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Dünndarmkrebs  

Was ist Dünndarmkrebs?

Dünndarmkrebs ist eine Erkrankung, bei der sich bösartige Zellen in den verschiedenen Abschnitten des Dünndarms bilden: Zwölffingerdarm, Jejunum und Ileum. Diese Tumoren sind sehr selten und zeigen in der Regel unspezifische Symptome. Daher ist es üblich, dass die Diagnose erst gestellt wird, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten sind.

Prävalenz und Inzidenz bei Dünndarmkrebs

Diese Tumoren repräsentieren etwa 3 % aller Krebsarten des Verdauungstraktes (unter denen wir auch solche des Dickdarms, des Magens, der Speiseröhre und andere finden) und nur 0,6 % aller Krebsarten. Ihre Inzidenz wird vom Robert-Koch-Institut auf unter 1 Fall pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland geschätzt.

Wie kommt es zum Dünndarmtumor?

Die Ursache von Dünndarmkrebs ist unbekannt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die eine Rolle spielen können. Darunter sind einige erbliche Syndrome. Menschen mit den folgenden Krankheiten sind stärker prädisponiert:

  • Dickdarmkrebs
  • familiäre adenomatöse Polyposis (FAP; starke Ansammlung von Polypen im Dickdarm),
  • Lunch-Syndrom (HNPCC, erbliches Tumorsyndrom),
  • weitere Krankheiten, die das Risiko für Dickdarm- und Dünndarmkrebs erhöhen, wie beispielsweise: Morbus Crohn;
  • Zöliakie (wenn sie nicht kontrolliert wird und eine lange Entwicklung hat),
  • Mukoviszidose.

Einige lebensstilbedingte Risikofaktoren tragen ebenfalls zur Erhöhung des Risikos bei, aber ihr Einfluss wäre geringer als bei Dickdarmkrebs: ungünstige Ernährung (zu viel raffinierter Zucker, rotes Fleisch, usw.), Alkoholkonsum, Rauchen. Ebenso spielt, wie bei anderen Tumoren, ein gesundes Leben (mit körperlicher Bewegung, hohem Obst- und Gemüseverzehr) eine schützende Rolle.

Was sind Symptome eines Tumors im Dünndarm?

Die Anzeichen, die auf das Vorhandensein dieses Tumors hinweisen, sind tatsächlich nicht eindeutig oder spezifisch. Sie treten zudem meist in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf.

Am häufigsten sind Schmerzen im Abdomen (Unterleib). Es handelt sich um einen anhaltenden Schmerz oder einen intensiven Schmerz, der kommt und geht. Zu den weiteren Symptomen zählen beispielsweise:

  • Gewichtsverlust,
  • Müdigkeit,
  • Blut im Stuhl,
  • Wenn der Tumor viel gewachsen ist, erzeugt er einen Darmverschluss, der Erbrechen und, in viel geringerem Maße, Durchfall verursachen kann.

Wie kann ich mich vor Dünndarmkrebs schützen?

Präventionsmaßnahmen basieren grundsätzlich auf einer gesunden Lebensweise. Das bedeutet: gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen, Rauchverzicht (aktiv/passiv), Alkohol nur in geringem Maße, körperliche Bewegung.

Darüber hinaus ist es ratsam, im Falle des Vorliegens einer der oben genannten Erbkrankheiten, regelmäßige Überprüfungen mit Spezialisten durchzuführen.

Arten von Dünndarmtumoren

Im Dünndarm finden wir verschiedene Arten von Tumoren.

Dünndarm-Adenokarzinom: Er entsteht in der oberflächlichsten Schicht des Darms. Die häufigste Lokalisation ist im Zwölffingerdarm. In mehr als der Hälfte der Fälle besteht eine erbliche Veranlagung. Diese Tumorart macht weniger als die Hälfte aller Dünndarmkrebsfälle aus.

Karzinoide: sind bösartige Tumore, die von einer Art isolierter Zellen neuroendokrinen Ursprungs stammen.

Sarkome: sind Tumore, die die submuköse Schicht oder die Muskelschicht betreffen.

Lymphome: sind bösartige Tumore, die die Lymphozyten (Zellen, die Teil des Immunsystems sind) des Dünndarms befallen. Der Dünndarm ist der Bereich des Körpers mit dem meisten lymphatischen Gewebe.

Wie diagnostizieren Ärzte Tumore des Dünndarms?

Die Krankheit erkennen Mediziner in der Regel erst, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. Bei Verdacht jedoch nimmt der Arzt eine Anamnese auf und führt eine vollständige körperliche Untersuchung sowie einen Test auf okkultes Blut im Stuhl durch. Es gibt keine ideale Diagnosemethode für den Dünndarm, aber einige der effektivsten bildgebenden Tests sind:

  • obere Endoskopie: ermöglicht die Darstellung des Zwölffingerdarms.
  • Verdauungspassage: ist ein radiologisches Verfahren, das es ermöglicht, Anomalien in der Darmwand zu sehen, indem ein Bariumkontrast durch den Mund eingenommen wird, der durch alle Teile des Darms geht.
  • Abdominale Computertomographie (CT): Durch die Betrachtung des gesamten Abdomens können Läsionen von 0,5 bis 1 cm in jedem Organ sichtbar gemacht werden.
  • Thorax-CT (Brustkorb-CT): zur Untersuchung auf Metastasen in der Lunge.
  • Abdominale Magnetresonanztomographie.
  • PET-TC: markierte Glukose wird in das Blut eingebracht, so dass die Zellen, die sich teilen, mehr Glukose aufnehmen als der Rest und daher auf dem CT besser sichtbar sind. Diese erhöhte Zellaktivität kann auf das Vorhandensein von Tumorzellen hinweisen.

Wie behandeln Ärzte Dünndarmkrebs?

Die folgende Behandlung hängt von der Art des Tumors und dem Stadium der Erkrankung ab. Bei Adenokarzinomen im Stadium I, II und III: Die chirurgische Behandlung (Entfernung oder Resektion des Tumors) ist die am häufigsten verwendete Option.

Tumoren im Stadium III (positive Knoten): Spezialisten raten dazu, die chirurgische Behandlung durch eine Chemotherapie zu ergänzen.

Bei Tumoren im Stadium IV (fortgeschritten) ist die Chemotherapie die übliche Behandlungsoption.

Dünndarm-Lymphome werden stets mit Chemotherapie behandelt, ebenso Blutlymphome.

Überwachung und Revisionen bei Tumoren des Dünndarms

Nach Abschluss der Behandlung sind regelmäßige Revisionen notwendig, um den Patienten zu überwachen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit zurückkehrt, ist in den ersten Jahren höher. In den ersten drei Jahren wird daher empfohlen, die Untersuchungen alle paar Monate durchzuführen. Ab dem vierten und fünften Jahr könnten sie etwas weiter auseinander liegen.

Die Nachuntersuchungen sind in der Regel die folgenden:

Welche Heilungschancen gibt es bei Dünndarmtumoren?

Die Prognose von Dünndarmtumoren hängt stark von der Art des Tumors ab. Im Allgemeinen verhalten sich neuroendokrine Tumoren sehr träge und weisen ein nur geringes lokales Wachstum auf. Sie können Metastasen bilden, tun dies aber nur sehr selten. Sie werden vorsichtshalber chirurgisch entfernt.

Die Prognose von Adenokarzinomen ist in der Regel schlechter als beim Auftreten im Dickdarm. Dies kann auf ortsgebundene Faktoren zurückzuführen sein, aber auch darauf, dass sich die Diagnose von Dünndarmtumoren in der Regel verzögert.

 

Bildnachweis: Alicia_Harper | pixabay

 

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