Diagnostik

Was versteht man unter dem Begriff „Diagnostik“?

In der Medizin bezieht sich der Begriff „Diagnostik“ auf einen Abschnitt der klinischen Medizin, der den Inhalt, die Methoden und die aufeinander folgenden Schritte des Prozesses zum Erkennen von Krankheiten oder bestimmten physiologischen Zuständen untersucht.

Die Diagnostik ist ein Diagnoseprozess, d. h. Verallgemeinerung von der Art der Krankheit und des Zustands des Patienten. Dazu zählt eine gezielte medizinische Untersuchung sowie die Interpretation der erhaltenen Ergebnisse und deren Verallgemeinerung in Form einer festgelegten Diagnose.

Worauf basiert die Diagnostik?

Die Diagnostik basiert auf einer umfassenden und systematischen Untersuchung des Patienten. Diese umfasst eine Anamnese, eine objektive Untersuchung des Körperzustands, eine Analyse der Ergebnisse von Laboruntersuchungen von Blut und verschiedenen Sekreten, Röntgenstrahlen, grafische Methoden, Endoskopie, Biopsie und andere Methoden.

Der Feststellungsprozess der Krankheitsdiagnose während der Erstuntersuchung des Patienten umfasst die Analyse, Systematisierung und anschließende Verallgemeinerung der Krankheitssymptome in Form einer Diagnose oder in Form der Erstellung eines diagnostischen Algorithmus. Ein Diagnosealgorithmus ist die Vorgabe einer Abfolge von elementaren Operationen und Aktionen zur Feststellung der Diagnose einer der Krankheiten, die sich mit einer bestimmten Symptomatik oder einem bestimmten Syndrom manifestieren.

Welche Aufgaben unterscheidet man?

Die moderne medizinische Diagnostik soll folgende komplexe und wichtige Aufgaben lösen:

  • die Art der Krankheit zu klassifizieren (Differenzialdiagnose);
  • die Dauer und den Ausgang der Krankheit vorhersagen;
  • das Risiko möglicher Komplikationen einschätzen;
  • die wichtigsten Syndrome zu identifizieren, um die Gesamtheit der Symptome zu finden, die für diese Krankheit am charakteristischsten sind.

Welche Arten der Diagnostik unterscheidet man?

Die diagnostischen Untersuchungsmethoden des Patienten sind in grundlegende, zusätzliche oder spezielle unterteilt:

  • die frühesten diagnostischen Untersuchungsmethoden, die in der Medizin auftraten und entstanden sind, werden in der Regel als Hauptuntersuchungsmethoden bezeichnet, zum Beispiel Anamnese, Untersuchung des Patienten, Palpation (Abtasten);
  • Parallel zur Entwicklung des medizinischen Wissens entwickeln sich spezielle (zusätzliche) diagnostische Untersuchungsmethoden. Sie definieren ein neues, noch höheres Potenzial diagnostischer Fähigkeiten, einschließlich der Forschung auf subzellulärer Ebene und der Verarbeitung medizinischer Daten. Dazu zählen beispielsweise Röntgendiagnostik, Radionukliddiagnostik, elektrophysiologische Untersuchungen (einschließlich Elektrokardiographie, Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Methoden der Funktionsdiagnostik, Computertomographie (CT), Ultraschalldiagnostik, Endoskopie, Labordiagnostik).

Man unterscheidet folgende spezielle (zusätzliche) diagnostische Untersuchungsmethoden:

  • Biochemische Diagnostik ist gekennzeichnet durch die Durchführung biochemischer Untersuchungen von Körperflüssigkeiten oder Sekreten des Patienten.
  • Instrumentelle Diagnostik ist die Verwendung einer Vielzahl von Instrumenten, Geräten und Werkzeugen für die Untersuchung des Patienten.
  • Labordiagnostik – Verwendung von Laborforschungsmethoden (mikroskopisch, physikalisch, chemisch, bakteriologisch, serologisch usw.).
  • Computerdiagnostik – Verwendung von Rechenmethoden und Computertechniken.
  • Morphologische Diagnostik – Verwendung der Methoden zur Untersuchung der Struktur von Organen, Geweben und Zellen des Patienten.
  • Radiologische Diagnostik.
  • Funktionsdiagnostik – Verwendung der Methoden zur Untersuchung des Funktionszustands verschiedener Systeme, Organe und Gewebe des Körpers, einschließlich Änderungen unter dem Einfluss spezifischer Belastungen für diese Funktion.
  • Zytologische Diagnostik – Verwendung der Methoden der mikroskopischen Untersuchung einzelner zellulärer Elemente in Präparaten aus Organen und Geweben.
  • Elektrophysiologische Diagnostik – anhand der Registrierung bioelektrischer Phänomene im Zusammenhang mit der Aktivität bestimmter Organe und Systeme.

 

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