Nervenbahnen

Elektroneurographie (ENG)

Die Elektroneurographie ist eine Methode, mit der durch elektrische Reizung eines Nervs die Nervenleitgeschwindigkeit des getesteten Nervs ermittelt wird.

Wie funktioniert die Reizweiterleitung?

Das menschliche Gehirn sendet über ein System peripherer Nerven Signale an jeden Muskel und jedes Organ. Die Reaktion geht von den Nerven zum Rückenmark, dann zum Gehirn. Die Technik der ENG ermöglicht es, pathologische Veränderungen in den frühesten Stadien zu identifizieren. Es wird die Geschwindigkeit des Durchgangs eines Nervenimpulses durch Nervenfasern aufgezeichnet.

In welchen Fällen wird Elektroneurographie durchgeführt?

  • Schmerzen im Hals-, Lendenbereich, die sich bis zu den Extremitäten erstrecken;
  • Schmerzen im Zusammenhang mit Verletzungen der Wirbelsäule oder der Gliedmaßen;
  • Einschränkung der Beweglichkeit, Muskelkrämpfe oder Taubheitsgefühl der Gliedmaßen;
  • Schwäche, Lethargie.

Meist werden bei dieser Methode die Nerven medianus, tibialis, fibularis, seltener die Nerven ulnaris und Ischias untersucht.

Was passiert bei der Elektroneurographie?

Drei Tage vor der Untersuchung empfehlen Ärzte, anregende Getränke auszuschließen. Vor der ENG entfernt der Patient Uhren, Armbänder und Schmuck.

Um die Elektroden richtig anzubringen, entfettet man die Haut des Patienten. Man trägt eine Paste auf, die die elektrische Leitfähigkeit der Haut erhöht. Auf der so vorbereiteten Haut ist eine Elektrode angebracht, die zusätzlich mit einem Pflaster fixiert sein kann. Die Elektroden sind auf den Projektionsflächen der Nerven und der ihnen entsprechenden Muskeln angelegt. Die Stimulation ist mit kurzen Impulsen elektrischer Entladungen durchgeführt, während der Durchgang des Nervenimpulses durch verschiedene Körperteile aufgezeichnet wird.

Das Verfahren wird in liegender oder sitzender Position durchgeführt. Die Aufzeichnung der Muskelaktivität ähnelt einem Elektrokardiogramm (EKG). Die Untersuchung dauert 30-60 Minuten, abhängig von der Anzahl der analysierten Muskeln.

Vorteile der Methode

Nichtinvasivität, Schnelligkeit und einfache Ausführung sind die wesentlichen Pluspunkte der Elektroneurographie. Die kurze Dauer und Form des elektrischen Entladungsreizes ist auch für Patienten mit Herzschrittmachern unbedenklich und kann ausnahmslos durchgeführt werden.

Die Elektroneurographie (ENG) kann folgende Informationen liefern:

  • das Vorhandensein von Nervenschäden;
  • die Dauer von Nervenschäden (akut oder chronisch);
  • die Lokalisierung von Nervenschäden (relativ zur Peripherie und zum Zentrum);
  • die Schwere oder das Ausmaß von Nervenschäden.

 

Bildnachweis: geralt | pixabay

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Nervenschmerzen
Neurochirurgie (Facharzt)
Neurologie (Facharzt)