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Diphtherie

Was ist Diphtherie?

Es handelt sich um eine akute hoch ansteckende Infektionskrankheit. Das Bakterium namens Corynebacterium diphtheriae und die von ihm produzierten Toxine (Gifte) ruft die Krankheit Diphtherie hervor.

Sie wirkt sich auf die oberen Atemwege, den Rachen und die Nase aus. Das Diphtheriebakterium verursacht eine gräulich-weiße Schleimhaut im Hals, die bei ihrer Neubildung Atembeschwerden verursacht. Dies geht mit Fieber und Schmerzen in verschiedenen Teilen des Atmungssystems einher. In schweren Fällen kann es auch zu einer Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels), einer Schädigung des Nervensystems und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Wie kommt es zur Diphtherie-Infektion?

Da es sich um ein Bakterium handelt, können Atemtröpfchen die Krankheit auslösen, die von einer infizierten Person durch Husten, Niesen oder Sprechen ausgestoßen werden. Personen können sich jedoch auch anstecken, wenn sie mit einem Gegenstand in Kontakt kommen, der die Bakterien enthält. Das können sein, z. B. ein gebrauchtes Glas oder Tasse, aus dem eine erkrankte Person getrunken hat, oder persönliche Gegenstände, wie ein Handtuch oder Bettlaken.

Das Leben unter unhygienischen Bedingungen, mangelnder Hygiene und vor allem, die Tatsache, dass keine Schutzimpfung vorliegt, sind ebenfalls hohe Risikoindikatoren für das Auftreten einer Diphtherie-Infektion.

Was sind die Symptome von Diphtherie?

Die Symptome der Diphtherie-Infektion treten ein bis sieben Tage nach dem Eindringen des Bakteriums in den Körper auf. Sie können

  • Halsschmerzen mit geschwollenen Drüsen,
  • gräulich-weißer Belag im Rachen,
  • Schmerzen beim Schlucken von Nahrung,
  • Fieber,
  • Schwächegefühl,
  • Hautauffälligkeiten (Hautläsionen, eine bläuliche Farbe oder Geschwüre),
  • Nasenbluten,
  • Atembeschwerden,
  • Heiserkeit und trockenen Husten verursachen.

In manchen Fällen kann es keine offensichtlichen Symptome geben. Die Person kann jedoch Träger der Krankheit sein – dies ist dann besonders gefährlich.

Diphtherie? Prävention durch Impfung!

Eine Diphtherie-Impfung führt der Kinderarzt routinemäßig durch. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung. Im weiteren Lebensverlauf benötigt man regelmäßig eine Auffrischungsimpfung. Diese verabreichen Ärzte oft eine Kombi-Impfung mit Tetanus und Keuchhusten.

Diese Auffrischungsimpfung ist auch dann notwendig, wenn man mit jemandem in Kontakt gekommen ist, der sich bereits mit der Krankheit angesteckt hat, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Das Risiko einer Ansteckung lässt sich auch durch ein vom Arzt verschriebenes Antibiotikum verhindern.

Diagnose einer Diphtherie-Infektion

Zur Diagnose einer Diphtherie-Erkrankung wird eine körperliche Untersuchung, insbesondere im Mund, durchgeführt, um die Schleimhaut, geschwollene Drüsen oder eine allgemeine Schwellung des Halses oder Kehlkopfes festzustellen.

Umfangreichere ergänzende Untersuchungen werden für die Diagnose durchgeführt:

  • Gram-Färbung: Kultur von Rachenexsudat (Nachweis von Bakterien im Rachen),
  • Toxinanalyse,
  • Elektrokardiogramm zur Beurteilung einer möglichen Herzschädigung.

Wie behandelt der Arzt eine Diphtherie-Erkrankung?

Die Infektion mit dem Diphteriebakterium erfordert immer eine präventive      Krankenhauseinweisung, auch bevor die definitiven Resultate der Diagnose bekannt sind. Ein Diphtherie-Antitoxin wird entweder durch intramuskuläre oder intravenöse Injektion verabreicht. Dann verschreiben Ärzte in der Regel Antibiotika, um die Bakterien zu eliminieren.

In schweren Fällen wird auch das Herz des Patienten überwacht, um zu sehen, wie es sich entwickelt, sowie die mechanische Beatmung aufgrund der durch die Diphtherie verursachten respiratorischen Komplikationen. Darüber hinaus werden intravenöse Flüssigkeiten verabreicht, wenn die Diphtherie das Herz oder die Nieren erreicht hat.

Wie gefährlich ist das Diphteriebakterium?

Zwischen 5 und 10 Prozent der Patienten, die an Diphtherie leiden, schaffen es nicht, die Krankheit zu überwinden. Ein Prozentsatz, der bei Kindern und älteren Menschen auf 20 Prozent ansteigt.

Anfang des 20. Jahrhunderts war Diphtherie eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern, aber mit dem Aufkommen des Diphtherie-Impfstoffs im Jahr 1923 ging die Sterblichkeitsrate deutlich zurück. Heute handelt es sich um eine sehr seltene Krankheit.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das die Diphtheriebakterien in sich tragen kann, bei Tieren sind keine Fälle bekannt.

Die Genesung von Diphtherie ist ein langsamer Prozess mit mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt, der aber in den meisten Fällen erfolgreich verläuft. Die schwersten Fälle, in denen die Infektion das Herz erreicht, führen in der Regel zum Tod.

 

Bildnachweis: qimono | pixabay

 

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