Elektrophysiologie

Was ist die Elektrophysiologie?

Die Elektrophysiologie ist eine Untersuchungsmethode zur Überprüfung der Leitfähigkeit von Nervenbahnen. Durch elektrische Impulse werden an Händen oder Füßen Reize ausgeübt und die Leitfähigkeit der Nervenbahnen bis zum Gehirn geprüft.

Wie funktionieren diese Diagnosemethoden?

Elektrophysiologische Diagnosemethoden sind Methoden zur Untersuchung organischer Funktionen, basierend auf der Registrierung von Biopotenzialen, die in den Geweben eines lebenden Organismus spontan oder als Reaktion auf eine externe Stimulation auftreten.

Um eine Untersuchung der Haut im Bereich der Untersuchungsstelle durchzuführen, werden Elektroden aufgeklebt, die elektrische Impulse vom Testorgan aufnehmen. Zur Verbesserung des Kontakts verwendet man dabei leitfähiges Gel.

Welche Methoden der Elektrophysiologie gibt es?

Die am häufigsten verwendeten Methoden sind die Registrierung von Hirnbioströmen (spontanes Elektroenzephalogramm und evozierte Potenziale), Muskelbiostrom (Elektromyogramm), Hautbiostrom (galvanische Hautreaktion) und Herzbiostrom (Elektrokardiogramm).

  • Die Elektroenzephalographie (EEG) beinhaltet die Registrierung der spontanen bioelektrischen Aktivität von verschiedenen Teilen der Kopfhautoberfläche. Sie ermöglicht die direkte Aufzeichnung von Änderungen der Gehirnaktivität während verschiedener experimenteller Vorgänge. Sie wird zur Untersuchung der physiologischen Korrelate verschiedener mentaler Funktionen (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Denken, Gedächtnis usw.), zur Untersuchung von Emotionen, äußerer Aktivität (Bewegung, Sprache) und Selbstregulation verwendet. Zudem lassen sich mit dieser Methode Funktionszustände beurteilen und die interhemisphärische Organisation mentaler Prozesse (funktionelle Asymmetrie des Gehirns) untersuchen. Aufgrund des Vorhandenseins stabiler individueller Merkmale setzt man das Elektroenzephalogramm in der Differenzialpsychologie und Psychophysiologie, insbesondere bei der Untersuchung der allgemeinen und besonderen Eigenschaften des Nervensystems, häufig ein.
  • Die Methode von den evozierten Potenzialen besteht darin, Biopotenziale zu registrieren, die als Reaktion auf äußere Einflüsse und in einem relativ engen zeitlichen Zusammenhang damit entstehen. Eine der Varianten der Methode von evozierten Potenzialen ist die Reaktion, einen Rhythmus aufzuerlegen, der den Schwankungen des Biopotenzials nach der Frequenz des rhythmischen Stimulus folgt. Die Methode wird zur Untersuchung von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Intelligenz, funktioneller Gehirnasymmetrie sowie in der Differenzialpsychophysiologie eingesetzt.
  • Die Elektromyographie (EMG) verwendet man in Experimenten zur Untersuchung motorischer und sprachlicher Handlungen. Man bestimmt damit die Intensität, Lokalisation und zeitlichen Parameter der Muskelkontraktion. Insbesondere bei der Registrierung latenter motorischer Reaktionen.
  • Die Registrierung von der galvanische Hautreaktion als unfreiwilliger vegetativer Index wird am häufigsten zur Beurteilung von Änderungen des Funktionszustands sowie emotionaler und orientierender Reaktionen verwendet. Das Vorhandensein individueller Merkmale ermöglicht die Verwendung von galvanischer Hautreaktion in der Differenzialpsychophysiologie.
  • Das Elektrokardiogramm verwendet man für ähnliche Zwecke als objektives Kriterium für autonome Verschiebungen.

Die Ergebnisse elektrophysiologischer Forschungsmethoden lassen sich zur Diagnose einer Vielzahl von Störungen und Krankheiten heranziehen. Eine Vorbereitung auf die Untersuchung ist in der Regel nicht erforderlich.

 

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