Elektronystagmographie

Was ist eine Elektronystagmographie?

Als Elektronystagmographie (ENG) bezeichnet man die elektrische Aufzeichnung von Augenbewegungen. Die Elektronystagmographie ist eine Untersuchung der Netzhaut durch die grafische Aufzeichnung von Änderungen des konstanten Biopotenzials des Auges während seiner Bewegungen. Durch die Messung des Ruhepotenzials lässt sich der Zustand der Netzhaut beurteilen.

In welchen Fällen setzt man diese Untersuchung ein?

Indikationen für die Elektronystagmographie sind vor allem angeborene Erkrankungen der Netzhaut, die durch pathologische Veränderungen des Pigmentepithels gekennzeichnet sind. Das Verfahren ist auch bei der Diagnose einer Netzhautablösung anwendbar. Andere Indikationen sind:

  • Verdacht auf das Vorhandensein eines Fremdkörpers im Auge;
  • eine Komplikation von Diabetes (Zuckerkrankheit), wie diabetische Retinopathie (Netzhautgefäßerkrankung);
  • Trübung der Augenlinse – Katarakt;
  • traumatische Verletzungen des Augapfels;
  • entzündliche Prozesse der Netzhaut;
  • eitrige entzündliche Prozesse der inneren Augenmembranen.

Die Untersuchung ist sicher, hat daher keine Kontraindikationen. Eine Ausnahme können psychische Störungen sein, bei denen der Patient sich und andere verletzen kann.

Wie wird eine Elektronystagmographie durchgeführt?

Die Augenbewegungen werden mit Elektroden aufgezeichnet, die kreuzweise um die Augenhöhle angebracht sind:

  • Elektroden, die sich in der Nähe des nasalen Winkels der Augen befinden, zeichnen die horizontale Komponente auf;
  • Elektroden in der Nähe des oberen und unteren Randes der Augenhöhle zeichnen die vertikale Komponente der Augenbewegungen auf.

Die Elektronystagmographie umfasst drei Testphasen. Während des ersten Tests werden Augenbewegungen beim Bewegen des Kopfes und Verfolgen eines sich bewegenden Objekts, spontaner Schwankungen der Augäpfel und Schwankungen beim Aufblicken aufgezeichnet. Beim zweiten Test wird ein Positionsnystagmus (Schwankungen der Augäpfel) festgestellt. Während des dritten Tests werden mithilfe von Wasser oder Luft die Reaktionen des Innenohrs auf Temperaturänderungen untersucht.

Eine Elektronystagmographie erfordert keine Schmerzmittel, da sie keine Schmerzen beim Patienten verursacht. Die Technik sieht Folgendes vor:

  • Platzierung der Elektroden am unteren Augenlid im äußeren und inneren Augenwinkel;
  • der Patient wird mit der gleichen Amplitude aufgefordert, seinen Blick von einer Seite zur anderen zu bewegen;
  • dabei werden die Daten von den Elektroden gelesen und registriert.

 

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