Embryo

Die Entwicklung des Embryo

Für angehende Eltern ist das erste sichtbare Bild des Embryo oft dasjenige, das bei einer Ultraschalluntersuchung im ersten Trimester der Schwangerschaft auf dem Bildschirm erscheint. Bereits am Ende der dritten Schwangerschaftswoche kann ein etwa zwei Millimeter langer Embryo mit Herztätigkeit sichtbar sein. Dieser macht noch viele Veränderungen durch, bevor ein Baby geboren wird. Jedoch sind die Ereignisse, die vor und während der Befruchtung stattfanden, ebenso grundlegend.

Das Verständnis der verschiedenen Stadien der Embryonalentwicklung erlaubt es uns, die Komplexität dieses Stadiums der menschlichen Fortpflanzung zu erfassen. Vom Zusammentreffen des Spermas und der Eizelle bis zur Befruchtung und Einnistung des Embryos sind hier die verschiedenen Stadien dargestellt.

Das Zusammentreffen von Sperma und Eizelle

Zunächst müssen die Keimzellen oder reproduktiven Zellen, Spermien und Eizellen genannt, vorhanden sein.

Beim Menschen beginnt die Spermienproduktion in der Adoleszenz in den Hoden und setzt sich im Prinzip ein Leben lang fort. Diese „Produktion“ oder Spermatogenese findet in den Samenröhren der Hoden aus Stammzellen oder Spermatogonien statt. Sie tritt 74 Tage lang in der Wand der Eileiter auf, bevor die Spermien in der Mitte dieser Samenleiter freigesetzt werden.

In diesem Stadium enthalten sie ihr eigenes genetisches Material, 23 Chromosomen, aber sie haben noch nicht die volle Beweglichkeit und Befruchtungskraft. Erst während ihrer Reise durch den Nebenhoden, wo sie zwischen den Ejakulationen gespeichert werden, erreichen sie ihre volle Reife. Während dieser Reise erlangen die Spermien ihre Befruchtungskraft im Kontakt mit dem Schleim und der weiblichen Genitalschleimhaut.

Die abgestorbenen Spermien werden in den Schleimhäuten, hauptsächlich in der Gebärmutterschleimhaut, resorbiert. Die Spermien machen nur einen kleinen Teil des Volumens eines Ejakulats aus (durchschnittlich 2,5 ml): Der wichtigste Teil besteht aus Samenplasma aus den Samenblasen und der von der Prostata abgesonderten Samenflüssigkeit.

Die Eizelle, die dann 23 Chromosomenpaare besitzt, gilt als diploid, und die Befruchtung ist abgeschlossen.

Die Entwicklung des Embryo setzt sich fort: Zellteilung

Die erste Zellteilung oder Mitose, die zu einer zweiten Zelle führt, die mit der ersten identisch ist, findet kurz danach statt. So entsteht ein neuer zweizelliger Embryo. Diese zwei Zellen werden sich wiederum teilen, um vier Zellen zu erhalten und so weiter…

Die sich schnell teilenden Zellen haben die gleiche genetische Ausstattung. Bis zum dritten Tag nach der Befruchtung werden diese Zellen, etwa zehn, als totipotent bezeichnet. Das bedeutet, dass jeder von ihnen für sich genommen seine Teilung wieder aufnehmen und einen vollständigen Embryo zur Welt bringen kann. Wenn sich in diesem Stadium die durch die Befruchtung entstandene Zellmenge spontan in zwei Teile teilt, kann es zu einer Zwillingsschwangerschaft kommen. In diesem Fall mit homozygoten Zwillingen (oder eineiigen Zwillingen).

In diesem Stadium erscheint der Embryo unter dem Mikroskop als eine dichte Ansammlung kleiner Zellen. Es hat bereits seinen Weg durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter gefunden.

Am 4. bis 5. Tag bestehen etwa 30 Zellen, die Experten Blastomere nennen. Diese gelangen in die Nähe der Gebärmutterhöhle. Ab dem 5. bis 6. Tag verändert sich das mikroskopische Aussehen des Embryos. Nämlich dann, wenn die Zellen beginnen, sich zu einer Blastozyste (drei Zehntel Millimeter im Durchmesser) zu differenzieren.

Das Zentrum der Eizelle höhlt sich zu einem flüssigkeitsgefüllten Hohlraum aus. Der Rest der embryonalen Zellen konzentriert sich an einem seiner Pole und bildet die embryonale Knospe. Auf dieser Ebene werden sich die Zellschichten weiter differenzieren und allmählich die verschiedenen Gewebe des Embryos bilden.

Diese Umwandlung findet statt, während sich die Eizelle noch im Eileiter befindet. Sie kann dann in die Gebärmutterhöhle gelangen.

Einnistung des Embryo

Sechs Tage nach der Befruchtung, während sich die Eizelle in der Gebärmutterhöhle befindet, reißt die filmartige Membran, die sie noch vollständig umgibt, auf. Die Blastozyste tritt aus und die Trophoblastzellen auf ihrer Oberfläche kommen mit der Gebärmutterschleimhaut in Kontakt.

Einige Tage lang vermehren sich diese Trophoblastzellen und betten sich tief in die Gebärmutterschleimhaut ein, um mit dem mütterlichen Organismus den für die Entwicklung des Embryos notwendigen Austausch zu ermöglichen.

Es handelt sich um ein echtes Transplantat, das nur dank der „Anti-Abstoß“-Wirkung des Trophoblasten, der dazu neigt, die embryonalen Antigene zu „maskieren“, erfolgreich sein kann. Ohne diese Aktion müsste der Embryo, der ein anderes genetisches Erbe hat als seine Mutter, als Fremdkörper erkannt und vom mütterlichen Immunsystem abgestoßen werden.

Damit die Implantation erfolgreich ist, muss auch die Gebärmutterschleimhaut bereit sein, vom embryonalen Trophoblasten besiedelt zu werden: Die Implantation kann nämlich nur während eines normalen Zyklus um den 21. Tag herum erfolgen, wenn die Schleimhaut eine ideale hormonelle Stimulation erhalten hat, zunächst durch Östrogen und dann durch Progesteron.

Die Plazenta ernährt das Embryo

Die Invasion des Trophoblasten in die Gebärmutterschleimhaut führt in wenigen Tagen zu einem Gleichgewicht, das die Entwicklung eines Urelementes für den guten Verlauf der Frühschwangerschaft zur Folge hat: die Plazenta. Es ermöglicht den zahlreichen Austausch zwischen Mutter und Fötus, aber auch die Synthese von Hormonen. Während dieser Zeit entwickelt sich der Embryo mit dem Erscheinen der Fruchthöhle. Am Ende der dritten Woche nach der Befruchtung misst es etwa zwei Millimeter und ein embryonales Herz sorgt bereits für eine primitive Durchblutung. Seine Schläge können dann mit Ultraschall nachgewiesen werden. Sie signalisieren das Vorhandensein einer sich entwickelnden Schwangerschaft.

 

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