Dysarthrie

Was ist Dysarthrie?

Dysarthrie ist eine Sprachstörung, die mit Schwierigkeiten bei der Aussprache von Lauten und Wörtern aufgrund neurologischer Störungen verbunden ist. Eine Person mit Dysarthrie versteht die Sprache und kann sie aufschreiben und formulieren. Aufgrund einer Verletzung der Innervation des Sprachapparats (Lippen, Zunge, weicher Gaumen) kann die betroffene Person jedoch keine Wörter aussprechen.

Was verursacht eine Dysarthrie?

Die Ursachen für Dysarthrie sind:

  • Cerebralparese;
  • Geburtsverletzung, Frühgeburt;
  • die übertragenen Neuroinfektionen (Meningitis, Enzephalitis);
  • Kopfverletzungen einschließlich Operationen;
  • nach Schlaganfall das Vorhandensein eines Gehirntumors.

Bei Kindern ist diese Sprachstörung häufig mit einer intrauterinen Schädigung des Zentralnervensystems (ZNS), einem Geburtstrauma oder einer Hypoxie (Sauerstoffmangel) während der Geburt verbunden.

Was sind Manifestationen der Krankheit?

Das Krankheitsbild ist durch häufige Symptome gekennzeichnet:

  • Verzerrung von Lauten, Wörtern, Silben;
  • Muskelverspannungen im Gesicht;
  • Einschränkung der Beweglichkeit des Artikulationsapparates (Lippen, Zunge);
  • Speichelfluss;
  • Stimmschwäche;
  • Verkürzung der Ausatmung.

Welche Arten der Dysarthrie gibt es?

  • Bulbäre Dysarthrie ist mit einer Schädigung der Kerne der Hirnnerven verbunden. Es kommt zu Nasalisierung, Dysphonie.
  • Pseudobulbäre Dysarthrie: Charakteristisch sind Hypertonizität der Mundmuskulatur, insbesondere der Zunge, die zu Schwierigkeiten bei willkürlichen Bewegungen, Schluckstörungen, manchmal zu Erstickungsgefühlen, Nasalisierung der Sprache und schwerwiegenden Verstößen bei der Bildung von Geräuschen führen.
  • Extrapytamidale Dysarthrie ist mit einer Schädigung der subkortikalen Kerne des Gehirns verbunden. Es ist gekennzeichnet durch heftige Bewegungen der Gelenk- und Gesichtsmuskulatur, die beim Sprechen häufig auftritt und spontane Schreie hervorrufen kann. Die Sprache kann beschleunigt oder verlangsamt werden, ihr Rhythmus ist gestört.
  • Zerebelläre Dysarthrie ist mit einer Schädigung des Kleinhirns verbunden. Die Störung der Sprechweise ist charakteristisch und äußert sich in einer Verletzung des Rhythmus, in Schreien, in einer allgemeinen Verlangsamung und Unschärfe. Oft ist eine Kleinhirn-Dysarthrie mit einer allgemeinen Bewegungseinschränkung verbunden.
  • Kortikale Dysarthrie assoziiert mit fokalen Läsionen der Großhirnrinde.

Je nach Schweregrad der Sprachstörungen werden vier Grade unterschieden:

  • erster Schweregrad: es liegt kein ausgeprägter Aussprachefehler vor, Abweichungen von der Norm können bei der Untersuchung durch einen Logopäden festgestellt werden;
  • zweiter Schweregrad: Sprachverständlichkeit bleibt erhalten, einige Störungen machen sich jedoch bereits bemerkbar;
  • dritter Schweregrad: Die Sprache einer kranken Person ist nicht nur für nahe stehende Personen, sondern auch für einige Fremde unverständlich;
  • vierter Schweregrad: Die Sprache des Patienten ist völlig unverständlich.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Die Korrektur der Erkrankung erfolgt mithilfe von Sprachtherapie. Ein Neurologe verschreibt Medikamente und Reha-Therapie. Eine Rehabilitationstherapie beinhaltet:

  • Bewegungstherapie;
  • Akupunktur;
  • therapeutische Bäder;
  • Reflexzonenmassage.

Die Behandlungsmethoden und -taktiken werden für jeden Patienten individuell festgelegt, abhängig von der Schwere des Zustands, dem Alter und den Merkmalen des Nervensystems. Mögliche Komplikationen können sein: Unterentwicklung und schwere Sprachstörung, Schwerhörigkeit.

 

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