlen.
  • Polymerase-Kettenreaktion (PCR): zeigt das Vorhandensein von Viren an, die Enzephalitis im Liquor verursachen.
  • Serologische Untersuchung: zum Nachweis von Antikörpern, die gegen Mikroorganismen kämpfen.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um
Neurochirurgie
Neurologie
Neuropathologie
Laboratoriumsmedizin
Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie