Elektrokardiographie: Ruhe-EKG

Die Elektrokardiographie (engl. electrocardiography) ist die Messung durch auf den Brustkorb geklebte Elektroden und Aufzeichnung der Herztätigkeit durch einen Computer. Beim Ruhe-EKG findet diese Messung am liegenden, ruhenden Patienten statt. Sie dauert nur wenige Minuten.

Die Elektrokardiographie (EKG) ist eine der elektrophysiologischen Methoden zur Erfassung der bioelektrischen Aktivität des Herzens. Die elektrischen Impulse des Herzgewebes werden auf die Hautelektroden an Armen, Beinen und Brust übertragen.

Was sind die Hauptaufgaben der Elektrokardiographie?

  • Rechtzeitige Feststellung von Störungen von Rhythmus und Herzfrequenz (Erkennung wie Arrhythmien und Extrasystolen),
  • Bestimmung von akuten (Myokardinfarkt) oder chronischen (Ischämie) organischen Veränderungen im Herzmuskel,
  • Erkennung von Verletzungen der intrakardialen Leitung von Nervenimpulsen (Blockade bzw. gestörte Leitung eines elektrischen Impulses durch das Herzleitungssystem),
  • Identifizierung einer akuten (Lungenembolie) oder chronischen (chronische Bronchitis mit Atemversagen) Lungenerkrankung,
  • Identifizierung von Elektrolytstörungen (Kalium-, Calciumspiegel) und anderen Veränderungen des Myokards (Herzens) wie Degeneration oder Hypertrophie (Zunahme der Dicke des Herzmuskels),
  • indirekte Registrierung von entzündlichen Herzerkrankungen (Myokarditis).

Wann wird ein EKG eingesetzt?

Aus prophylaktischen Gründen wird in folgenden Fällen ein EKG durchgeführt:

  • bei hohem Blutdruck (Hypertonie),
  • bei einer Arteriosklerose,
  • im Falle von Fettleibigkeit,
  • bei einer Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinspiegel im Blut),
  • nach gewissen Infektionskrankheiten (Mandelentzündung und andere),
  • bei Erkrankungen des Hormonsystems und des Nervensystems,
  • Personen über 40 Lebensjahren und Menschen, die hohem Stress ausgesetzt sind,
  • bei rheumatologischen Erkrankungen,
  • Personen mit beruflichen Risiken und Gefahren zur Beurteilung der beruflichen Eignung (Piloten, Sportler).

In einer Notfallanordnung wird ein EKG verschrieben:

  • bei Schmerzen oder Beschwerden in der Brust,
  • bei plötzlicher Atemnot,
  • bei anhaltenden starken Bauchschmerzen (insbesondere im oberen Bereich),
  • bei anhaltendem Blutdruckanstieg,
  • im Falle einer ungeklärten Schwäche,
  • bei Bewusstlosigkeit,
  • im Falle einer Brustverletzung (um Herzschäden auszuschließen),
  • bei oder nach Herzrhythmusstörungen,
  • bei Schmerzen in der Brustwirbelsäule und im Rücken (besonders links),
  • mit starken Schmerzen im Nacken und Unterkiefer.

Wie wird eine Elektrokardiographie in Ruhe durchgeführt?

Bei der Aufnahme eines Kardiogramms liegt der Patient auf dem Rücken, die Arme sind über den Körper gestreckt, die Beine sind gestreckt, die Knie nicht gebeugt, die Brust wird freigemacht. An den Knöcheln und Handgelenken werden Elektroden nach dem allgemein anerkannten Schema befestigt: rechte Hand die rote Elektrode, linke Hand die gelbe Elektrode, linkes Bein grüne Elektrode, rechtes Bein die schwarze Elektrode. Dann werden weitere sechs Elektroden an der Brust angebracht.

Nachdem der Patient vollständig an das EKG-Gerät angeschlossen ist, wird ein Aufzeichnungsvorgang durchgeführt, der bei modernen Elektrokardiographen nicht länger als eine Minute dauert. In einigen Fällen fordert der Arzt den Patienten auf, 10-15 Sekunden lang zu atmen und nicht zu atmen, und führt zu diesem Zeitpunkt eine zusätzliche Aufzeichnung durch.

 

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